Kinder: 33 (zu) oft gebrauchte Erziehungssprüche

"Und wenn der Paul aus dem Fenster springt, springst du hinterher?"

Dieser Satz soll untermauern, dass es für die Erziehungsberechtigten kein Argument ist, was andere Kinder machen. Für Kinder ist das wiederum kein Argument.

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"Der Weg ist das Ziel."

Besonders beliebt bei Wanderurlauben. Für Kinder in diesem Zusammenhanhg schwer nachzuvollziehen.

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"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm."

Von Eltern gerne abwechselnd mit "Das hast du nicht von mir!" gebraucht.

(c) Die Presse (Theresa Zötl)

"Ich hätte mich früher über eine so schöne Bluse gefreut!"

Schlechter kann man ein Kleidungsstück nicht bewerben.

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"Du kriegst vom Fernsehen noch viereckige Augen!"

Viele haben es erprobt und erkannt: Es stimmt nicht. Gegen exzessiven TV-Konsum gibt es bessere Argumente.

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"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

Das Zitat wird gerne verwendet, um Pünktlichkeit beim Mittagstisch einzufordern. Meist wird es Michail Gorbatschow zugeschrieben, der (falls er es tatsächlich gesagt hat, denn es gibt keine Aufnahme) es eher nicht als Erziehungsfloskel geplant hatte.

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"Wenn du alles aufisst, dann scheint morgen die Sonne."

Der Wahrheitsgehalt dieser Floskel ist bekannt.

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"Mach die Augen zu, dann siehst du, was dir gehört."

Soll (zumindest) die finanzielle Überlegenheit der Eltern demonstrieren.

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"Weil ich es sage!"

Keine gute Begründung. Vor allem, wenn das Kind auf das Teenageralter zugeht.

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"Überlass das Denken den Pferden, die haben größere Köpfe."

Übrigens: In einem breiten Vergleich von 36 Tierarten zeigte sich, dass Intelligenz tatsächlich an der absoluten Gehirngröße hängt. Aber eben nicht nur.

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"Bis du heiratest, ist's wieder gut."

Das ist halt nicht alles, was zählt.

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"Warte, bis die Mama nach Hause kommt!"

Oder auch: Der Papa. Je nachdem, wer der Strengere ist.

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"Schönheit muss leiden."

Seitdem lange Haare bei Mädchen kein Pflichtprogramm mehr sind, hat sich das Leid definitiv verringert.

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"Ein Löffel für Mami, ein Löffel für Papi."

Macht den Kindern tatsächlich Spaß. Allerdings nur in den ersten Lebensjahren.

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"Was sollen denn die Nachbarn denken!"

Ein Argument, das wohl noch kaum ein Kind beeindruckt hat.

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"Ein Bub weint doch nicht!" Oh doch, tut er.

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"Wer nicht hören will, muss fühlen." Der Spruch richtet sich selbst.

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"Ich zähle bis 3..."

Wobei alle Eltern hoffen, dass das Kind bis "drei" folgt, denn was danach kommt, ist in den meisten Fällen allen Beteilgten unklar.

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"Das erklär ich dir, wenn du groß bist!"

Übersetzt bedeutet der Spruch: Ich weiß jetzt wirklich nicht, wie ich das erklären könnte. (Und das mit der Aufklärung soll bitte jemand anders übernehmen.)

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"Ein Indianer kennt keinen Schmerz." (c) imago stock&people (imago stock&people)

"Und wie heißt das Zauberwort?"

Es ist keine Zauberei, jeder hört es gern: Bitte.

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"Und in Afrika müssen die Kinder verhungern..."

Auch wenn Kinder wissen sollten, dass Essen keine Selbstverständlichkeit ist: Den Hunger steigert dieser Satz auch nicht. Lieber vorher nicht zu viel auf den Teller laden.

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"Mund zu, es zieht."

Nicht die schlechteste Erziehungsfloskel, aber wie alle unbrauchbar, wenn sie inflationär gebraucht wird.

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"Mädchen, die pfeifen und Hühner, die krähen, denen soll man den Hals umdrehen."

Gottseidank heute kaum mehr zu hören.(c) EPA

"Wenn dein Kopf nicht angewachsen wäre, hättest du den auch schon verloren."

Schlicht sinnentleert.

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"Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach."

Manch einer hat die Taube trotzdem lieber.

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"Schiel nicht, sonst bleiben die Augen stecken."

Fachlich unrichtig.

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"Früher haben wir's nicht so leicht gehabt wie du!"

Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

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"Morgenstund' hat Gold im Mund."

Kann sehr zynisch wirken.(c) Bilderbox

"Man darf nie aufgeben."

Nicht jeder Spruch, den Eltern ihren Kindern eintrichtern, muss schlecht sein. Dieser hier kann Mut machen, sofern er weise eingesetzt wird.(c) imago stock&people (imago stock&people)

"Ordnung ist das halbe Leben."

Für manchen Erwachsenen vielleicht. Aber sollte das Zimmer eines Kindes so aussehen?

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"Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst...!"

Meint: Solange ich für deine Nahrung aufkomme, tust du, was ich will. Ein wenig erfreulicher Spruch.

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"Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen."

Der Wert dieses Spruchs erschließt sich erst sehr viel später. Und selbst dann ist es fast unmöglich, ihn zu befolgen.

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)
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