Uni Wien plant neues Zentrum für Lehrerbildung

01.02.2012 | 12:46 |   (DiePresse.com)

Rektor Heinz Engl will seine Uni zur Trägerorganisation der neuen Lehrerausbildung machen. Das Zentrum ist Teil der Strategieplanung für die Jahre 2013 bis 2015.

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Bereits mehrfach hat Rektor Heinz Engl betont, die Universität Wien zur Trägerorganisation der neuen Lehrerausbildung machen zu wollen. Mit der Ankündigung eines eigenen "Zentrums für LehrerInnenbildung" findet sich nun ein erster konkreter Schritt in diese Richtung im Entwicklungsplan, der nun vom Uni-Rat einstimmig genehmigt wurde. Wie die Uni am Mittwoch in einer Aussendung bekanntgab, soll die Einrichtung "als zentrale Stelle in allen Fragen der LehrerInnenbildung fungieren und auch die Kooperation mit anderen Einrichtungen als Aufgabenbereich haben".

Da politische Entscheidungen zur gemeinsamen Lehrerausbildung "noch ausstehen", will die Uni einen "besonderen Schwerpunkt" auf die Weiterentwicklung der Ausbildung legen und "selbst Schritte zur Verbesserung der Organisation" setzen. Mit 26 Unterrichtsfächern biete sie ein breites Fächerspektrum an und stelle die "größte Einrichtung für LehrerInnenbildung in Österreich" dar.

Braucht künftig mehr Geld

Das Zentrum ist Teil der Strategieplanung "Universität Wien 2015", im Rahmen derer die Uni ihre Zielsetzungen für die kommenden Jahre formuliert. Rektor Engl sieht dabei vor allem "die Verbesserung der quantitativen Betreuungsverhältnisse und das Halten der internationalen Forschungsreputation" als "zentrale Themen" an. Die Uni habe sich dank ihrer Autonomie in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, aber "um die steigenden Anforderungen auch weiter bewältigen zu können, muss die bestehende Finanzierungslücke über die Leistungsvereinbarungen geschlossen werden".

Zentrale Anliegen der Uni Wien für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode (2013 bis 2015) sind die Umsetzung der Studienplatzfinanzierung sowie die Verbesserung der Infrastruktur, wie sie im Hochschulplan vorgesehen ist. Zudem solle die Uni im Drittmittel- und Innovationsbereich sowie bei der Nachwuchsförderung weiter gestärkt und das "zukunftsweisende Studienangebot" weiterentwickelt werden.

Der Entwicklungsplan ist die Grundlage für die Verhandlungen der Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium. Bis 30. April müssen die Unis die Entwürfe für die Leistungsvereinbarungen für die Jahre 2013 bis 2015 vorlegen, bis August kann das Ministerium dazu Stellung nehmen. Die eigentlichen Verhandlungen finden erst im Herbst statt.

(APA)

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5 Kommentare
Gast: commonSense
04.02.2012 12:52
4 0

man kann lehren oder kann es nicht

man kann lehren oder kann es nicht
. . . Lehren ist eine Begabung, was nebst Talent, auch Wissen und Erfahrung bedingt. So zeigt sich die Fähigkeit zu lehren, wenn man Theorien auch praktisch umsetzen und vermitteln kann, die Voraussetzung eines Meisters, Managers und Lehrers.
Worum's geht: wie findet man die besten!?

Zentrum ohne Experten


Ich frage mich, wie die Uni Wien dieses LehrerZentrum besetzen will?
Qualitativ hochwertige LehrerInnenbildung braucht gut qualifiziertes Personal.
Allerdings gibt es in den Fachdidaktiken zu den angebotenen 26 Unterrichtsfächern nur eine hand-voll habilitierte (oder vergleichbar qualifizierte) Lehrende, die auf internationalem Niveau forschen. Und eine Behebung dieses Missstandes ist ganz offensichtlich nicht geplant: http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/727832/Rueckschlag-fuer-politische-Bildung?from=suche.intern.portal

Antworten Gast: nonSense
04.02.2012 16:12
2 0

"LehrerInnenbildung"

. . . blöder geht's nimmer.

Gast: EiEi
01.02.2012 23:48
1 0

Die Henne

gackert erst nachher.

Wäre es anders, gäbe es kein Frühstücksei.
Dabei ist so ein Ei ein großes Wunder, sehr komplex:
Nährwert, Geschmack und Lebensquelle.


Gast: Häretiker
01.02.2012 19:54
1 0

Das Haus brennt - also gießen wir Benzin hinein!

Wie möchte Rektor Engl "die Verbesserung der quantitativen Betreuungsverhältnisse" erreichen? Etwa indem er ab dem kommenden Semester die Lehrverpflichtung des (durch ebendiese quantitativen Betreuungsverhältnisse jetzt schon heillos überforderten) angestellten wissenschaftl. Personals erhöht (vielfach verdoppelt), um zwecks Einsparung möglichst alle Lektorinnen & Lektoren entlassen zu können???
Das ist ähnlich schlüssig wie der Plan des Wissenschaftsministers, die Zahl der Uni-Absolvent/inn/en durch die Wiedereinführung von Studiengebühren zu erhöhen!
Die Entscheidungsträger handeln offenbar nach dem Motto "Das Haus brennt - also gießen wir Benzin hinein!"
Diese Verarschung der Öffentlichkeit ist unerträglich!
Einer Öffentlichkeit, die sich allzu gern verarschen lässt - solange man vorhat, nur die Studierenden zur Kassa zu bitten (was angesichts der personellen Situation der Unis an Betrug am Kunden grenzt), ist ja alles in Ordnung, oder?
Wann wird die Öffentlichkeit begreifen, dass die Arbeitsbedingungen für Studierende & Lehrende, die personelle Ausstattung der Unis, & vor allem auch die Frage, in welchem Ausmaß sich die Studierenden auf ihr Studium konzentrieren können (oder nur nebenbei studieren können, weil sie arbeiten müssen, um sich das Studium leisten zu können) einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Ausbildung hat? Wollen Sie von einem "nebenbei" ausgebildeten Chirurgen operiert werden, der auf der Uni wegen Personalmangels kaum betreut werden konnte??

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