Wien: Bis 2022 18 neue Ganztagsschulen und elf Kindergärten

16.03.2012 | 14:43 |   (DiePresse.com)

Bis 2022 will die Stadt Wien 18 neue Ganztagsschulen und elf neue Kindergärten bauen. Sie sollen größtenteils als Campus-Modell realisiert werden.

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Wien baut in den kommenden Jahren insgesamt 18 neue Ganztagsschulen und elf Kindergärten. Bis 2022 sollen elf Volksschulen, drei Hauptschulen und vier Sonderpädagogische Zentren mit insgesamt 255 Klassen entstehen, kündigte Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) am Freitag im Rahmen der Klubtagung der Wiener SPÖ in Rust an. Elf der insgesamt zwölf Standorte werden als Campus-Modell, wo sich etwa Kindergarten, Volks- und Hauptschule unter einem Dach befinden, realisiert. Insgesamt schlagen die Einrichtungen mit 700 Mio. Euro zu Buche, wobei die Stadt in Zeiten knapper Geldmittel mit privaten Investoren zusammenarbeiten muss.

Bei der Wahl der Standorte richte man sich nach der prognostizierten Bevölkerungs- und Stadtentwicklung, so Oxonitsch. Im Fokus stehen Regionen jenseits Donau wie Stadlau, Kagran oder Stammersdorf, der Hauptbahnhof und die Seestadt Aspern sowie der Süden und Westen Wiens mit den Bereichen Atzgersdorf, Innerfavoriten und Gasometer. In vier Campus-Bauten werden auch Sozialpädagogische Zentren untergebracht, wo Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden.

Mit den Neubauvorhaben erhöht sich übrigens die Zahl der Campusstandorte deutlich. Derzeit gibt es zwei derartige Bildungskonglomerate, im Herbst kommt mit jenem in Donaufeld ein dritter dazu. Bis 2022 werden es dann 14 sein.

Kooperation mit privaten Investoren

Bei der Finanzierung ist Wien auf die Kooperation mit privaten Investoren angewiesen. Einzelne Schulen werden für die Stadt errichtet und an diese verleast bzw. vermietet. Aus dem Rathausbudget kommt ein voraussichtlicher Eigenmittelanteil von 330 Mio. Euro. Insgesamt kosten die Projekte 700 Mio. Euro. Parallel dazu geht die Umstellung bestehender Einrichtungen in Ganztagsschulen weiter. Bis Herbst werden sieben Volksschulen in ganztägige Standorte umgewandelt. Damit hat Wien dann 36 Volksschulen, vier Hauptschulen und drei AHS, die als Ganztagsschulen geführt werden.

Auch Weiterbildung wird ausgebaut

Auf (Weiter-)Bildung will die Stadt auch zwecks Ankurbelung des Arbeitsmarkts setzen. Schließlich soll bis 2015 der Anteil von Fachkräften erhöht und gleichzeitig jener der gering qualifizierten Erwerbspersonen deutlich reduziert werden. Denn aktuell weisen 55 Prozent der Wiener Arbeitslosen maximal einen Pflichtschulabschluss auf. Zum Vergleich: Der Anteil der Akademiker bzw. Fachhochschulabsolventen in der Arbeitslosenstatistik liegt bei nur sieben Prozent, rechnete Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) in Rust vor.

Deshalb will man bis zum Herbst einen sogenannten Qualifikationsplan ausarbeiten, der Maßnahmen und Zielvorgaben beinhalten soll, wie das Level der potenziellen Arbeitskräfte gehoben werden kann. Brauner kündigte den Start der Umsetzung für Anfang 2013 an, die erste Phase wird bis 2015 laufen. Nötig sei die Maßnahme insofern, da es trotz eines Rekordwerts von 772.000 Arbeitsplätzen im Februar erneut einen Anstieg der Menschen ohne Job gab - nämlich auf gut 90.000 Personen, was einem Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet.

Rund um die Bereiche Beruf und Weiterbildung steht den Wienern ab sofort eine neue Infohotline zur Verfügung. Unter der Nummer 0800 86 86 86 erhalten Hilfesuchende Auskunft bezüglich Arbeitssuche, Förderung und Jobchancen.

(APA)

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