Türkischer Schüler: "Faustschlag" war übertrieben

23.03.2012 | 17:16 |   (DiePresse.com)

Die Wogen in türkischen Medien gehen hoch, nachdem Schüler über schlechte Behandlung durch österreichische Lehrer geklagt haben.

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Medienberichte über angebliche Misshandlungen türkischstämmiger Schüler an ihrer Schule hat die Direktorin des Gymnasiums Ettenreichgasse in Wien-Favoriten energisch zurückgewiesen. Ein zwölfjähriger Schüler hatte sich über die schlechten Behandlung durch die Lehrer beschwert, die sich insbesondere gegen Türken richte. "Einmal hat mich ein Lehrer sogar mit der Faust geschlagen", wurde das Kind zitiert.

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In türkischen Medien waren die Wogen nach der Äußerung hoch gegangen. Berichtet wurde über die Episode unter anderem bei CNN-Türk sowie in den Zeitungen "Radikal" und "Star". Die Berichte stützen sich auf Meldungen der Agenturen Anadolu Ajansi (AA) und Dogan Haber Ajansi (DHA). Minister Davutoglu sei völlig überrascht gewesen, hieß es in den türkischen Medienberichten. "Ist das euer Ernst?" habe der Minister die Schüler gefragt. Davutoglu dankte den Schülern demnach für ihren Mut, das Thema zur Sprache zu bringen.

Vorfall nicht richtig dargestellt

Inzwischen habe der Schüler inzwischen eingeräumt, dass er einen vier Wochen zurückliegenden Vorfall nicht richtig dargestellt habe, sagte Direktorin Reingard Glatz am Freitag. Offenbar habe der betreffende Schüler das "Bad in der Menge genossen". Es sei ihm aber scheinbar nicht bewusst gewesen, was er mit seinen Äußerungen gegenüber dem Außenminister angerichtet habe.

Sie habe den Schüler sowie auch den beschuldigten Lehrer daraufhin zu dem angeblichen Vorfall befragt, so die Direktorin "Es hat sich herausgestellt, dass sich der Schüler in einer Turnsaal-Umkleide aufgehalten hat, wo er nicht sein durfte. Daraufhin hat der Lehrer ihn an der Schulter genommen und hinausgeführt", schilderte Glatz den Vorfall.

Positives Klima nicht erwähnt

In den 13 Jahren Tätigkeit an ihrer Schule sei ihr noch kein Vorfall zu Ohren gekommen, wo Lehrer Schüler geschlagen hätten, betonte die Direktorin. Dass der beschuldigte Lehrer den Schüler geschlagen habe, halte sie für ausgeschlossen. Zudem hätten Schüler an ihrer Schule mit türkischen Wurzeln mit türkischen Medien Kontakt aufgenommen und vom positiven Klima an der Ettenreichgasse erzählt - was aber nicht erwähnt worden sei.

Das Gymnasium in Wien-Favoriten war wegen des hohen Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund für einen gemeinsamen Besuch des türkischen und österreichischen Außenministers ausgesucht worden. Der Schüler, der den Medientrubel ausgelöst hatte, entstammt einer türkischen Familie, ist aber in Wien geboren.

(Red./APA)

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186 Kommentare
 
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Gast: Alexandra
28.03.2012 20:36
1 0

Fr. Direktor Glatz hat recht

Ich geh jetzt in diese Schule seit 7 Jahren und habe schon fast alle Lehrer einmal gehabt und keiner von ihnen hat jemals einen Schüler geschlagen. Sie haben maximal das Klassenbuch auf den Lehrertisch fallen lassen. Immer wenn sie wütend waren haben sie uns Schüler IMMER nur angeschrien und unsere Eltern verständigt.

NIE wurde ein Schüler geschlagen!!!!!!
NIE
NIE
NIE

Soso.

Na, in welcher Garderobe wird er wohl gewesen sein, der kleine W...Schlingel?

Gast: mit blassblauer Frauenhandschrift
26.03.2012 15:57
3 0

Schmerzensgeld

Wenn ich durch die Lügen eines Schülers zu Unrecht via Medien verurteilt würde, hätte ich keine Skrupel, den Schüler - beziehungsweise seine Eltern - auf Schmerzensgeld zu klagen. Denn die Lehrer sind kein Freiwild, auf die man jederzeit ungerechtfertigt hinschlagen kann.
In der Zeitung zu stehen bedeutet, eine außerordentliche psychische Belastung aushalten zu müssen. Nicht nur, dass man in seinem Umfeld an den Pranger gestellt wird, hat man auch noch die Sorge, seinen Job loszuwerden. 10000 Euro Schmerzensgeld wären gerechtfertigt. Und das nächste Mal überlegt sich der Schüler, was er öffentlich anzeigt.

7 0

"FAUSTSCHLAG"

Hat sich eigentlich schon jemand bei dem Lehrer entschuldigt ??? Wahrscheinlich nicht.........;-(((

9 0

Inzwischen habe der Schüler inzwischen eingeräumt, dass er einen vier Wochen zurückliegenden Vorfall nicht richtig dargestellt habe,

na hauptsache man konnte wieder auf unser doch wohl zu humanes Land hindre.schen; wäre derartiges wirklich passiert, hätte es bereits wenige Stunden später einen Aufschrei der besonderen Art gegeben, und die Medien wären tagelang damit beschäftigt gewesen, ihre Titelseiten dadurch füllen zu können.

Hier zeigt sich aber erneut auch dass der Druck von "aussen" auf uns immer grösser wird, je mehr man es zulässt.

Aber es war ja wieder "nur" ein Schulbubenstreich der allerdings weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen konnte, denn im Ausland ist die Richtigstellung sicherlich nicht angekommen, bzw wird dort gar nicht wahrgenommen.


Re: Inzwischen habe der Schüler inzwischen eingeräumt, dass er einen vier Wochen zurückliegenden Vorfall nicht richtig dargestellt habe,

Wenn es sich um ein inländisches Kind mit demselben Verhalten gehandelt hätte, hätte man halt auf den Lehrer hingedroschen.
Auf ein Dementi würde man dann ebenfalls vergeblich warten.
Die Medien verdienen durch ihr aggressves Vorgehen, hinterlassen Scherben, und der Rest interessiert keinen mehr.
Ohne die Dummheit der Medienkonsumenten geht freilich gar nichts.

5 0

Re: Inzwischen habe der Schüler inzwischen eingeräumt, dass er einen vier Wochen zurückliegenden Vorfall nicht richtig dargestellt habe,

Aha...........der liebe Bub geht auf's Gym und kann nichtmal einigermaßen "deutsch" ???

Re: Re: Inzwischen habe der Schüler inzwischen eingeräumt, dass er einen vier Wochen zurückliegenden Vorfall nicht richtig dargestellt habe,

...ist heutzutage, fürchte ich, keine Selten-/Besonderheit mehr...
:-(

Gast: Hansi Schimpansi
25.03.2012 11:40
14 0

Cui Bono?

Wenn einer glaubt, dass das "spontane" Auftreten des Schülers gegenüber "seinem" Außenminister Davutoğlu tatsächlich spontan war, ist naiv.

Kleine Ursachen - Große Wirkung. Wetten, das Dementi des Schülers wird in der Türkei nicht kolportiert.

Ja, wir Österreicher geben diesen Leuten eine Heimat und sie wollen unser Land in den gleichen radikalen Scherbenhaufen der Gewalt verwandeln.

Wer da mitmacht ist selbst schuld.

Gast: Holzapfel
25.03.2012 08:40
10 1

Man muss das differenziert betrachten.

1) hat sich ein pubertierender Repetent in den Mittelpunkt geflunkert. Das kommt in allen Ethnien vor. 2) haben sich Schmierblätter aus Sensationsmache der Sache angenommen und erwachsene Menschen den für jeden ersichtlichen Blödsinn geglaubt, weil er in ihr Weltbild gepasst hat. Auch das kennen wir, unabhängig von den Weltbildern. 3) frage ich mich, weshalb ich hier lesen muss, die Anschuldigung sei „übertrieben" gewesen. Gelogen war sie, und ich will besser gar nicht wissen, bei welcher Umkleidekabine sich der junge Herr herumgetrieben hat (haben wir auf den Schikursen auch versucht). 4) wäre es interessant, weshalb der Bub die Klasse wiederholt hat. Liegt es an Problemen mit der deutschen Spache, und er ist womöglich in den Naturwissenschaften hochbegabt? Oder ist er für ein Gymnasium ungeeignet und wurde unter dem Druck der von oben verordneten Leistungsfeindlichkeit eingeschult, wo er zu seinem eigenen Besten nichts verloren hätte? Wer hat ihm dann in der Volksschule Gymnasialreife bescheinigt? 5) und letztens aber: eine typische Spindelegger-Aktion, patschert, vorauseilend, allseits ersichtliche Probleme von Amts wegen für nicht existent erklärend. Der gehört in die Neue Mittelschule versetzt, nicht die Familie eines pubertierenden Rotzbuben abgeschoben, wie hier auch schon gefordert wurde.

Gast: so what
24.03.2012 22:23
0 0


"Ist das euer Ernst?" ...

...habe der Minister die Schüler gefragt. Davutoglu dankte den Schülern demnach für ihren Mut, das Thema zur Sprache zu bringen.

Völlig spontan hat sich der "Bub" an "seinen" Minister gewandt. Natürlich war das nicht vorher schon geplant und eingefädelt. Das machen die Türken nicht.

Mich erinnert das an kleine Begebenheiten, die plötzlich riesige Auswirkungen in der Geschichte hatten. Österreichische Lehrer schlagen arme kleine Türkenkinder...am Ende sogar im Auftrag der Regierung! So wird es vieleicht in den Gehirnen der Türken hängenbleiben.

Cui bono? - Wem nützt es am Ende? Das ist ohnehin offensichtlich. Bravo Spnidi.

Antworten Gast: jodeldidodeldu
25.03.2012 11:05
4 0

Re: "Ist das euer Ernst?" ...

wenn das türken daran hindert,nach ö zu kommen ist es eine gute aktion gewesen.wie man sieht,braucht solche leute hier niemand.

ruhe bewahren

Stadt Wien und Österr. Außenministerium demonstrieren gegenüber der TK die laufenden Integrationsbemühungen in einer Favoritener Paradeschule.
Beim Rapport kamen eklatante Fehlleistungen
im Schulleben zu Tage.
In der Ettenreichgasse sollte im Deutschunterricht Türkmens Buch "Wir kommen" gelesen werden. Auch vom Lehrkörper. Provokation auf lustig.

24 0

Da hat sich Herr Spindelegger

aber einen ordentlichen Schiefern eingezogen. In gebückter Haltung verliert man leicht die Übersicht.
Ob er aus Schaden klug wird? Ich denke nein.

Wenn diese Lüge...

Türken davon abschreckt, nach Österreich einzuwandern – umso besser.

Antworten Gast: Walter Seebauer
24.03.2012 19:53
4 26

Re: Wenn diese Lüge...

ausreicht, "konservativen" Pöbel zu demaskieren, hat der Schüler mehr erreicht, als alle Sozialstudien.
Als ÖVP-Anhänger schäme ich mich für viele Kommentare, die hier unter dem Begriff konservativ abgegeben werden.
Berechtigte Kritik ja, Fremdenhass NEIN.

Gast: trkce
24.03.2012 17:28
58 1

Wieso schreiben Sie "Übertreibung"? War das nicht einfach eine FAUSTDICK LÜGE zum Nachteil Österreichs, des Gastlandes?


Gast: josina
24.03.2012 16:58
38 0

zustände in der türkei und in österreich

wenn ein lehrer in österreich es wagt, einen österreichischen schüler zu schlagen, ist er eine stunde später suspendiert.

wenn er es wagt, gegen einen muslimischen schüler die hand zu erheben, ist nicht nur er selbst suspendiert, zusätzlich muss die unterrichtsministerin zurücktreten.

es ist sehr aufschlussreich, dass die türkischen medien dieser lügengeschichte aufgesessen sind. sie schließen wohl von den türkischen zuständen auf österreichische ...

Re: zustände in der türkei und in österreich

GENAU!!! Mehr braucht man dazu nicht sagen!

Re: zustände in der türkei und in österreich

http://mobil.derstandard.at/1292462495536
bitte lesen

Antworten Antworten Gast: josina
25.03.2012 14:26
2 0

Re: Re: zustände in der türkei und in österreich

o.k., der lehrer wurde vom unterricht suspendiert - auf verdacht! wo ist also das problem?

wie geht eigentlich der türkische gesetzgeber mit diesem problem um? werden übergriffige lehrer vom dienst suspendiert? oder gibt es dieses problem in der türkei nicht?

und warum meint der türkische außenminister, dass es in österreich mut erfordert, dieses thema zur sprache zu bringen?

Re: Re: Re: zustände in der türkei und in österreich

natürlich gibt es das problem in der türkei auch, niemand hat das gegenteil behauptet;
nur, dass es in ö überhaupt nicht vorkommt, stimmt nicht.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: josina
25.03.2012 16:18
3 0

Re: Re: Re: Re: zustände in der türkei und in österreich

das habe ich auch nicht behauptet

16 0

Re: zustände in der türkei und in österreich

BRAVO !!! Sie sprechen mir aus der Seele

Gast: Aline9
24.03.2012 16:34
1 43

Endlich

wird der Schulrat aktiv. Soetwas kann man doch nicht anstehen lassen.
Und den vielen Türkischfeindlichen Usern möchde ich hier miteilen, in der Türkei ist noch nie ein österreichisches Kind gesclagen wurden.

 
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