Uni-Kindergarten: ÖH kündigt Vertrag mit Betreiber

26.03.2012 | 14:42 |   (DiePresse.com)

Nach einem monatelangen Streit um die Vergabe der Hortplätze sucht die ÖH nun einen neuen Betreiber für den Uni-Kindergarten im Alten AKH. Eltern protestieren.

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Nach einer monatelangen Fehde ist es nun fix: Die Hochschülerschaft der Uni Wien sucht einen neuen Betreiber für den Kindergarten im Alten AKH. Die ÖH hat den Vertrag mit dem Verein StudentInnenkinder, der den Kindergarten seit 40 Jahren in Elternververwaltung betreibt, nun gekündigt. Ein entsprechender Antrag der ÖH wurde bei der Sitzung der Uni-Vertretung (UV) am Freitag angenommen, heißt es in einer Aussendung.

Der Grund: Ein Streit um die Vergabe der 25 Hortplätze, die der Verein zuteilt - nur die 43 Kindergartenplätze vergibt die ÖH. Vor etwa einem Jahr hat der Verein neue Kriterien zur Vergabe erarbeitet. Dabei, so der Vorwurf der ÖH, sei die Frage, ob schon Geschwister dort betreut werden und ob die Eltern schon länger im Verein engagiert sind, wichtiger gewesen als die Frage, ob die Eltern studieren.

ÖH kritisiert Vertragsbruch

Für die ÖH ist das ein "Vertragsbruch". Es sei essentiell, dass die Bevorzugung von Kindern von Studierenden sowie die Beachtung der sozialen Situation der bewerbenden Eltern die wichtigsten Kriterien für die Aufnahme darstellen. Mit der Vertragskündigung will die ÖH "die Voraussetzungen für einen Neubeginn" schaffen. Die Suche von potenziellen neuen Vertragspartnern soll dieser Tage starten. Auch der derzeit tragende Verein habe die Möglichkeit, "das Vertrauen zurückzugewinnen", heißt es.

Der Verein StudentInnenkinder will sich laut Aussendung jedenfalls abermals um die Kinderbetreuung im Alten AKH bewerben. Große Hoffnung habe man aber nicht, so Vater Michael Wissgott. Am Freitag verliehen die betroffenen Eltern ihrem Protest mit einer Demonstration im Alten AKH Ausdruck. "Wir bleiben", hieß es auf Transparenten.

Betreute Kinder können bleiben

Die derzeit im Kindergarten und Hort betreuten Kinder soll die Vertragskündigung laut ÖH jedenfalls nicht betreffen: "Wir möchten betonen, dass wir selbstverständlich bestrebt sind, den Kindergarten an sich sowie alle Plätze zu erhalten und derzeit aufgenommene Kinder weiterhin zu betreuen", so das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien, Maria Clar, Kübra Atasoy und Julia Kraus.

(Red.)

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2 Kommentare
Gast: starship
27.03.2012 03:44
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hier wird eine seit 40 jahren gut funktionierende pädagogische einrichtung leichtfertig zerstört...

das ist bedauerlich. eigentlich tragisch. ich habe mir das gestern - als nicht betroffener - "live" angesehen. jede menge eltern, die schon beinahe kompromisslos konsenwillig sind, treffen auf funtionärinnen aus der stahlbetonfraktion. so sollte grün/rote bildungspolitik nicht aussehen. man kann nur hoffen, dass bei der ganzen angelegenheit noch lösungen mit augenmaß - unter einbeziehung der eltern - gefunden werden. bei derartig geringem dissens - in der sache - müsste das eigentlich möglich sein.

Ach so?

Und ich war der Überzeugung, dass die ÖH bereits selbst einen Kindergarten betreut, und der heißt "Café Rosa".

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