Brandsteidl: NMS für Wien nur ein "Uraltmodell"

18.04.2012 | 11:46 |   (DiePresse.com)

Wien hat eine lange Tradition der Schulversuche. Nun wird trotzdem auf die NMS umgestellt. Allerdings nicht, weil diese besser sei, sagt Stadtschulrats-Präsidentin Brandsteidl.

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Mit dem Schuljahr 2012/13 bekommt Wien neben der AHS-Unterstufe, der Wiener Mittelschule (WMS) und der Kooperativen Mittelschule (KMS) vorübergehend eine vierte Schulform für Zehn- bis 14-Jährige: Die Neue Mittelschule (NMS), in der Kinder mit und ohne AHS-Reife gemeinsam unterrichtet werden und die bundesweit bis 2018/19 die Hauptschule ersetzen soll. Sie ist aus Sicht der Bundes-SPÖ ein Zwischenschritt zur Gesamtschule. Für Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) ist die NMS allerdings "nichts rasend Neues, wenn es daneben noch die AHS gibt". Für Wien mit seiner "langen Tradition der Schulversuche" sei die NMS ein "Uraltmodell der Siebziger".

Mehr Geld für NMS

Wien wird zwar seine KMS - so heißen die ab den 1970ern reformierten Hauptschulen - in den nächsten zwei Jahren zwar ebenfalls umstellen. Immerhin gebe es dafür zusätzliche Ressourcen (sechs Wochenstunden pro Klasse) und keinen Grund, sich dem Bundesmodell mit seiner Individualisierung des Unterrichts justament zu verschließen. "Aber wir weisen immer darauf hin, dass es keine wirkliche gemeinsame Schule ist, weil die wirkliche gemeinsame Schule das Wiener Modell ist."

Und dieses will Brandsteidl auch weiter ausbauen: In jeder neuen AHS wird die Unterstufe als WMS geführt, auch unter bestehenden AHS sieht sie potenzielle Interessenten: Immerhin gebe es derzeit in einigen Bezirken "Gesamtschule ohne Förderung", etwa im 13. oder 19. Bezirk, wo 70 Prozent der Volksschüler ins Gymnasium gehen - "dass da alle so viel gescheiter sind als in Simmering, glaube ich nicht". Auch AHS, die mit Schülermangel kämpfen, sind potenzielle Interessenten. "Man denkt dann über neue pädagogische Konzepte nach, wenn es einen Grund gibt."

"Gemeinsame Sekundarstufe I ohne AHS unglaubwürdig"

Bundesweit könne die NMS als Schritt in Richtung einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen gesehen werden. "Das mag für andere Bundesländer zutreffen, die noch nie eine gemeinsame Form der Sekundarstufe I gehabt haben - und das sind viele." Immerhin gebe es in vielen Gemeinden keine AHS, wenn dort die Hauptschule zur NMS mit ihren zusätzlichen Ressourcen umgestellt werde, "dann ist das für die Region ein pädagogischer Fortschritt. Aber wir haben hundert AHS in Wien. Wenn wir eine gemeinsame Sekundarstufe I auf die Beine stellen wollen, kann das nicht ohne AHS sein, sonst ist das unglaubwürdig", so Brandsteidl.

NMS bringt für Wien nicht viel Neues

Auch pädagogisch bringe die NMS für Wien nicht viel Neues, immerhin gebe es etwa Teamteaching, bei dem zwei Lehrer in den Hauptfächern unterrichten, an den KMS ohnehin schon. In Wien sollen die zusätzlichen Ressourcen deshalb für Sprach- und Leseförderung eingesetzt werden.

In Wien wurde der je nach Bundesland sehr unterschiedlich ausgebildete Schulversuch NMS im Schuljahr 2009/10 unter dem Titel "Wiener Mittelschule" gestartet, bei dem ausreichende Beteiligung von Gymnasien als Losung ausgegeben wurde. 14 KMS und sechs AHS wurden damals auf WMS umgestellt, mangels Interesse von AHS folgten später nur zwei weitere Standorte, darunter eine AHS. Bei den WMS können etwa ganze Volksschulklassen unabhängig von der AHS-Reife der Schüler geschlossen übertreten. Betreut werden sie von sogenannten Nahtstellenlehrern, in der ersten Klassen von einer Volksschullehrerin, in der vierten Klasse von Lehrern an AHS oder berufsbildenden Schulen. Unterrichtet wird in einem Kurssystem.

(APA)

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13 Kommentare
Gast: Fabrikant 54
19.04.2012 19:49
2 0

IN DEN ABGRUND...

Schlagt doch endlich das Gymnasium tot! Das wollt ihr doch ihr roten Ideologenköpfe!

MACHT AUCH NICHTS, DANN SCHICKE ICH MEI KIND EBEN AUF DIE PRIVATSCHULE UND WERDE MEIN JETZIGES SOZIALES SPONSORING EINSTELLEN.

Antworten Gast: Otto I
20.04.2012 09:56
0 0

?????????

Wenn das Gymnasium in Österreich abgeschafft werden sollte, gibt es natürlich auch keine privaten Gymansien mehr. Es gibt ja jetzt schon dutzende private NMS.

Re: ?????????

die privaten nms sind konfessionelle. ist ja nichts neues, dass die als erste auf den zug springen, wenn sie ein paar extra €-zeichen sehen.

Gast: Korl-Ludwig
19.04.2012 19:30
0 0

Die rote Susi hat überhaupt nix im Griff

Die kommen aus der Schule. Der kann nicht einmal zusammenzählen. Was tu ich mit dem als Lehrling? Das kommt nicht nur davon, weils nichts lernen wollen. Es gibt genug Lehrer die sind andauernd Krank. Mach das mal in der Industrie. baba tschüss.... such da was anderes. So gehts zu. Wenn man was Erwirtschaften will.
Bauts die HTLs als Lehrwerkstätten um. Dann könnten dort Schüler einen Lehrberuf erlernen.
Wieviel gehen in so eine HTL weils keine Lehrstelle erhalten? Das schaffen sie auch nicht. Entweder nach der 4. Klasse AHS in die Lehrwerkstätte oder der soll im Gym Maturieren. Bei der Allgemein Matura is eh wurst.
Die Teuren Höheren Schulen müssen wir finazieren. Dann hören zwei drittel der Schüler von der ersten bis zur 4 Klasse HTL wieder auf. Weil sas ned schaffen. Is ja wurst wos kost die welt. Geld haben wir keins. Da Steuerzahler hat zu kuschen. Das ist SPÖ-ÖVP Die Ahnungslosen.


Gast: BJS 2
19.04.2012 17:35
2 0

Das spricht die Wiener Landes-SPÖ

wahre Worte gelassen aus und spuckt eigentlich der Bundes-SPÖ kräftig ins Gesicht...

kompetenzen und nms

sie sollen kompetenzen erwerben, was immer damit gemeint ist, die schüler. womöglich alles selbständig erarbeiten. dabei verstehen sie nicht einmal die aufgabenstellungen in den herkömmlichen schulbüchern. aber die lehrer sollen sie dazu befähigen, für alles und jedes das rad neu selber zu erfinden. das behirnen der experten wäre langsam angesagt.

4 Schulmodelle und 9 Bundesländer sind zu viel an total verblödeteten Beamtenhirnergüsse!


Gast: ementaler
18.04.2012 21:54
1 0

Hoffnunglos

erfolglos. Was kann man von diesen verantwortlichen verlangen. Das rezept ist rot-schwarz.

4 0

NMS

Für Wien ist sie eines von mehreren Versagermodellen, für Österreich eine Katastrophe, die die Pflichtschulen in die Nähe der Stadtschulen bringen wird.

Antworten Gast: 43er
19.04.2012 17:39
0 0

Gab es da nicht eine PISA Länderauswertung

die bewiesen hat, dass die Landschulen schlechter als die Stadtschulen sind ... ?

0 0

Re: Gab es da nicht eine PISA Länderauswertung

Das kann zutreffen auf "speziell" gute Stadtschulen, weil dort doch mehr Wissensquellen zur Verfügung stehen. Meine Aussage bezog sich mehr auf den Schnitt von ganz normalen Stadt-HS oder-NMS, wo die Lehrer nur mehr unter "Drogen" unterrichten können.

Antworten Antworten Antworten Gast: Karmi
20.04.2012 09:58
0 0

???

PISA bevorzugt "spezielle Stadtschulen"? Also, ich glaube das nicht. Und am Land - schauts bekanntlich noch schlechter aus. Da sind die Lehre schon weit über Drogen hinaus.

EIn Pressebericht über nichts neues, dafür mit neuem Namen.

Ich will bitte die zwei Minuten meines Lebens zurück die ich für das Lesen eines Berichtes aufgewandt habe, dem jegliche Aussage und Relevanz fehlt.

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