08.11.2009 00:28 | Meine Presse Merkliste0

ÖVP prescht mit Ethik-Gesetz vor

07.04.2008 | 19:23 |  ERICH WITZMANN (Die Presse)

Wer sich vom Religionsunterricht abmeldet oder ohne religiöses Bekenntnis ist, muss den Ethikunterricht besuchen.

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WIEN. Religions- oder Ethikunterricht: Eine dritte Variante soll es nach einem Gesetzestext der ÖVP nicht mehr geben. Eine Arbeitsgruppe hat eine diesbezügliche Novelle zum Schulorganisationsgesetz ausgearbeitet, die ÖVP-Bildungssprecher Fritz Neugebauer als Initiativantrag (ohne Ministeriumsvorlage) im Parlament einbringen will. Im Herbst dieses Jahres sollte der Beschluss im Nationalrat erfolgen, im September 2009 könnte der Gegenstand dann Realität des Schulalltags sein, sagt Neugebauer im Gespräch mit der „Presse“.

Das heißt: Wer sich vom Religionsunterricht abmeldet oder ohne religiöses Bekenntnis ist, muss den Ethikunterricht besuchen. Ethik wird als „nachrangiger“ Pflichtgegenstand (nachrangig: verpflichtend, falls nicht Religion gewählt wird) in allen Schulen angeboten.


Schulversuch übernehmen

Mit der Gesetzesinitiative überrascht die Volkspartei den Koalitionspartner, fallen doch Schulangelegenheiten in das Ressort der SPÖ-Ministerin Claudia Schmied. Neugebauer weist darauf hin, dass derzeit im Bereich des Schulwesens der Auftrag der Bundesverfassung nicht vollständig erfüllt wird. Denn die Verfassung erteilt der Schule den klaren Auftrag, eine Orientierung an religiösen und moralischen Werten zu ermöglichen (siehe Info-Kasten). Deswegen soll der bestehende Ethik-Schulversuch in das Regelschulsystem übernommen werden.

In Österreich gibt es derzeit nur 139 Ethik-Schulversuche an den insgesamt 1065 mittleren und höheren Schulen, an den Pflichtschulen wird dieser Gegenstand überhaupt nicht angeboten. Weil es, wie es schulintern heißt, an den Volksschulen und der Sekundarstufe I (5. bis 8. Schulstufe) bisher kaum Abmeldungen vom Religionsunterricht gegeben hat. Die Schulversuche starteten im Schuljahr 1997/98 (im ersten Anlauf in Wien und Tirol) als Reaktion auf die steigende Anzahl von Abmeldungen in den Oberstufenklassen. Wer nämlich Religion nicht besucht und auch kein Ethik-Fach vorfindet, kann während der üblichen Religionsstunden die Schule verlassen, spazieren gehen, ein Café aufsuchen ...

Laut ÖVP-Papier ist kein eigenständiges Lehramtsstudium für Ethik vorgesehen, Pädagogische Hochschulen und Universitäten sollen nur eine Zusatzqualifikation zu bestehenden Fächern anbieten. „Bei eigenem Studium besteht die Gefahr eines unerwünschten Lenkungseffektes“, heißt es im ÖVP-Konzept. Gemeint ist, dass neue hauptberufliche Ethik-Lehrer zu viele Schüler vom Religionsunterricht abwerben könnten.

Ausdrücklich befähigt sollen auch Religionslehrer sein – das ist übrigens auch ein Wunsch von Kardinal Christoph Schönborn, mit dem Neugebauer die Gesetzesnovelle akkordiert hat. Der evangelische Bischof Michael Bünker hat sich schon im Vorjahr für das Pflichtfach-Modell ausgesprochen.


Kritische Stimmen in der SPÖ

Im Ethik-Fach werden (im Stadium des Schulversuchs) Fragen des selbstständigen Handelns, Themen der Diskussionskultur und die öffentliche Auseinandersetzung in der Gesellschaft vermittelt. Derzeit sind zwei Ethik-Schulbücher approbiert. Schüler ohne religiöses Bekenntnis sollten die Wahlfreiheit haben, sie sollen sich auch für den bestehenden Religionsunterricht entscheiden können.

In der SPÖ gibt es auch kritische Stimmen gegen die Pflicht, Religion oder Ethik zu besuchen. In erster Linie sind es die Jugendorganisationen, die gegen das Ethik-Fach mobil machen. So sprach die SPÖ-Schülergruppierung Aktion kritischer Schüler(AKS) zuerst von einem Straf-Ethikunterricht, änderte dann aber die Linie: Der Religionsunterricht sollte überhaupt abgeschafft und nur noch Ethik angeboten werden, so die AKS. Angesichts des geltenden Konkordats mit dem Vatikan, in dem der Pflichtgegenstand Religion verankert ist, wird diese Meinung auch von der SPÖ verworfen.

Die ÖVP-nahe Schülerunion argumentiert die Pflicht für Religion oder Ethik auch mit der steigenden Gewaltbereitschaft an den Schulen. Denn gerade dieser Gegenstand könne zur Gewaltprävention beitragen.

SEELISCH UND RELIGIÖS

In der Bundesverfassung Artikel 14, Abs. 5a wird unter anderem festgehalten: „Im partner-schaftlichen Zusammenwirken von Schülern, Eltern und Lehrern ist Kindern und Jugendlichen die bestmögliche geistige, seelische und körperliche Entwicklung zu ermöglichen, damit sie zu gesunden, selbstbewussten, glücklichen, leistungsorientierten, pflichttreuen, musischen und kreativen Menschen werden, die befähigt sind, an den sozialen, religiösen und moralischen Werten orientiert Verantwortung für sich selbst, Mitmenschen, Umwelt und nachfolgende Generationen zu übernehmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.04.2008)

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47 Kommentare
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Gast: Blitzky
09.04.2008 18:30
0 0

Wie ich die ÖVP kenne, wird der Ethikunterricht

natürlich von den katholischen Religionslehrern unterrichtet werden. Der einzige Unterschied zum hermkömmlichen Unterricht in katholischer Religion wird sein, dass man sich nun nicht mehr abmelden kann.
Insgesamt ein genialer Schachzug des Vatikans.

areopagit
15.04.2008 16:07
0 0

ÖVP schlecht gekannt

Da gibt es auch protestantiche Christen! Außerdem interessieren sich weder die ÖVP-Politiker massiv für den Vatikan, noch glaube ich, dass der Vatikan hier Schach spielt.

Billman
11.04.2008 09:00
0 0

Re: Wie ich die ÖVP kenne, wird der Ethikunterricht

Religionslehrer wären für dieses Fach natürlich nicht geeignet. Wäre ja so als würden Lehrer mit Parteibuch politische Bildung unterrichten. Vorraussetzung also kein Bekenntnis zu einer Konfession. Dieses Fach sollten Soziologen, Psychologen, Pädagogen und Philosophen definieren und der (flexible) Lehrplan ein Konglomerat aus diesen Strömungen sein (unbedingt eine eigenständige Ausbildung!!!). Es sollte in diesen Stunden auch Platz für eine art Supervising für Schüler sein, um gesellschaftliche und zwischenmenschliche Probleme zu erörtern und idealerweise im Zuge des Unterrichts zu beheben. Nach dem Motto: hüten ist besser als heilen.
Der Vatikan hat diesbezüglich nichts zu bieten und sich schlauerweise über Verfassung und Schulgesetz weiterhin Zugang zu unseren Pflichtschülern gesichert. SCHLUSS DAMIT!

areopagit
15.04.2008 16:12
0 0

Pflichtgegenstand Religion

1. Wollte der agnostische Kreisky einen Religionsuinterricht ebenso, wie andere.
2. Mitglieder einer Partei können keine politische Bildung unterrichten? Warum nicht? Natürlich aus ihrer Sicht?
3. Soziologen, Psychologen, ... etc. sind doch nicht kastrierte im Geiste. Dürfen die keiner Partei angehören? Keiner Kirche? Müssen Sie ein Neutrum sein um neutral über Männer und Frauen zu reden?
4. Weitere Themenvorschläge ihrerseits gefallen mir, werden allerding schon jetz vorbildhaft im Religionsunterricht gelehrt.

Billman
19.04.2008 10:36
0 0

Re: Pflichtgegenstand Religion

ad1: damals war das "Problem" Islam besonders in Wien noch nicht so stark ausgeprägt. Mit dem Fach Ethik könnte man dieser Strömung entgegenwirken und uns Zugang zu Kindern praktizierender Islamisten sichern.
ad2: dementsprechend subjektiv.
ad3: kastrierte im Geiste sind für mich Menschen, die nur eine Denkweise zulassen, und besonders jene die wider besseren Wissens in Gotteshäusern Schuldbekenntnisse usw. beten.
ad4: könnte mir vorstellen, dass Sie eine gewisse Nähe zur katholischen Kirche haben. Bitte nehmen sie meine Kritik gegenüber der Kirche daher nicht persönlich. Ich möchte auch keinem Religionslehrer sein Bemühen absprechen, nur stellen sie ihren Dienst in eine falsche Sache. (meiner bescheidenen Meinung nach)

Gast: Billman
09.04.2008 07:36
0 0

Schluss mit Lügenverbreitung auf Steuerzahlerkosten!

Ich begrüße den Vorstoß der ÖVP, Ethik-Unterricht als Pflichtfach einzuführen, aber an Stelle des konfessionsbezogenen Religionsunterrichts.
Da jede Religion ihren Wahrheitsanspruch hat, heißt das für mich, dass bei 7 anerkannten Weltreligionen mindestens sechs davon auf Steuerzahlerkosten Lügen verbreiten.
Religion hat mit Schulbildung nichts zu tun und sollte in Gotteshäusern usw. und nicht in staatlichen Einrichtungen näher gebracht werden.
Weiters würde dann dieses Fach keine extra Kosten verursachen und unseren Kindern könnten einheitliche Verhaltensregeln näher gebracht werden.
Da für eine diesbezügliche Umsetzung eine 2/3 Mehrheit im Parlarment nötig ist, könnte diese nicht unbedingt ruhmreiche Koalition einen bedeutenden Schritt ins neue Jahrtausend setzten. Die Trennung von Staat und Kirche. In Echt.
Und sehr geehrter Kardinal: Pst!

areopagit
15.04.2008 16:19
0 0

Re: Schluss mit Lügenverbreitung auf Steuerzahlerkosten!

1. Nachdem es nicht nur ja oder nein gibt ist das Gegenteil von 7 Religionen die Wahrheit sagen, nicht 1 Wahrheit und sechs Lügen.
2. Sollte es klar sein, dass es hier um Wahrheit im Sinne der in der Sinnfrage geht.
3. Sie sind wohl sehr erfahren im Umgang mit Schule und Religion, dass sie wissen, das Religion nichts mit Bildung zu tun hat.
4. Die Abschaffung würde wesentlich höhere Kosten bringen, weil dann auch die 98% guter Religionsunterricht ausfallen, die den Menschen genau diese Werte seit jahrzehnten vermitteln, die uns heute in einem relativ friedlichen Land leben lassen. Auch Sie profitieren davon.
5. Wo ist ihr Demokratieverständnis: Billmann: Pst!

Billman
18.04.2008 17:45
0 0

Re: Re: Schluss mit Lügenverbreitung auf Steuerzahlerkosten!

ad 1: Mir ist auch klar, dass es mehrere Wahrheiten gibt, aber der kath. Kirche geht es mehr um Macht und Einfluss als um Wahrheit. Das sie des öfteren falsch liegt, hat sie schon eindrucksvoll bewiesen.
ad 2: danke, ebenfalls klar.
ad 3: es gibt schönere Märchen als dass von Adam u Eva. Sollten die auch unterrichtet und benotet werden?
ad 4: natürlich wäre eine Umstellung mit Kosten verbunden aber eine gute und wichtige Investition in die Zukunft. Der Mensch ist unter normalen Vorzeichen ein soziales und "christliches" Wesen. Die Kirche spricht es ihm nur ab und lehrt es in ihrem Namen. Das wir in irgendeiner Form von der Kirche profitieren, will ich für mich nicht gelten lassen.
ad 5: auf Menschen die sich als Österreicher anderen Staaten verpflichten, sollte unsere Regierung nicht hören.

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Re: Schluss mit Lügenverbreitung auf Steuerzahlerkosten!

finde den ansatz ethik "an Stelle des konfessionsbezogenen Religionsunterrichts" sehr gut;

die kirche hat schließlich nicht das alleinrecht auf moralisch einwandfreies verhalten gepachtet

wenn religion überhaupt irgendwo in den unterrichtsfächern vorkommen soll, dann mE wenigstens als überblick über alle anerkannten weltreligionen, so wird dann keine bevorzugt oder benachteiligt

Billman
11.04.2008 09:19
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Re: Re: Schluss mit Lügenverbreitung auf Steuerzahlerkosten!

Die Kirche hat gar kein Recht auf moralische Werte bzw. in ihrer Geschichte selten bis nie danach gehandelt. Die Kirche als Verein der Nächstenliebe zu beschreiben käme mir gleich als die NSDAP nur mit Wirtschaftsaufschwung und Infrastruktur in Verbindung zu bringen.

Bundesverfassung Art. 14. Abs. 5a: religiösen und moralischen Werten

Ach sie mal einer an, in der Bundesverfassung wird von seelischem und religiösen Gedanktentun gesprochen, gelehrt wird aber ausschließlich der atheistische Darwinismus.

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Re: Bundesverfassung Art. 14. Abs. 5a: religiösen und moralischen Werten

wenn schon religiöses gedankentum, warum dann nicht endlich schluss damit, nur das römisch-katholische anzubieten?

alle religiösen hauptströmungen wäre neben ethik eine alternative

und wäre die kirche weniger weltfremd im 21. jhdt, dann müsste der darwinismus nicht atheistisch sein

areopagit
15.04.2008 16:24
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Bitte informieren!

Der Religionsunterricht wird seit Jahrzehnten!!! von allen Religionsgemeinschaften vermittelt. Ist schon lange kein Privileg der katholischen Kirche!
Gerade weil die Kirche nicht weltfremd ist lässt sie die Kirche im Dorf. Darwinismus ist Natrukunde und nicht Religionskund!

Steininger
08.04.2008 13:43
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Geh bitte!

Da hat die Gehrer Liesel eine Stunde Geschichtsunterricht abgeschafft, wegen der Kosten. Und jetzt soll ein zusätzliches Fach installiert werden. Wer soll denn das zahlen?
Überdies schaut das nach Zwangsunterricht für Religionslose aus!

Das_Wahre
08.04.2008 10:29
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Brauchen wir Ehik? Ah ja, stimmt, da war doch was.....

Wenn ich mir die heutige Jugend so ansehe kommt mir doch glatt der Verdacht, Ethik könnte ihnen durchaus gut tun.

Diese ist nämlich, genau so wie die Religion, eine wichtige Stütze jeder reifen Gesellschaft.... Allerdings sehe ich ein Problem:

Der Religionsunterricht aller mir bekannten Menschen war eine Katastrophe, die Religionslehrer einfach vollkommen inkompetent.

Doch wie sorgen wir dafür dass es die Ethiklehrer nicht auch sind?

Sollte uns das wider Erwarten gelinden, würde ich mich darüber sehr freuen, denn wenn man westliche Werte schon nicht mehr über die Religion, aus der sie ja entstanden sind, transportieren kann, wenn wir schon unser christliches Erbe untergehen lassen (Man kann sich ja einfach bequem "abmelden"), dann sollte wenigstens ein Ethikunterricht das Allerschlimmste verhindern!...

Die Zukunft wirds uns danken!

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Und was wäre

mit Ethik-Unterricht für ALLE statt dem Religions-Unterricht?

In diesem Ethikunterricht soll dann den Funktionären aller anerkannten Religions-Gemeinschaften auch die Möglichkeit gegeben werden,ihre subjektiven Glaubens-Lehren der Jugend vorzustellen.

Noah von der Arche am Berg der Freude

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Re: Und was wäre

finde auch, dass das das sinnvollste von allen modellen ist

würde moralische werte lehren und uns wegbringen von der zwanghaften röm kath schiene

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Ethik ?

Mit der Einführung des Ethikunterricht bezieht man sich auf den Artikel 14 Absatz 5a um es zu rechtfertigen.
Ein kleiner Auszug daraus dass Sie glückliche, leisugsorientierte und pflichtreue Menschen werden.
Durch den Ethiknterricht? Falls diese nicht den Religionsunterricht besuchen wollen! Ethikunterricht ja, nur in der Volkschule.
Das Fach Sozialer-Erziehung (eine Mischung aus Politischer Bildung und Wirtschaftskunde) wäre eine größere Bereicherung für die Azubis und für die Allgemeinheit.
Inhalt
Ausbildungsmöglichkeiten. Kann ich dannach gleich arbeiten? Was würde ich arbeiten wollen? Kann man dannach eine Lehre machen? Kann ich im Ausland(Eu)eine Lehre machen.
Der Weg zum AMS würde eventuell zum teil damit erspart werden. Damit bereitet man die Azubis auf das wahre Leben vor. Ich bin kein Atheist aber wenn man sich schon vom Rel. abmeldet und etwas Neues aufgdrängt wird, dann sollte man wenigstens einen größeren Nutzen davon haben als 8 Jahre Ethikuterricht.

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Ethik ja, Religion nein!

Der Ethikunterricht wäre ein wirklich sinnvoller Ersatz für den Religionsunterricht und sollte innerhalb des Philosophieunterrichts stattfinden. Keinesfalls sind Religionslehrer dazu geeignet, da hier eine einseitige Interpretation der Ethik vermittelt wird. Wegen der Formulierung in der Verfassung und des Konkordats sehe ich angesichts der 2-Drittel Mehrheit der Koalition eigentlich einen Auftrag an diese, endlich das unselige Konkordat zu kündigen und damit die Trennung von Kirche(n) und Staat effektiv zu verwirklichen. Dass mit einem Ethikunterricht auch andere Religionsgemeinschaften betroffen wären könnte einen positiven Ausgleich zur religiösen Indoktrination bei dieser Gruppe bewirken.

Peregrin
08.04.2008 10:52
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Re: Ethik ja, Religion nein!

Restitution nicht vergessen. Sie wissen hoffentlich, dass wir den Konkordat deshalb haben, weil sich die Republik vor der Restitution von Kirchengut druecken wollte. Aber bitte, da heute alle Politiker im Restitutionsfieber sind, kann man das nun vielleicht anders loesen und den unseligen Konkordat loswerden. Es duerfte sich um Werte von so runden 50 Mrd. EUR handeln.

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Re: Re: Ethik ja, Religion nein!

ja klar, wir schulden der kirche was

es ist ja nicht so, dass sie je menschen verfolgt oder gar frauen bzw gelehrte verbrannt hätte

im lauf der geschichte hat sie auch nie gläubige unterdrückt oder sich glauben bzw vergebung der sünden zahlen lassen

--- die kirche hat genügend abgesahnt durch das konkordat (einfluss- und machtpfeiler bzw recht auf umlageneinhebung) und ist ganz sicher nicht aus uneigennutz darauf eingegangen

areopagit
15.04.2008 16:30
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Re: Re: Re: Ethik ja, Religion nein!

Ich nehme nicht an, dass Ihre Bildung nur diese und nur die negativen Seiten der katholischen Kirche kennen. Ich bin überzeuigt, dass auch Sie um die Millionen Menschen wissen, die aus ihrem Glaubens heraus in der Kirche, Caritas, bei den Hungernden, den Alten, Kranken, Strassenkindrn, ..... ihr Leben verbringen- Dass sie auch von Menschen wisse, die in der Zeit des Nationalsozialismus wegen ihres Einsatz für die Menschen ihr Leben lassen mussten.

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Re: Re: Ethik ja, Religion nein!

Einen Verein, der seit Jahrzehnten Förderungen des Staates bezieht, dessen gebäude oft vom Staat über den Denkmalschutz erhalten, der für seine Einnahmen keine Steuern zahlt, braucht man nicht weiter zu fördern, geschweige denn ihm etwas zurückgeben, das er den Menschen ohnehin genommen hat - abgesehen von der angeblichen sozialen Kompetenz dieser Organisation.

elke
09.04.2008 16:53
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Re: Re: Re: Ethik ja, Religion nein!

Die katholische Kirche wird in der heutigen Zeit leider immer noch zu wichtig genommen, obwohl sie schon vielfach ihre moralische Inkompetenz unter Beweil gestellt hat. Leider werden in Österreich die Kinder schon in der Volksschule in konfessionelle "Schubladen" gesteckt. Während Religionsunterricht isoliert und trennt, könnte Ethikunterricht, der gut durchdacht ist, und sicherlich nicht von einseitig ausgebildeten Religionspädagogen durchgeführt wird, zur Völkerverständigung und Toleranz beitragen.

Billman
19.04.2008 10:04
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Re: Re: Re: Re: Ethik ja, Religion nein!

Wunderbar formuliert!

Gast: Zyniker
08.04.2008 07:47
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ein logischer Schritt des Kardinals


nachdem Kardinal Schönborn für Religion im Biologieunterricht eintritt…

es „nicht einzusehen“ ist, dass in der Schule etwa im Biologieunterricht nur die Evolutionstheorie („materialistische Ideologie“) - ORF Morgenjournal vom 8. Feb. 07 - gelehrt wird

tritt er jetzt auch für Religion im Ethikunterricht ein…

Welches Fach ist das nächste?


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