Schulministerin feuert Direktor des Bildungsinstituts

Nach einer Aufsichtsratssitzung wurde Bifie-Chef Josef Lucyshyn mit sofortiger Wirkung abberufen. Die genauen Gründe sind noch unklar.

Der abberufene Direktor des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), Josef Lucyshyn
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Der abberufene Direktor des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), Josef Lucyshyn
(c) Clemens Fabry

[Wien/red.] Paukenschlag im Bildungssektor: Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat am Donnerstagnachmittag den Direktor des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), Josef Lucyshyn, „mit sofortiger Wirkung“ abberufen. Sie folgte dabei einer Empfehlung des Aufsichtsrates, wie Schmied via Aussendung bekanntgab. Vizesektionsleiter Christian Dorninger ist ab heute, Freitag, Interims-Direktor des Bifie.

Nähere Gründe wurden zwar vorerst nicht genannt. In der Aufsichtsratssitzung haben die Wirtschaftsprüfer von KPMG mit dem Hinweis auf „wesentliche Schwächen im internen Kontrollsystem“ des Bifie aufhorchen lassen. Das hat Folgen: Die Finanzprokuratur wurde nun beauftragt, „sämtliche Rechtsfragen“ zu klären.

Christian Dorninger, stellvertretender Sektionsleiter und Projektleiter der neuen Reifeprüfung im Unterrichtsministerium, wird als Interimsdirektor eingesetzt. Über die Neuausschreibung des BIFIE-Direktoriums werde "nach endgültiger Prüfung aller Fakten" entschieden, hieß es in der Aussendung. Die Funktionsperiode des derzeitigen Direktoriums endet am 31. März 2013.

Die Abberufung überschattete einen Schulreformbeschluss im Nationalrat: Mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und BZÖ wurde am Vormittag die Neue Mittelschule als Regelschule beschlossen, die bis 2018/19 die Hauptschulen ablöst.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.03.2012)

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