Lesen lernen: "Von Krabbeln bis Globuli wurde alles versucht"

15.01.2013 | 18:20 |  JULIA NEUHAUSER UND BERNADETTE BAYRHAMMER (Die Presse)

Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Bildungspsychologe Alfred Schabmann im Interview mit der "Presse" über fehlgeleitete Leseförderung und verpflichtende Lehrerfortbildungen.

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Die Presse: Dass unsere Schüler beim Lesen nicht gut sind, wissen wir. Der neue Bildungsbericht zeigt nun eine Menge offener Baustellen – etwa, dass Lehrer die Lesekompetenz ihrer
Schüler oft völlig falsch einschätzen.

Claudia Schmied: Lernerfolge in der Schule hängen ganz stark von zwei Dingen ab: von der Familie und von den Lehrerinnen und Lehrern. Wir müssen sie besser auf den Umgang mit leseschwachen Schülern vorbereiten. Ich will aber nicht die Schwächsten drankriegen, ich will Lösungsansätze finden. Mit der Einstellung lese ich auch den Bildungsbericht.

Herr Schabmann, trauen Sie sich, die Lehrerinnen und Lehrer etwas härter anzufassen als die Ministerin?

Alfred Schabmann: Man muss nicht die Lehrer härter angreifen, sondern das System. Die Frage ist: Wie kommt der durchaus bedenkliche Befund zustande? Eine Erklärung dafür ist, dass Lesen in der Schule lange im Hintergrund stand, die Rechtschreibung wurde als wichtiger erachtet. Zudem werden immer noch Methoden herangezogen, die längst veraltet sind. Das zeigt, dass es die Lehrerausbildung nicht geschafft hat, eine Zäsur zu setzen und Erkenntnisse der Wissenschaft zu integrieren.

Was man bei der Ausbildung der Lehrer verpasst hat, könnte man bei der Weiterbildung nachholen. Sollten Lehrer zur Fortbildung im Bereich Lesen verpflichtet werden?

Schabmann: Das wäre sicher sinnvoll. Die Frage ist, wie viel Widerstand das erzeugen würde. Lehrer haben die Eigenschaft, keine Evaluationskultur zu haben und alles, was an Innovationen kommt, skeptisch zu beäugen. Aus Gesprächen weiß ich aber, dass sich viele Lehrer ohnehin gern fortbilden wollen.

Schmied: Lehrer-Bashing zu betreiben, bringt nichts. Wir müssen an unseren Haltungen arbeiten, nach vorn schauen.

Wie müsste die optimale Leseförderung aussehen? Und können die Lehrer das allein bewältigen?

Schabmann: Wenn man davon ausgeht, dass 15 Prozent der Kinder Probleme beim Lesen haben, können zehn Prozent durch Maßnahmen im Unterricht aufgefangen werden. Die anderen brauchen eine außerschulische Förderung. Was es braucht, ist ein Prozedere, auf das die Lehrer zurückgreifen können. Wenn ich merke, dass jemand schlecht sieht, dann schicke ich ihn als Lehrer zum Augenarzt. Beim Lesen erkennen Lehrer das oft gar nicht – und sind dann außerdem hilflos, weil sie nicht wissen, wohin sie verweisen sollen.

Braucht es einen Lesedoktor?

Schabmann: Klar ist, dass es eine Veränderung braucht. Es gibt Eltern, die zehn Therapeuten aufgesucht haben – von Globuli bis zu Krabbeln am Boden wurde auf alle möglichen Arten versucht, die Leseschwäche zu bekämpfen. Dabei gibt es klare Kriterien, was ein guter Lese- und Rechtschreibtherapeut können muss. Und für fünf Prozent der leseschwachen Kinder ist eine derartige Förderung auch sinnvoll.

Schmied: In Einzelfällen ist eine solche Förderung sicherlich notwendig. Eines möchte ich aber betonen: Bildungserfolg ist das Ergebnis aus Interesse und harter Arbeit. Ohne Interesse und Disziplin geht gar nichts – und den persönlichen Einsatz können wir nicht delegieren. Es ist auch die Frage, wie wir wieder mehr Ehrgeiz und Freude am Erfolg in die Schule und die Gesellschaft bringen.

Ist es eine Frage des Ehrgeizes, wenn Jugendliche aufgrund ihrer Lesedefizite Schwierigkeiten haben, sich einen Fahrschein zu kaufen?

Schabmann: Es ist richtig, was die Ministerin sagt. Aber ich bin skeptisch, wenn man die Motivation zu sehr in den Vordergrund rückt.

Schmied: Nur, damit wir uns nicht falsch verstehen: Das ist kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch. Aber wir dürfen den Ehrgeiz nicht ausklammern.

Einer der beiden Faktoren, die Sie genannt haben, ist die Familie. Die liegt außerhalb Ihres Ressorts – und irgendwie auch außerhalb Ihres Einflusses.

Schmied: Es geht darum, die Eltern in der Schule miteinzubeziehen –unabhängig von etwaigen Ressorteinteilungen. Wir müssen den Menschen klarmachen, dass sich Einsatz lohnt. Wenn ab morgen alle Eltern ihre Kinder fragen: ,Wie war es in der Schule?‘, dann ist das ein Stück in die richtige Richtung.

Schabmann: Es stimmt natürlich, dass wir das Gut Bildung höher bewerten müssen. Und es gibt ganz einfache Methoden. Warum nicht einen Folder machen, in dem man beschreibt, wie man günstig mit der Schulsituation des Kindes umgeht? Oder in dem man den Eltern erklärt – meinetwegen in verschiedenen Sprachen –, wie sie ihre Kinder beim Lesen fördern können?

Vergangene Woche war Sprachförderung das Thema. Was kann ein Jahr in der Vorschule bringen?

Schabmann: Unter bestimmten Umständen kann das sinnvoll sein. Wenn ein Kind gar nicht Deutsch spricht, kann man es in einem solchen Jahr auf den Weg bringen. Das kann aber auch im Kindergarten stattfinden, das muss man sachlich analysieren. In jedem Fall muss die Unterstützung über diese kurze Phase hinausgehen.

Schmied: Wenn das Problem so einfach zu lösen wäre – ein Jahr Sprachkurs und dann können alle Deutsch –, würden wir nicht hier sitzen. Faktum ist, dass das mehrjährige Prozesse sind, die möglichst früh beginnen sollten.

War es vorschnell, den Vorschlag von Kurz abzulehnen? Sie haben dafür den Begriff „Ghettoklassen“ geprägt.

Schmied: Wir sehen in der laufenden Debatte, dass es nicht weit ist zu den Forderungen, Ausländer mögen in eigenen Klassen unterrichtet werden. Das Thema eignet sich nicht für Verkürzungen und einen medialen Schlagabtausch.

Man hat den Eindruck, dass Kurz Sie mit seinem medialen Auftreten manchmal unter Zugzwang bringt.

Schmied: Ich beginne jetzt mit der medialen Umarmung: Ich schätze Herrn Kurz. Und ich werde an meinen Reaktionsmustern arbeiten.

Auf einen Blick

Beim Lesen stellt der am Montag präsentierte Nationale Bildungsbericht Österreich einmal mehr ein fatales Zeugnis aus: „Der Outcome des Schulsystems entspricht nicht den Erwartungen an eine Kultur- und moderne Wirtschaftsnation“, so die Analyse des Bildungspsychologen Alfred Schabmann.

Der Bildungsbericht wird seit dem Jahr 2009 alle drei Jahre und damit nun zum zweiten Mal vorgelegt. Neben statistischem Material enthält er Analysen zu ausgewählten Themenbereichen – u.a. Lesen, Chancengleichheit, Mehrsprachigkeit und Schulformen. Online nachzulesen unter www.bifie.at/nbb.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2013)

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27 Kommentare
 
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die ist einfach nur inkompetent...

eigentlich bin ich für ein soziales auffangnetz, damit betroffenen personen in einer notlage geholfen werden kann. aber wenn wir so weiter machen werden wir uns vieles nicht mehr leisten können. ich denke, dass sozialleistungen ungerecht verteilt werden. nur fördern ist zu wenig. manchmal hilft druck und sanktionen besser. weshalb die schulleistungen immer schwächer werden. ja das liegt auf der hand und muss aber verschwiegen werden. besonders in wien. wir wollen ja niemanden beleidigen. die dummen steuerzahler zahlen ja eh.

Ich bin nicht gekrabbelt und habe keine Globuli genommen....

Ich bin nicht wochenlang Buchstaben gehüpft habe sie nicht getastet und aus bunter Folie ausgeschnitten, habe sie nicht gesungen getanzt und getrampelt; ich bin beim Ziffern lernen nicht am Boden herumgekugelt oder auf dem Kopf gestanden um das Gehirn besser zu durchbluten....und trotzdem kann ich perfekt lesen und schreiben. Komisch, nicht?
Das Problem ist, dass man Imbezilen was beibringen möchte, was sie einfach überfordert und was sie nicht zu lernen in der Lage sind. Überehrgeizige Eltern einerseits, einfach Kinder aus bildungsfernen Schichten andererseits und ein in eine völlig falsche Richtung gehendes System. Von meiner Klasse mit ca. 25 SchülerInnen gingen (nach einer Aufnahmsprüfung!) 7 in die Mittelschule, heute würden es 24 - natürlich ohne Aufnahmsprüfung - sein und sie würden alle ein völlig wertloses Maturazeugnis bekommen. Das ist nicht CHANCENgleichheit sondern Gleichmacherei und damit zwangsläufig Nivellierung nach unten.

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Re: Ich bin nicht gekrabbelt und habe keine Globuli genommen....

Testergebnisse werden in erster Linie dazu missbraucht, politisch erwünschte Aussagen zu erzielen, besonders solche, die sich gegen die „faulen“ Lehrer richten. Woran es an unseren Schulen jedoch mangelt? Die Chancen sind intakt, man muss sie nur nützen. Wer – wie es so schön heißt - „unten“ ist, muss besonders intelligent oder besonders fleißig sein! Fehlt beides, kann man sich nicht auf fehlende „Chancengleichheit" ausreden. Wenn man nicht auf die Qualität der Zuwanderer achtet, darf man auch nichts anderes erwarten.

Wer soll die Lehrer fortbilden?

Ich habe in meinen 35 Jahren als Lehrerin zahlreiche Fortbildungskurse besucht. Sie kochen alle mit Wasser. Der tatsächliche Gewinn war äußerst dürftig und in keinem Verhältnis zum Aufwand.
Erst wenn Lehrer nicht mehr ihre eigenen Schüler und damit sich selbst beurteilen, Schulen und Schüler auch in Deutsch und Mathematik in Wettbewerb zueinander treten dürfen (wie im Sport), und Fleiß und Leistung auch im Arbeitsleben honoriert werden, wird sich etwas ändern.
Solange im österr. Sozialstaat so getan wird, als müsse man Wohlstand nicht erarbeiten, sondern nur "gerecht verteilen", ist jeder dumm, der arbeitet.

Re: Wer soll die Lehrer fortbilden?

Ihr Globalurteil über Fortbildungskurse kann ich nicht teilen. Und der Wettbewerb samt internationalem Vergleich ist schon lange da, er muss nur gesucht und angenommen werden ("Känguruh" usf.). Ebenso vorhanden sind nationale wie internationale Objektivierungs- und Testverfahren. Kenntnis davon erhält man durch Studium und in guten Fortbildungskursen. (Jeder Kurs steht und fällt mit der Qualität des Referenten bzw. Trainers.) Die (individuelle, pädagogische) Beurteilung der Schülerleistung durch den Lehrer (nicht unbedingt in Form der Schulnote) halte ich für unerlässlich und wichtig für den weiteren Fortschritt des Schülers.

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Mutter daheim, Gratis Schulüber, LehrerInnenfortbildung

Sicherlich ist es so, dass bereits die Eltern im Babyalter die Freude an Büchern, an Kommunikation und an Geschichten wecken können. Auch Eltern, die beide wieder ihrem Beruf nachgehen, haben diese Möglichkeit, dazu brauchen wir nicht wieder einen Schritt zurück, die Mutter an den Herd.!! Die Tatsache allein, daß eine Mutter zu Hause ist, fördert nicht die Freude am Buch d.h. die Neugierde am Lesen. Das aller Wichtigste ist es wohl bei den Kindern und Schülern, das Interesse, die Freude und die Lust am Geschriebenen zu wecken. Hier ist die Neugierde entscheidender als jede Art von Druck.
Hier erlaube ich mir den Vergleich zum Handy oder zu den Computerspielen zu machen. Das Interesse daran ist bei fast allen Jugendlichen – jeden Alters – so groß, dass sie vielen von uns Erwachsenen im Umgang mit diesen modernen „Geräten“ weit überlegen sind. Genau dieses Interesse sollte schon im Kleinkindalter für das Lesen geweckt werden von allen Erwachsenen – Eltern, Großeltern, KindergärterInnen und LehrerInnen.
Übrigens wenn es keine Gratis-Schulbücher gäbe – ganz gratis sind sie schon lange nicht mehr – dann hätten wir gerade in den Ballungsgebieten viele Kinder ohne Schulbücher. Seit es in den Schulen Arbeitsbücher gibt, ist es auch wichtig, dass gerade diese Bücher nicht aus der Schülerlade weiter gegeben werden.
Noch eines: verpflichtende Fortbildung für LehrerInnen gibt es an den HS in Wien schon seit Jahrzehnten und genauso ist/war es eine Selbstverständlichkeit für viele LehrerInnen in den Ferien an In- und ausländischen Seminaren teilzunehmen. (dies sind selbstverständlich von den Teilnehmern zu bezahlen)

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Das Problem beginnt bei der Geburt des Kindes


Wenn Eltern keine Zeit für sie haben und keine Lust, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen.

Wenn sie ihren Babys keine Lieder mehr vorsingen, ihnen nicht mehr liebkosend Geschichten vorlesen und Gedichte lernen.

Meine Enkel können im Vorschulalter lesen, ihre Namen schreiben, einfach dadurch, dass meine Tochter bei ihnen ist, sie eine persönliche Ansprache haben, und nicht, wie ich es vorgestern in einer Kinderkrippe sah:

Die Betreuerin für 10 unter 2-jährigen Kindern steht im Schnee im Krippenhof. Sie bemüht sich. Sie singt den Kindern ein Lied vor. Dennoch: die Kinder stehen wie Pflöcke herum, haben keine persönliche Ansprache, keinen Augenkontakt, niemand nimmt sie hoch, keiner umarmt sie.... - sie sind dem Liebesentzug stundenlang ausgesetzt, Stress und Cortisol steigen, Synapsen werden NICHT gebildet.

Mir tun diese Kinder Leid. Und: gerade DORT muss man anfangen mit Bildung.

Reden wir über Liebe, nicht über Betreuung.
Reden wir über Erziehung, nicht zuerst über Bildung.

Dann wird es eine gelingende Bildung geben.

Also: ERSTE Verantwortung liegt bei den Eltern und nicht bei den Betreuern oder Lehrern, welche diese Defizite niemals ausgleichen werden können.

Die Politik soll Rahmenbedingungen schaffen, dass Eltern wieder gerne die ersten 3 Lebensjahre beim Kind verbringen und auch nachher viel Zeit in die Sprösslinge investieren können. Dies ist die wertvollste und wirksamste Zeit. Unsere Kultur ist daraus entstanden. Daran möge man sich erinnern.

Re: Das Problem beginnt bei der Geburt des Kindes

Spitzen Beitrag! sie sprechen mir von der Seele!! danke!

Re: Re: Das Problem beginnt bei der Geburt des Kindes

Richtig!

reaktionsmusterarbeiterin :-)

Ich schätze Herrn Kurz. Und ich werde an meinen Reaktionsmustern arbeiten.

.. da sieht man wie abgehoben die mittlerweile sind .

nebenbei ..

es ist ja auch nicht jeder schachgrossmeister .. also warum soll es nicht leute geben, für die lesen lernen eine unüberwindbare hürde ist ?
ist ja auch alles kein problem, schliesslich sind wir ja nicht in einer abwertungskultur, und jeder ist wenn er das wahlalter erreicht hat, ein gern gesehener wähler .. gell frau minister ...
das problem entsteht erst, wenn man so tut, wie wenn das mensch ärgere dich nicht, das sie noch kapieren, ein schachbrett ist .
oder noch schlimmer, die schachspieler nicht ordentlich im schach unterrichtet, weil sich die, bei dennen es fürs schachspielen nicht reicht, sonst diskriminiert fühlen.

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Lernerfolge

sind ganz stark von den Lehrern und Eltern abhängig. So, so! von den Schülern nicht?
Wie groß ist der Horizont der Frau Minister?

den trichter können sie auch noch probieren.


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Bildungsreform

Ich glaube eher daran, dass der Strasser wirklich noch von Agenten auf den Mars entführt wird, als an eine kluge und effektiv umgesetzte Bildungsreform in diesem Land.

in vielen Berufen selbstverständlich!

Lehrer haben die Eigenschaft, keine Evaluationskultur zu haben und alles, was an Innovationen kommt, skeptisch zu beäugen. Aus Gesprächen weiß ich aber, dass sich viele Lehrer ohnehin gern fortbilden wollen. Zitatende. Es gibt sicher Zahlen, wie viel % der Lehrer die Fortbildungsangebote nützt. Man kann doch auch Fortbildung verpflichtend vorschreiben. Auch ich muss mich in meiner Freizeit-auf meine Kosten fortbilden.

Re: in vielen Berufen selbstverständlich!

Welche "Innovationen" brauchen wir denn noch? Montessori, klingt gut, ist aber völliger Unsinn. Googeln Sie einmal, was Frau Montessori wirklich wollte....

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Re: in vielen Berufen selbstverständlich!

Für Pflichtschullehrer gibt es die Verpflichtung zur Fortbildung bereits, zumindest in OÖ!

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Bücher - Bibliotheken

Dass Bücher, vor allem die neuesten, für viele einen großen finanziellen Aufwand darstellen ist sicher ein Faktor.
Dass es in Wien die städtischen Bibliotheken gibt, in denen Kinder Bücher kostenlos ausborgen können ist sehr gut ABER
- die Öffnungszeiten sind nicht Kinder/Jugendfreundlich (Samstag am Vormittag geschlossen)
- Neuerscheinunge sind so gut wie nicht zu finden
- viele Bücherein machen keinen einaldenden Eindruck
Eine Modernisierung der Bücherein mit einem aktuellen Angebot sowie anderen Öffnungszeiten und nicht so entlegenen Standorten wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

Re: Bücher - Bibliotheken

sie brauchen keine neuesten bücher.
in jedem antiquariat können sie meterweise bücher um ein paar euro kaufen .. ist wie im sport .. ein sportliches kind fährt allen anderen mit den schleissigsten schi davon, während sie unsportlichen kindern das beste material kaufen können, und es wird trotzdem nichts ..

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Re: Bücher - Bibliotheken

Einerseits ist Ihr Einwand durchaus berechtigt. Andererseits müssen wir uns heute, nach ca. 40 Jahren, von Kreiskys Maxime verabschieden, dass alles, was Bildung betrifft, vom Staat kostenlos zur Verfügung zu stellen ist, da es schlichtweg nicht mehr leistbar ist.

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Re: Re: Bücher - Bibliotheken

Es ist schon richtig, dass der Staat nicht alles bezahlen kann aber die Bücherein gibt es ja. Vormittagsöffnungszeiten können in der Regel nur Pensionisten wahrnehmen. Wenn man z.B. den Motagvormittag gegen den SamstagVormittag tauscht verursacht das keine Mehrkosten. Außerdem gab es die Bücherein schon von vielen Jahren, das ist keine neue Erfindung.
Wesentlich mehr kosten die "Gratisschulbücher" für alle. Zu meiner Schulzeit haben schlechter Verdienende zu Schulbeginn eine Beihilfe erhalten. Wir haben die Bücher von den höheren Klassen gekauft und an die nicht mehr benötigten den nachfolgenden Klassen weiterverkauft. Das hatte den Effekt, dass wir auf die Bücher aufpassen mussten und diese nicht als "Wegwerfartikel" betrachtet haben.

Re: Re: Re: Bücher - Bibliotheken

Man kann auch vormittags Termine mit seiner Klasse vereinbaren. Wir machen das schon seit Jahren so. Die Kinder sind begeistert. Sie lernen den ganzen Entlehnablauf und die Bücherei kennen. So sind sie nicht auf die Eltern angewiesen, die entweder arbeiten oder eine zu große Scheu haben, eine Bücherei aufzusuchen.

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Re: Re: Re: Bücher - Bibliotheken

Ganz bei Ihnen, aber genau diese "Wegwerfmentalität" ist zu verurteilen. "Die Bücher sind eh alle gratis" und dementsprechend geht man auch mit ihnen um. Leider wurde das durch die Gratisschulbuchaktion (wenn auch damals unbeabsichtigt) gefördert. Die Folge davon ist leider, das ein Buch heute leider per se keinen Wert mehr besitzt.

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Träume ich jetzt...

oder habe ich richtig gelesen: Die Frau Ministerin nimmt solche grausamen Wörter wie "Interesse" und "Disziplin" in den Mund?!?. Ebenso bemerkenswert ist die Aussage, dass Eltern mehr .in die Schule einbezogen werden sollen. Spätestens bei Schabmann bin ich aber wieder aufgewacht: "Aber ich bin skeptisch, wenn man die Motivation zu sehr in den Vordergrund rückt." "Warum nicht einen Folder machen..." (Folder und Hochglanzbroschüren sind offensichtlich das Allheilmittel gegen alles).

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Lässige Schuhe hat er an, der Herr Schabmann (Bild)

Aber vom realen Schulalltag hat der Psychologe genauso wenig Ahnung wie die Ministerin.

Beiden ist jedoch gemeinsam, dass sie den Steuerzahlern sehr viel Geld kosten und weit davon entfernt sind, das Grundübel, das mittlerweile jeder mit Hausverstand kennt, erkennen zu wollen!

Re: Lässige Schuhe hat er an, der Herr Schabmann (Bild)

Nichts und niemand wird Imbezilen und Menschen aus bildungsfernen Schichten perfekt Lessen und schreiben beibringen können. Mit keiner Methode und mit keinem noch so hohen Aufwand.

 
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