Bildung à la Stronach: "Muss Rad nicht neu erfinden"

20.12.2012 | 10:51 |  Von Rosa Schmidt-Vierthaler (DiePresse.com)

Der Unterrichtssprecher des Team Stronach, Stefan Markowitz, legt gegenüber DiePresse.com seine bildungspolitischen Wünsche dar. Diese betreffen vor allem die Lehrer.

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Mehr Gehalt, mehr Arbeit, mehr Selektion: Stefan Markowitz rückt die Lehrer ins Zentrum seiner bildungspolitischen Änderungswünsche. Im Team Stronach hat der ehemalige BZÖ-Abgeordnete die Funktion des Jugend- und Unterrichtssprechers eingenommen, derzeit arbeitet er "täglich am Parteiprogramm", wie er im Gespräch mit DiePresse.com erzählt. Bisher hat das Team Stronach nur einige wenige Grundsatzpositionen vorgestellt, das Thema Bildung wurde dabei großflächig ausgespart.

Dies soll sich bald ändern: "Ich sitze permanent mit Expertengruppen zusammen. Wir veröffentlichen im Jänner einen Teil, im Februar sollte es fertig sein", sagt Markowitz. Dabei helfen dem gelernten Elektrotechniker "viele Experten von Lehrern über Uni-Professoren bis zu Rektoren." Namen will er allerdings nicht nennen.

Gesamtschule keine essentielle Frage

Die Frage, ob alle Kinder zwischen 10 und 14 in eine Gesamtschule gehen sollen oder ob die bisherige Trennung in Haupt- bzw. Mittelschule sinnvoll ist, stellt man sich derzeit im Team Stronach nicht. "Türschilder" seien nicht das Thema.

Trotz der entsprechenden Ergebnisse bei der Testung der Bildungsstandards glaubt Markowitz nicht, dass die Schüler in Kärnten schlechter rechnen können als die Schüler in Oberösterreich. Das enttäuschende Ergebnis Kärntens "hat sicher damit was zu tun, wie man einem Menschen etwas beibringt. Deshalb müssten "die Lehrer bei der Hand genommen werden". Die Länder, die gut abgeschnitten haben, sollten den anderen erklären, wie sie ihre Ergebnisse erreichten: "Ich würde es gut finden, wenn die Bundesländer mehr miteinander kommunizieren würden."

"Mehr Gehalt für Lehrer"

Ein Paradigmenwechsel ist beim bildungspolitischen Programm des Team Stronach nicht abzusehen: "Bei gewissen Dingen muss man das Rad auch nicht völlig neu erfinden. Man muss es nur verbessern", sagt Markowitz. Verbesserungsmöglichkeiten sieht er vor allem bei den Lehrern: "Mehr Gehalt für Lehrer, um wirklich die besten der besten Lehrer für die Kinder zu haben ist mir ein großes Anliegen." Vor allem das Einstiegsgehalt sollte demzufolge angehoben werden.

Markowitz kritisiert, dass die 2009 geplanten zwei Stunden Mehrarbeit für Lehrer an der Blockade der ÖVP scheiterte und hält eine erhöhte Unterrichtsverpflichtung für sinnvoll: "Ich will das gar nicht an den zwei Stunden mehr aufhängen. Das kann eine Stunde mehr oder auch vier Stunden mehr sein. Ich bin davon überzeugt, dass es genug engagierte Lehrer gibt, die das genauso sehen." Höheres Einstiegsgehälter und höhere Lehrverpflichtung versucht Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) seit Jahren umzusetzen.

Zur Person
Der 1977 in Klagenfurt geborene Stefan Markowitz machte nach Beendigung der Schulpflicht eine Lehre als Elektrotechniker. In den frühen 1990ern war er Obmann der Jungen ÖVP Spittal an der Drau. 1997 begann er seine berufliche Laufbahn am Biozentrum Wien. Selbstständig machte er sich schließlich mit der "Fahrmitbörse", außerdem organisiert Markowitz die Party "Glamour in White" am Wörthersee. 2008 zog er für das BZÖ als Jugendsprecher in den Nationalrat ein. Im Oktober gab er seinen Wechsel zum Team Stronach bekannt.

"Deutsch muss mehr gefördert werden"

Weiters am Wunschzettel des Team Stronach: Mehr Berufsinformation an den Schulen, deren Absolventen eine Lehre beginnen: "Die Privatwirtschaft sollte viel mehr eingebunden werden. Auch Kleinunternehmer sollten eingeladen werden, um ihre Sparte zu präsentieren, damit die Berufswahl nicht immer in eine Richtung geht."

Außerdem wünscht sich Unterrichtssprecher Markowitz mehr Deutschförderung an den Schulen. "Es gehört überprüft, ob der muttersprachliche Förderunterricht nicht in die falsche Richtung geht. Deutsch muss mehr gefördert werden."

Auf den Posten des Unterrichtsministers in einer möglichen Dreierkoalition schielt Markowitz nach eigenen Angaben übrigens nicht: Ihm sei es in der Politik nie um Posten gegangen, sagt er.

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82 Kommentare
 
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vor allem die jungen Lehrerinnen und Lehrer

sehen das sicher auch so, die dann ihren Job an die älteren abgeben müssen.
Im übrigen bin ich ja sehr froh, dass es jemandem, der in die Politik einsteigt, nicht um Posten geht... (Ironie)

hoffentlich findet das Team Stronach noch ein Parteiprogramm...

vor der Wahl ... denn wenn das Team einen Sinn haben soll, dann dass Rot/Schwarz keine Mehrheit mehr hat und das Herumwurschtle hoffentlich bald endet...

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Parteienförderung proportional zur Wahlbeteiligung, also anhand der echten Stimmen ausgeschüttet wird.

???

Wie lange ist dieser Artikel noch online?

4

Wieso ist dieser Artikel immer noch auf der 1. Seite der App?

?????

Re: Wieso ist dieser Artikel immer noch auf der 1. Seite der App?

gekauft !?

Mut kann man sich nicht kaufen ....

... und Vermessenheit auch nicht!

Markowitz....

....ist selbst der Deutschen Sprache nicht mächtig (diverse Interviews) und ist Bildungssprecher!

Gratuliere zu diesem mutigen Schritt!

Re: Markowitz....

"der deutschen Sprache" wird das korrekt geschrieben, nebenbei bemerkt

interessante politische Laufbahn ???

junge Övp - Bzö Nationalrat - Stronach.

Wofür steht der Typ eigentlich? Für mich ist er ein Wendehals der verzweifelt einen Aufstieg in eine höhere Liga sucht.

Re: Interessante Frage...

Der Knabe steht (ausschließlich) für seinen warmen Sessel im Nationalrat.

Dass er als Bildungs- respektive Unterrichtssprecher eine jämmerliche Figur ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Er handelt, wie eine nutte oder ein Manager

Er geht zum Bestbieter und Onkel Frank hat sich einen Teil davon wenigstens erarbeitet

Sitzen

die Expertengruppen nicht alle nei der Schmidt?

0

Re: Sitzen

Experten sitzen überall (und damit nirgends)

Re: Sitzen

Leider habe ich nichts verstanden.

11

Bildung

Ich zweifle die Bildung der Polit-Wendhälse von Team Stronach an.

Eignungstests für Politker vorschreiben...

... es beleidigt langsam das intelligente Volk, wenn man dauernd so viel Blödsinn lesen muss! Wer rechnen kann (ich weiss das sind nicht viele in Österreich ;-) dem sollte klar sein, dass mehr Stunden Unterricht (d.h. zb 2 Klassen mehr - 60 Kinder mehr) die Qualität verschlechtern muss. zB: ein Kundenbetreuer in der Bank soll ab sofort 60 Kunden mehr betreuen - wozu führt das? Richtig, natürlich bleibt dann viel weniger Zeit für den einzelnen Kunden. In der Wirtschaft ist das so - soll das jetzt auch in der Bildung so werden?

Mehr Stunden

Ja, ja, die engagierten Lehrer hätten nichts gegen eine höhere Lehrverpflichtung? Gerade die arbeiten aber sowieso jetzt schon mehr, weil sie sich eben über das normale Maß hinaus engagieren. da sieht an, welche Ahnung der "Bildungssprecher" hat.
Ich bin jetzt schon auf die Reaktionen auf dieses Posting gespannt.

Re: Mehr Stunden

Diese Ansage ist ein Blödsinn! Auch engagierte Lehrer können nicht zaubern und haben ihre Grenzen. Auch ihre Qualität würde leiden. Außerdem stellen sie sich immer selber so ins Licht und behaupten damit, dass alle anderen Minderleister und Jammerer sind- auch "Gutlehrer" haben manchmal einen schlechten Beigeschmack.

Re: Mehr Stunden

was erwartet man von einem "Blinden"? Sehenswertes? Er stößt ins gleiche Horn, "haut auf die Lehrer", verpackt es nur in schöne Schwafelei. Stronach und seine "Mitesser" bleiben, was "er" ist und war, ein steirischer Strohsack!

Mehr Geld = Bessere Lehrer?

Meh Geld = Bessere Politiker? Mehr Geld = Bessere Elektrotechniker?
So einfach gestrickt, Herr Markowitz, geht es geradewegs in die politische Bedeutungslosigkeit. Am besten gleich in den Untergrund.

Ein Elektrotechniker als Unterrichtssprecher

Na dass kann was werden, wie wir jetzt bei einer Bänkerin als Ministerin sehen!

Re: Ein Elektrotechniker als Unterrichtssprecher

oder einem taxler als BK oder Zahntechniker als Partei Führer.
so richtig gescheit sind die alle net.

Bildung abschaffen - JETZT!


Re: Bildung abschaffen - JETZT!

oje - die Grünin ist auch schon wieder da :)

Re: Re: Bildung abschaffen - JETZT!

Steht ihr Angebot mit dem Kaffe noch? Ich hab nämlich noch weiter nachgelesen: die Einnahme von sogenannten Selektiven Serotonin Wiederaufnahmehemmern würde die tödliche Dosis Kaffee von 80-100 Tassen für einen erwachsenen Mann auf ca 30 senken. Das könnten Sie schaffen!

Re: Re: Re: Bildung abschaffen - JETZT!

Sakra nochmal, ist es denn wirklich so schwer, vier, fünf Zeilen ohne groben Fehler zu schreiben?

 
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