Neue Mittelschule ab nächstem Schuljahr Regelschule

Die Hauptschule gehört demnächst der Vergangenheit an. Die Neue Mittelschule hat den Unterrichtsausschuss passiert.

Neue Mittelschule Klosterneuburg, Schule, Sch�ler, Lernen, Unterricht, AusbildungFoto: Clemens Fabr
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Neue Mittelschule Klosterneuburg, Schule, Sch�ler, Lernen, Unterricht, AusbildungFoto: Clemens Fabr
(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die bisher als Schulversuch geführte Neue Mittelschule (NMS) wird ab dem kommenden Schuljahr 2012/13 zur Regelschule. Mit der Zustimmung zum Regierungsentwurf im Unterrichtsausschuss des Nationalrats durch die Regierungsparteien am Donnerstag gehört die Hauptschule der Vergangenheit an und wird schrittweise bis 2018/19 durch die NMS ersetzt. Nach Kritik vonseiten der Grünen und einzelnen ÖVP-Abgeordneten bleibt das Unterrichtsfach "Ernährung und Haushalt" weiter ein Pflichtfach, wie aus einer Aussendung der Parlamentskorrespondenz hervorgeht.

230 Millionen Euro zusätzlich

Als "historischen und entscheidenden Reformschritt, mit dem erstmals seit 50 Jahren einer neuer Schultyp mit pädagogischen Inhalten geschaffen" werde, bezeichnet SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer die Überführung der NMS ins Regelschulwesen. 230 Mio. Euro stehen dafür zusätzlich zur Verfügung. Die AHS-Unterstufe bleibt - anders als von der SPÖ ursprünglich angestrebt - bestehen, der Zug zur gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen sei laut Mayer aber "keineswegs abgefahren".

Mit der NMS, die unter anderem Teamteaching und unterschiedliche Beurteilung nach "vertiefter" bzw. "grundlegender" Allgemeinbildung bringt, könne vorerst die Kluft zwischen AHS und Hauptschule verringert werden. Auch ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon zeigte sich zuversichtlich, dass der Schritt "eine neue Art der Pädagogik und individuelle Förderungsmöglichkeiten" statt der bisherigen Leistungsgruppen bringe, "ohne das Leistungsprinzip außer Kraft zu setzen".

Rückschritt gegenüber der Hauptschule?

Kritik kam erneut von der Opposition. Der Grüne Bildungssprecher Harald Walser etwa warnte vor einer "fatalen Fehlentwicklung" und einem Rückschritt gegenüber der Hauptschule und forderte ebenso wie das BZÖ weitere Reformschritte in Richtung gemeinsame Schule. FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz indes wandte sich gegen das "ideologische Projekt der SPÖ" einer gemeinsamen Ganztagsschule und kritisierte den Zeitpunkt der Einführung vor Evaluierung des Schulversuchs.

Laut Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wird die NMS weiter evaluiert; die bestehenden Modellversuche könnten weitergeführt werden. Sie kündigte an, die Verordnung für die Lehrpläne der NMS, die dem Realgymnasium entsprechen, demnächst in Begutachtung zu schicken.

(APA)

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