22.05.2012 16:43 | Meine Presse Merkliste 0

OECD: Österreichs Bildungssystem unter den teuersten

07.09.2010 | 11:54 |   (DiePresse.com)

Bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Bildung liegt Österreich deutlich über dem OECD-Schnitt. Das besagt die neue Bildungsstudie der OECD. Die Ausgaben sind stärker gestiegen als die Zahl der Schüler.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Österreichs Bildungssystem gehört - umgelegt auf die Zahl der Schüler und Studenten - zu den teuersten in der OECD. Die Ausgaben pro Schüler bzw. Student betrugen 2007 von der Volks- bis zur Hochschule 10.974 US-Dollar pro Jahr - ein Wert, der rund zweieinhalbtausend Dollar über dem OECD-Schnitt. liegt. Übertroffen wird das nur von den USA (14.269 Dollar), der Schweiz und Norwegen. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2010" hervor.

Lehrer-Gehälter, Klassengröße

Die hohen Ausgaben ziehen sich durch alle Bereiche: Vom Kindergarten mit rund 6400 Dollar pro Kopf über die Volksschule mit 8600 Dollar zum wie den Sekundarbereich (Hauptschule, AHS, BMHS, Berufsschule) mit 10.600 Dollar und den Hochschulen mit 10.500 Dollar (OECD: knapp 9000) liegen alle über dem OECD-Schnitt.

Für Volksschule und Sekundarbereich hat die OECD untersucht, woher die hohen Kosten kommen: In der Volksschule liegen die Lehrer-Gehaltskosten pro Schüler in Österreich bei 2749 Dollar, um 442 Dollar höher als im OECD-Durchschnitt. Hauptverantwortlich ist aber die kleine Klassengröße in Österreich. Die unterdurchschnittliche Unterrichtszeit spart dafür Ausgaben

Ausgaben stark gestiegen

Die Ausgaben für die Bildungseinrichtungen sind in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als die Zahl der Schüler bzw. Studenten: Im gesamten Schulbereich sind die Aufwendungen 2007 fünf Prozent höher als im Jahr 2000. Die Zahl der Schüler hat im selben Zeitraum aber um drei Prozent abgenommen. Die Ausgaben pro Schüler sind deshalb um acht Prozent höher. An den Hochschulen sind die Ausgaben seit 2000 um 47 Prozent gestiegen, die Zahl der Studierenden aber nur um acht Prozent. Die Ausgaben pro Kopf sind dadurch um 36 Prozent höher.

Dagegen hat sich der Anteil der Bildungsausgaben an den Gesamtausgaben der öffentlichen Hand von 10,8 Prozent im Jahr 1995 auf 11,1 Prozent im Jahr 2007 nur leicht erhöht. Im OECD-Schnitt ist dieser Anteil von 12,1 auf 13,3 Prozent gestiegen. Gestiegen ist in Österreich auch der Anteil privater Ausgaben für alle Bildungsbereiche, und zwar von sechs Prozent im Jahr 2000 auf neun Prozent im Jahr 2007.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
furkapass
07.12.2010 10:31
0 0

Teures Bildungssystem?

Bei einem Fortbildungskurs haben die anwesenden Lehrer/-innen die Kursleiterin nach eingehender Befragung dazu gebracht, einzugestehen, dass in Österreich die Ausgaben für die Pensionen der Lehrpersonen einfach den Ausgaben für die Bildung zugezählt werden. Solches würden andere Länder nicht machen. Daher seien die im internationalen Vergleich sehr hohen Pro-Kopf-Bildungsausgaben Österreichs erklärbar!
Ein Weiteres:
Als Unterrichtsministerin Gehrer seinerzeit nach der Rasenmähermethode einfach den Schülern zwei Unterrichtsstunden gestrichen hat (angeblich, um die Kinder zu entlasten - der Stoff blieb allerdings mengenmäßig der gleiche), war darob großes Aufheulen hörbar (vor allem aus der links-rot-grünen Ecke Österreichs). Mir ist nicht erinnerlich, dass Frau Ministerin Schmied als erste Maßnahme nach ihrem Amtsantritt diese Stundenkürzung rückgängig gemacht hätte! War diese Stundenkürzung nun gut oder schlecht? War die Kürzung gut - warum dieses Aufheulen? War sie schlecht - warum hat Fr. Schmied sie nicht rückgängig gemacht?

Gast: Parteiloser
07.09.2010 17:12
0 0

Das muss in Österreich sehr teuer sein!

Immerhin unterrichten die Lehrer der Unterstufen gerade einmal 607 Stunden im Jahr, in den Oberstufen und den BHS sogar unter 600 Stunden im Jahr. Obwohl das so ist, kommen die Lehrer dann noch in jede Unterrichtseinheit ordentlich zu spät. Es wird also nur sehr wenig direkt mit den Schülern gearbeitet. Was sonst noch gearbeitet wird, das entzieht sich weitgehend der Kenntnis der Schüler aber der anderen Österreichischen Bevölkerung. Es muss sich aber um erhebliche Nebentätigkeiten handeln, weil die Lehrer dafür noch 1.200 Stunden pro Jahr ausbezahlt bekommen. Kein Wunder, dass wir 2,2 Lehrer pro Klasse brauchen.

Auch die Bezahlung der Lehrer ist ja auch nicht gerade wenig, wenn man sich die Durchschnittswerte der Bundeslehrer so anschaut: 2008 bekamen die Lehrer ein Jahresbruttogehalt von knapp 50.000.- Euro.

Gut, dass in dieser Studie die Kosten für die Ruhegenießer nicht enthalten sind. Von den Ruhegenüssen werden dann zusätzlich noch >80% von den Steuerzahlern finanziert, scheinen aber in dieser Studie nicht auf. Das wird dann unter "Soziales" gebucht.

Ich bin überzeugt, dass die Kosten des Bildungswesens weniger ein Problem für unsere Gesellschaft darstellen. Ein gewaltiges Problem haben wir mit der Leistung des Bildungswesens und mit den real erbrachten Leistungen der Lehrer. Dazu noch die irren Ruhegenüsse, welche gesellschaftlich sehr bedenklich sind.

Es ist nicht wirklich gut. Es ist dringender Handlungsbedarf.

Ö braucht mehr Sanierer als Betonierer.

0 0

Zukunftsorientiert

Unser Bildungssystem ist ineffizient, aber dafür teuer. Toll wie zukunftsorientiert unsere Regierung arbeitet.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Schlagzeilen Bildung