Mathematik: Es kommt nicht auf die Intelligenz an

23.01.2013 | 10:23 |   (Die Presse)

Mathematikleistungen hängen vor allem von der Motivation ab, zeigt eine deutsche Studie. Nur bei jungen Schülern geht es auch um die Intelligenz.

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München/Apa. Der entscheidende Faktor für gute Mathematikleistungen ist die Motivation. Das zeigt eine Langzeitstudie der Uni München und der Uni Bielefeld. Die Intelligenz spielt hingegen nur eine untergeordnete Rolle für die Leistungen der Schüler. Demnach gibt es nur bei jungen Schülern einen Zusammenhang zwischen der Intelligenz und den Mathematikleistungen.

Bei den Lerntechniken zeigte sich, dass häufiges Auswendiglernen von Lösungswegen der Entwicklung eher schadet als nützt. Extrinsische Motivation, etwa das Erreichen guter Noten, wirkt sich maximal kurzfristig positiv auf den Leistungszuwachs aus.

Für die Studie wurden rund 3500 Schüler fünf Jahre lang untersucht. Es wurden die Leistungen sowie die Intelligenz getestet und die Motivation abgefragt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2013)

 
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7 Kommentare
Calamaro
24.01.2013 22:21
2

Also ich würde ja sagen,


dass die, die in Mathematik etwas zustande bringen, dadurch zusätzlich motiviert werden.

Ruf er
24.01.2013 13:11
8

Ziel

.. alles läuft doch offensichtlich auf ein Ziel hinaus; man braucht keine intelligenten Menschen ( schon gar nicht in Mathe), denn solchen "Motivierten" kann man alles einreden und alles verkaufen. Ist doch gut für die Wirtschaft oder?

roger
23.01.2013 14:07
13

Wieder eine sinnlose Studie mehr

Natürlich kommt es beim Erfassen von mathematischen Problemen und beim Erstellen von mathematischen Modellen in erster Linie auf die - mathematisch erworbene- Intelligenz an. Auf was denn sonst?

Es nützt ja nichts, wenn ich noch so motiviert bin, zu berechnen, wie sich ein 90° heißer Tee in einem 22° warmen Raum abkühlt, wenn ich keine dazu passende Differentialgleichung aufstellen und lösen kann.

"Sie haben sich zwar bemüht, aber leider nichts verstanden" - da stimmt die Motivation, die Intelligenz hinkt aber nach.

Antworten Trallala
24.01.2013 16:29
0

Studie bestätigt Erfahrungen im Schulalltag

... oft können Schüler die nicht die intelligentesten der Klasse sind, Bsp viel schneller und richtiger lösen als die "G'scheiten". Warum: das zeigt die Studie ebenfalls: es ist ja nicht so schwierig, was in Mathe im Lehrplan steht - Schüler die üben und zu Hause lernen haben daher gute Erfolge - andere die dies nicht tun halt nicht und mögen sie noch so intelligent sein. Mathe ist v.a. Übungssache - rechnet man ein Bsp öfter mal durch, kann es wirklich jeder Schüler lösen denke ich!

Antworten Antworten roger
24.01.2013 18:43
7

Re: Studie bestätigt Kochrezept-Rechner

Fragt man Aufgaben ab, die nach einem bestimmtes Kochrezept ablaufen, dann haben die Fleißigen eine gute Chance.

Stellt man Verständnisfragen, verlangt man Argumentation und Interpretation oder gar mathematische Beweise, trennt sich schnell die Spreu vom Weizen.

Eine gute Schularbeit deckt daher beide Bereiche ab; Aufgaben, die nach Kochrezept zu lösen sind und daher jedem, der gelernt hat, die Chance auf ein "Genügend" bieten; sowie Aufgaben, die Verständnis abfragen, und ohne deren Lösung es kein "Sehr Gut" geben kann.

Aufgaben nach einem Kochrezept herunterrechnen zu können, hat mit mathematischer Intelligenz nichts zu tun.

Antworten Antworten Antworten ceterum_censeo
29.01.2013 08:30
0

Re: Re: Studie bestätigt Kochrezept-Rechner

Ach ja: Und ein Fleißiger und Intelligenter wird immer erfolgreich sein.

Antworten Antworten Antworten ceterum_censeo
29.01.2013 08:29
0

Re: Re: Studie bestätigt Kochrezept-Rechner

Das ist aber genau der Punkt: Es wurde nicht nach mathematischer Intelligenz untersucht, sondern nach den Erfolgsfaktoren im Schulunterricht.
Wenn die überwiegende Mehrzahl der Fragen "Kochrezeptfragen" sind, dann hat ein durchschnittlich intelligenter Schüler mit ausreichend Übung keinen Nachteil gegen einen überdurchschnittlich intelligenten Schüler.
Im Gegenteil: Ersterer kann sogar bessere Ergebnisse liefern, wenn er die "Rezepte" geübt hat, der hochintelligente aber nicht.
Intelligenz gibt ja nur darüber Auskunft, wie schnell jemand lernt - lernen muss er trotzdem.
Wäre die Fragenverteilung zwischen "Rezeptfragen" und Verständnisfragen 50:50 dann sähe das sicher anders aus - so ist es aber (derzeit) nicht.

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