Zentralmatura: Zu viele Fünfer sorgen für Aufregung

09.03.2012 | 18:33 |   (Die Presse)

Kärntner Lehrer dürften bislang nach einem rechtswidrigen Notenschlüssel beurteilt haben. Durch die strengere Beurteilungsmethode sollten Schüler auf die zentrale Reifeprüfung vorbereitet werden.

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Wien/J.n./Thea. Der Wirbel um die Zentralmatura wird stetig größer. Nun haben es die Gegner der zentralen Reifeprüfung sogar auf das Titelblatt der „Kronen Zeitung“ geschafft. Die Schlagzeile: „Zu viele Fünfer: Lehrer müssen Noten ändern!“ Demnach verteilten Lehrer an einigen Kärntner Schulen bei Schularbeiten ungerechtfertigt viele Nicht genügend. Grund dafür soll ein falsch eingesetzter Benotungsschlüssel sein, der sich an den Vorgaben zur Zentralmatura orientiert.

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Durch die strengere Beurteilungsmethode sollten Schüler auf die zentrale Reifeprüfung vorbereitet werden, die an den AHS bereits in zwei und an den BHS in drei Jahren das erste Mal stattfinden wird. Anstatt der bisher üblichen 50 Prozent, die es für ein Genügend zu erreichen galt, verteilten Kärntner Lehrer teilweise erst ab 60 Prozent richtiger Antworten positive Noten. Diese Vorgehensweise ist jedoch rechtswidrig. Wie das Unterrichtsministerium bestätigt hat, sind auch all jene Schulen, die am Schulversuch zur Zentralmatura teilnehmen, verpflichtet, Schularbeiten nach der geltenden Leistungsbeurteilungsverordnung zu beurteilen.

Dass sich Kärntner Lehrer nicht an die Vorgabe gehalten haben, sei Schuld des Bundesinstituts für Bildungsforschung (BIFIE), das die Zentralmatura für das Ministerium ausgearbeitet hat, sagt Rudolf Altersberger, Vizepräsident des Landesschulrates Kärnten, im Gespräch mit der „Presse“. Das BIFIE habe den neuen Notenschlüssel einfach an den Schulen verbreitet. Und: Das BIFIE habe eben „eine hohe Glaubwürdigkeit“, so Altersberger. Der Landesschulrat hat sich deshalb jetzt per Rundbrief an die Direktoren der höheren Schulen gewandt und sie dazu aufgefordert, den Notenschlüssel des BIFIE zu ignorieren.

Dass das BIFIE an den falschen Benotungen nicht völlig unbeteiligt ist, gesteht dieses auch ein: Denn obwohl die 60-Prozent-Regel bislang ausschließlich für den Schulversuch zur zentralen Fremdsprachen-Matura gilt, habe man den Schulen sehr wohl empfohlen, den neuen Notenschlüssel auch für Schularbeiten zu verwenden. Es habe sich dabei lediglich um eine Empfehlung gehandelt. Mehr könne das BIFIE auch nicht machen, sagt Gabriele Friedl-Lucyshyn, Leiterin des BIFIE-Zentrums Wien. In den Bereichen Deutsch und Mathematik ist überhaupt noch unklar, wie das Beurteilungsraster aussehen wird.

Dass diese neue Art der Beurteilung nun zu Problemen führe, sei damit zu begründen, dass die 60-Prozent-Regelung speziell auf die vom BIFIE ausgearbeiteten zentralen Prüfungsfragen abgestimmt wurde. „Wenn ein Lehrer eine eigene schwere Schularbeit zusammenstellt, können 60Prozent tatsächlich ein Problem sein“, sagt Friedl-Lucyshyn.

 

Übertriebener Wirbel

Wie viele Kärntner Schüler ungerechtfertigt negativ beurteilt wurden, ist noch unklar. Ursprünglich war noch von mehreren hundert Schülern die Rede, die sich eine bessere Note verdient hätten. Am Freitag relativierte Altersberger: Viele würden absichtlich „Wirbel“ um die neue Matura provozieren. Dies sei ein Versuch, Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) dazu zu bringen, den Start der Zentralmatura zu verschieben, so die Vermutung Altersbergers.

Das versuchten gestern, Freitag, auch Lehrer, Eltern und Schüler bei einem runden Tisch im Unterrichtsministerium. Doch: Schmied ließ weiter keine Zweifel daran, dass sie am geplanten Start im Jahr 2014 festhält. Sie nehme die Anregungen und Kritik der Schulpartner aber sehr ernst. Nach Einarbeitung aller Stellungnahmen soll die neue Reifeprüfungsverordnung nochmals „intensiv“ mit den Schulpartnergruppen besprochen werden.

Auf einen Blick

Die Zentralmatura soll an den AHS erstmals ab 2014 stattfinden. Ein Jahr später folgen die BHS. Die Matura wird künftig aus drei Säulen bestehen. Neben dem teilweise zentral vorgegebenen schriftlichen Teil und dem von den Schulen gestalteten mündlichen Teil wird eine vorwissenschaftliche Arbeit (AHS) bzw. eine Diplomarbeit (BHS) zu verfassen sein. Beurteilt werden soll nach einem einheitlich vorgegebenen Raster.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2012)

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40 Kommentare
 
12

Re: Empfehlund des Bifie für die Matura

*loool*
Das Ministerium selbst hat die 60% (und dann auch noch in M nicht in den Sprachen) "verordnet".
GENIAL!!!
Danke für den Link.

Gast: Beno
11.03.2012 11:27
0

PISA

Mit PISA wird es sich dann, in einigen Jahren erweisen ob die Änderungen etwas gebracht haben, dann gibt es einen internationalen zentralen Test.
Es wird hier meistens nur über die Bewertung und den Schwierigkeitsgrad der Prüfungen gestritten, über den Inhalt der Lehrpläne fast nie. Da wissen die wenigsten Lehrer was außerhalb der Schule im Leben wirklich gebraucht wird.

Es wird nix passieren

Ob die angedachte Zentralmatura 2014 kommt oder nicht - Tatsache ist: es wird nix passieren, alles andere wäre eine unösterreichische Lösung.
Der seitens des Ministeriums angedachte Idealfall ist natürlich: die Matura findet statt, die Beispiele, Themen werden so einfach sein, dass eben nichts passiert,.. und bei der mündlichen Matura gibt es ja genügend Interpretationsspielraum,...
so wird es kommen, so wird es sein,... und alle wahren das Gesicht, außer BM. Schmid läuft aus dem Ruder,..., dass dies nicht geschieht, dafür wiederum wird Herr Faymann sorgen,

Re: Es wird nix passieren

Genau zu 100%, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Und genau so wird es dann 20, 30, ... Jahre wieder weitergehen wie bisher.

Ungerechtfertig viele Fünfer

Was für ein Quatsch! Die Schüler bekommen jetzt in der Regel auch Schularbeiten, die anders aussehen. Statt der viel gefürchteten Textproduktionen in den Fremdsprachen wird jetzt viel mehr Lese und Hörverständnis und auch Wortschatz und Grammatik abgefragt. Alles Zeugs, das man lernen kann. Die Schüler mit 50 durchzulassen und dann in der Matura 60 % zu verlangen, ist verantwortungslos. Dazu kommt einfach, dass mit der neuen Matura die Fleißigen viel bessere Chancen haben als die Spekulanten, ....
Aber eines ist trotzdem sicher. Die Einführung dieser Zentralmatura ist eine einzige Baustelle. Und damit nicht genug. Dieses Haus hat schon sehr viele Mängel. Das reicht aber dem Ministerium nicht aus ...es muss noch eine 2. Baustelle her ...die modulare Oberstufe.

Gast: sisterle
10.03.2012 11:16
1

Paradigmenwechsel tut not

Traurig mit welch traumwandlerischen Sicherheit die falschen Schritte gesetzt werden
Sehr empfehlenswert:
http://www.youtube.com/watch?v=zDZFcDGpL4U

Was solls?

Besser sind die Schüler dadurch nicht geworden.

Halbe Kenntnisse sind keine Kenntnisse - etwas halb zu wissen, heist gar nichts zu wissen. Mit anderen Worten: Nicht genügend.

Ich kann mich gut an Zeiten (TU) erinnern, da gab's erst über 70% ein "Genügend".

warum lässt man die Jugend mit solchen Illusionen aufwachsen - und wundert sich dann, dass die von den Anforderungen des realen Lebens (von dem Lehrer leider meist keine Ahnung haben) völlig überrascht, frustriert und überfordert werden?

Nur die Besten schaffen das reale Leben wirklich!

Es gibt keinen rechtswidrigen Notenschlüssel

weil es überhaupt keinen Notenschlüssel gibt.

§14 LBVO: Mit „Genügend'' sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt.

Wichtig sind die Begriffe "in wesentlichen Bereichen" und "überwiegend". Es reicht also nicht, generell mehr als die Hälfte zu wissen, sondern in den wesentlichen Bereichen.

Die Bewertung mit Punktesystemen und Prozenten ist im Gesetz nirgends vorgeschrieben.

Ein Lehrer, der weder Punkte noch Prozente dazuschreibt, handelt daher gesetzeskonform und ist überdies weniger angreifbar.

Gast: Insider, kein Outsider
10.03.2012 09:52
3

50 oder 60%

In 2 Jahren treten die ersten Schüler zur zentralen neuen Reifeprüfung an. In Englisch wird dort definitiv 60% verlangt, um die schriftliche Matura zu bestehen.

Sinnvoll wäre deshalb, in den Jahren zuvor nach den gleichen Kriterien zu beurteilen, wie bei der Reifeprüfung, sonst kommt bei der Matura das böse Erwachen.

Meines Wissens gibt es für die Oberstufe die Empfehlung, nach ähnlichen Kriterien wie bei der Matura zu korrigieren, und gemäß Assessment Scale für das angestrebte Niveau B2 ist 60% = pass grade.

Zu viele Fünfer sorgen für Aufregung... Tja! That's life! Es gibt einige "Winners" und jeeeeeeede Menge Loooooooooooosers!!! Man kann nicht alles haben!!!

Darwin schau oba!

Gast: 1. Parteiloser
10.03.2012 08:52
5

Ein Horror!

Um das zu erkennen muss man sich nur klar machen, dass gestritten wird ob 40% Unfähigkeit und Unwissen reichen soll oder es doch mit 50% Unwissen und Unfähigkeit bei den notwendigen Kernfähigkeiten auch zu einem positiven Abschluss kommen soll.

Mit der Beurteilung der Fähigkeiten von Schülern muss in Österreich überhaupt etwas im Argen liegen.

Immerhin hat Österreich bei den Absolventen der Grundschulen eine 28% Quote mit ungenügenden Lesekenntnissen, dazu noch 23% mit Schwierigkeiten bei den Grundrechenarten, trotzdem haben aber fast alle positive Benotungen im amtlichen Zeugnis!

Die Beurteilungen / Benotungen können niemals auch nur so ca. korrekt sein.

Ist das nun eine Dokumentenfälschung?

Keine Frage, dass schon der Gesetzgeber versagt hat, welcher keine präzisen Vorgaben gibt. Es scheint aber auch bei der Anwendung der schwammigen Vorschriften zusätzlich erhebliche Fehler zu geben.

Das muss doch ein Horror für eine Gesellschaft sein. Ein Horror für die Verantwortlichen der nächsten Bildung / Ausbildungsstufe. Es muss aber auch für die Betroffenen eine Horror sein, welchen jede Möglichkeit auf die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten genommen wird.

Ist das Bildungssystem als Ganzes ein Horror?

Re: Ein Horror!

Ja, Dokumentenfälschung sogar per Weisung bzw. druck von allen Seiten.

Da es ja weniger bis keine 5er mehr geben darf - schon gar nicht in der so tollen NMS - werden neben neuen 7-teiligen Notenskalen auf die Lehrer Druck ausgeübt, damit sie keine 5er geben.
Da viele Lehrer nur mehr Vertragsbedienstete (und nicht pragmatisiert) sind und auch nicht wenige gar nur 1-jahresverträge haben, nicken sie das (ich weiß es von einigen: mit großen Widerwillen und Unwohlsein) ab und geben keine 5er.

Und in der Volksschule wiederholt sich das ganze mit der Note 3, da man mit dieser nicht automatisch in die AHS kommt (da kommen dann als Druckmittel noch die Eltern und der Familienanwalt mit in die Sprechstunde).

Und die (gesellschaftlich gebashten und sowieso für alles schuldigen und unfähigen) Lehrer beugen sich irgendwann einmal den psychischen und gesellschaftlichen Druck und geben (auch zum Selbstschutz und Existenzerhalt) nach.

Und beide aufgezeigten Fälle sind leider bei weitem KEINE Einzelfälle.

Re: Re: Ein Horror!

interessant dass ihrer Meinung nach nur die PRAGMATISIERUNG das Heilmittel für die Schule ist.

Re: Re: Re: Ein Horror!

Nein nicht Pragmatisierung aber eine klare Rechtssicherheit, wo sich dann auch der Lehrer darauf berufen kann.
Und vorgesetzte Stellen, die nicht danach handeln, ob es halt ein normaler Einspruch ist, sondern einer von einem "Freund".

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
10.03.2012 18:07
0

Re: Re: Ein Horror!

Wahrscheinlich ist es auch so wie Sie beschrieben haben. Eine Reduktion der Fähigkeiten der Absolventen durch Befehl von oben!

Ich frage mich nur warum die Standesvertretung der Lehrpersonen, welche als obersten Vertreter sogar den NR Präsi hat, die Korrekturen noch nicht eingefordert hat.

Es kann doch nicht sein, dass sich 124.000 Lehrpersonen gegen die durchgeknallten Parteibonzen und Parteibonzerln nicht durchsetzen können. Wenn das so ist, dann sind Österreichs Lehrpersonen doch kein Persönlichkeiten sondern nur Lulu, oder?

Re: Re: Re: Ein Horror!

Naja, wenn es dann Punkte gibt, wo Lehrer bzw. ihre Gewerkschaft NEIN sagen, was passiert dann?
Mediale Hetzkampagne von Krone bis Standard, mit Inseraten des BMUKK gefüttert, Nein-sager, Betonierer, Verweigerer, eh klar - sagen immer zu allen nein, ....

Kommen ihnen diese Vorgänge bekannt vor aus den letzten Jahren?

Leistung muss sich lohnen, es muss (nachhaltige, bewusstseinsbildende und auch spürbare (natürlich nicht körperlich!!!)) Konsequenzen für Fehlverhalten oder unentschuldigtem Fernbleiben geben.
All das wären langjährige Forderungen, aber anstatt eine Linie rein zu bringen, und Grenzen zu definieren und auch konsequent durchzuziehen (doch eine Maxime in der Erziehung von Kindern!) wird alles immer mehr und mehr verwässert und untergraben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
11.03.2012 10:41
0

Re: Re: Re: Re: Ein Horror!

Wozu haben die Lehrer und grausigen Gewerkschaften in den letzten 30 Jahren Nein gesagt?

Es war immer bei einer Korrektur der geringen Leistungsanforderungen an die Lehrpersonen!

Die Gewerkschaft und die Lehrpersonen haben niemals etwas gefordert was wirklich den Schülern zu Gute gekommen wäre. Wenn in diese Richtung argumentiert wurde, dann war das immer mit einer weiteren Reduktion der eigenen Leistungsanforderung verbunden.

Das Resultat dieser Vorgangweise über Dekaden zeigt nur auch ordentlich Wirkung.

- Kaum Leistungsanforderungen an die Lehrpersonen und kaum mehr Leistungsanforderungen an die Schüler haben die Fähigkeiten der Absolventen nachhaltig gedrückt.

- Die Österreicher brennen schon für 124.000 Lehrpersonen und damit um 54% mehr für die Grundschulen als in D!

Bei dieser Sachlage darf es doch nicht verwundern, dass es einen leichten Aufschrei der Gesellschaft gibt.

Es ist doch keine Hetzkampagne, es ist eine Kritik an den Fehlentwicklungen. Fehlentwicklungen, welche bei den, im kollektiv faulen, Lehrpersonen und den Versagern der Gewerkschaft einbetoniert wurden.

Tatsache ist, dass sich bei Lehrpersonen auch keine Leistung lohnt. Die irren Ruhegenüsse von den Bundeslehrpersonen in der Höhe von über 50.000.- EUR pro Jahr beweisen die deutlich.

Irgendwie sind die Lehrpersonen Totalversager per Gesetz geworden!

Antworten Gast: Holzapfel
10.03.2012 09:24
0

Re: Ein Horror!

Da haben Sie einerseits recht. Andererseits war auch ich (und ich habe mich seither beruflich eher übernormal entwickelt) in einigen Fächern verheerend, und zwar in denen, die ich mit einer mit heute selbst unbegreiflichen Faulheit verweigert habe. In anderen, die mir heute nützen, war ich hervorragend. Insgesamt habe ich es immer geschafft, durchzukommen. Wenn aber jetzt auf Grund einer offenbar vom Ministerium verschuldeten Konfusion einfach das Gesetz gebrochen wird, kann das nicht toleriert werden. Hier geht es selbstverständlich nicht um die Lesefähigkeit und dergleichen, sondern um die Maturafächer.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
10.03.2012 18:29
0

Re: Re: Ein Horror!

Nach Ihrer Logik braucht man für die Maturafächer keine Lesefähigkeit und dergleichen!

Ich sehe das aber doch ganz anders!

Gast: gast:1
10.03.2012 08:44
4

lächerlich...

Österreich ist so ein sehr kleines Land und dennoch hält man (auch in Zeiten von GlasfaserNetzen) daran fest es in 9 Verwaltungseinheiten zu zerteilen die dann auch noch un-einheitliche Vorschriften haben.

das ist sehr lahm.

1.) weg mit den Landeshauptleuten
2.) weg mit dieser Regionalgesetzgebung.

Gast: Insider1
10.03.2012 08:29
2

Was steht wirklich im Gesetz

Mit „Genügend'' sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt.

Ich frage mich seit Beginn der Diskussion: wo steht geschrieben, dass bei einer Aufschlüsselung nach Punkten 50% der Weisheit letzter Schluss sind, diese "griffige" Formulierung zu erfüllen!

Von 50% steht genauso wenig im Gesetz wie von 60% - also was soll das Gerede?

Antworten Gast: Insider, kein Outsider
10.03.2012 09:55
0

Re: Was steht wirklich im Gesetz

"Von 50% steht genauso wenig im Gesetz wie von 60%".

Bei der Matura sind die 60% impliziert. Schauen Sie sich mal den Assessment Scale für Englisch / Niveau B2 an (abrufbar auf der BIFIE-Website). Dort ist in jeder der 4 zu beurteilenden Kategorien jeweils das 6/10 ein "pass", sprich 60%.

Re: Re: Was steht wirklich im Gesetz

also wo steht das?
vom BIFI verlangt!
wer ist das BIFI?
sind wir schon wieder soweit, dass wir alles ungefragt machen, was da irgendwer vorschreibt
lehrer dürften auch noch denken
verordnungen sind noch immer einzuhalten, und das BIFI hat dieses recht der "verordnung" noch nicht
im übrigen: thema durchlässigkeit
wie wird die passmark in der NMS festgesetzt, von wo dann ja "alle" in die AHS gehen können?


Re: Re: Re: Was steht wirklich im Gesetz

> also wo steht das?
"Mit „Genügend'' sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt." steht in der Leistungsbeurteilungsverordnung.
> wer ist das BIFI?
Der Nationalrat hat mit 1. Jänner 2008 das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung (BIFIE) des österreichischen Schulwesens errichtet.
www.bifie.at
> sind wir schon wieder soweit, dass wir alles ungefragt machen, was da irgendwer vorschreibt
nicht "irgendwer vorschreibt", sondern die "Schulbehörde und das BIFIE empfehlen"
> lehrer dürften auch noch denken
Das tun sie, das kann ich Ihnen versichern.
> verordnungen sind noch immer einzuhalten
Natürlich, aber in der Verordnung steht nichts von Prozenten!
> wie wird die passmark in der NMS festgesetzt, von wo dann ja "alle" in die AHS gehen können?
Das ist eine Frage, die sich viele Lehrer der Oberstufe täglich mehrmals stellen.

Kein Wunder bei einer

Ministerin,die an der Pleite der Kommunal-Kredit-Bank beteiligt war.

Als Versorgungsposten für gescheiterte Bankerinnen ist aber unser Bildungssystem nicht geeignet.

Da kommt sicher die nächste Pleite.

Also ab mit ihr als Direktorin eines Theaters oder eines Museums,denn in der Kultur kennt sie sich anscheinend aus,aber sicher nicht im Bildungssystem.

 
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