Studenten als Lehrer: Uni Wien spornt zum Abschluss an

23.01.2013 | 13:33 |   (DiePresse.com)

Ab Herbst wird ein spezielles Programm angeboten, mit dem unterrichtende Lehramtsstudenten zum Studienabschluss angespornt werden sollen.

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Rund 130 Lehramtsstudenten haben im Schuljahr 2012/13 an Wiener AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen unterrichtet, obwohl sie ihr Uni-Studium noch nicht abgeschlossen haben. An der Universität Wien geht man davon aus, dass diese Zahl angesichts der kommenden Pensionierungswelle bei Lehrern künftig noch steigen könnte - und will deshalb ab kommendem Wintersemester ein spezielles Programm anbieten, mit dem schon unterrichtende Lehramtsstudenten zum Studienabschluss angespornt werden sollen.

Hintergrund dieser Bemühungen: Durch die Unterrichtstätigkeit der Studenten werden die Studienabschlüsse "teilweise erheblich verzögert", heißt es in der Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium für die Jahre 2013-2015. Künftig soll diese Gruppe gezielt durch bewährte Fachbetreuer und - falls vom Thema her sinnvoll - von Lehrern aus der Praxis begleitet werden und Unterstützung beim wissenschaftlichen Schreiben und bei Projektarbeiten erhalten. Bei dem Programm sollen die Studenten in überschaubaren Gruppen betreut werden, die Lehrverpflichtung soll im Zeitplan berücksichtigt werden. Und auch fertige Lehrer sollen beim berufsbegleitenden Verfassen einer Dissertation unterstützt werden.

Lehrveranstaltungen in den Ferien

Doch auch abseits der Lehramtsstudien will die Uni Wien verstärkt auf bessere Vereinbarkeit des Studiums mit Beruf und Betreuungspflichten setzen: Durch "moderne Lern- und Lehrtools" soll vor allem in überlaufenen Fächern die Studierfähigkeit erhöht werden. Außerdem soll das Angebot an Pflichtlehrveranstaltungen aus Bachelor- und Masterstudien - "soweit personell und räumlich möglich" - auf lehrveranstaltungsfreie Zeiten (inklusive Ferien) ausgedehnt werden. 2014 soll zunächst in fünf stark nachgefragten Studienrichtungen - welche genau, ist noch nicht festgelegt - das Angebot und die Auslastung der Lehrveranstaltungen in der vorlesungsfreien Zeit überprüft werden.

Ebenfalls Änderungen sind bei der strategischen Personalplanung angedacht: "Soweit möglich" sollen Lektoren und Senior Lecturers insbesondere dann als Ergänzung zum Stammpersonal eingesetzt werden, wenn sie eine Brücke zur Außenwelt herstellen bzw. praktisches und hochgradig spezialisiertes Wissen einbringen. Bis Ende 2013 soll in drei Studienrichtungen überprüft werden, wie Lektoren derzeit eingesetzt werden und wo das Verhältnis Lektoren zu Stammpersonal mittelfristig nachjustiert werden sollte.

(APA)

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4 Kommentare

Schaden für Studenten

Ich habe schon einmal darauf hingewiesen, dass der Einsatz von Studenten in der Schule sehr zum Schaden der jungen Menschen sein wird. Sie sammeln abschreckende Erfahrungen in der Schule, wo man praktisch ohne Rüstzeug agieren muss und zweitens können sie daneben nicht studieren. Was wird aus ihnen? Gestrandete "Fastlehrer" oder rechtzeitige "Flüchtlinge"?
Die Ursache ist eine total falsche Personalplanung, ein total falscher Einsatz von Menschen und die schreckliche Behandlung der Lehrer allgemein.
Aber beim Crash sind all diese Planungsignoranten schon längst weg auf guten anderen Posten und übrig bleiben die Lehrer als Sündenböcke.

Die Lehrerhetze der Politik wirkt sehr gut.


Es brennt halt.

Man sollte sich vielleicht mal überlegen wie man mehr Menschen motivieren kann Lehrer zu werden, bzw was die Leute davon abhält.

bürokratischer Nonsense

und wie soll das umgesetzt werden? durch weiteren Ausbau der Bürokratie?

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