Stipendien sollen Forschungskompetenz an PH steigern

20.04.2012 | 15:46 |   (DiePresse.com)

An den pädagogischen Hochschulen wurden 25 Habilitations- und Doktoratsstipendien vergeben. Die Maßnahme soll die Forschungskompetenz steigern.

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Gezielte Doktorats- und Habilitationsprogramme sollen mehr Forschungskompetenz an die Pädagogischen Hochschulen (PH) bringen, die ersten 25 Forschungsstipendien wurden nun vergeben: Für das Studienjahr 2012/13 wurden über 50 Anträge eingebracht, neun Habilitations- und 16 Doktoratsstipendien wurden auf Empfehlung eines wissenschaftlichen Beirats angenommen, heißt es in einer Aussendung des Unterrichtsministeriums vom Freitag.

Der Schwerpunkt der Stipendien liege im Bereich der Sekundarstufe I (Hauptschule, Neue Mittelschule), da es hier den größten Bedarf an wissenschaftlichem Personal bei den PH gebe. Dabei würden praxisnahe Themen wie E-Learning, Unterrichtskompetenz oder die Entwicklung der Neuen Mittelschule erforscht. Bei der nächsten Ausschreibung soll u.a. ein Schwerpunkt in der Elementarpädagogik gesetzt werden, so Ministerin Claudia Schmied (SPÖ).

Teil des Reformpakets

Die Stipendien sind Teil eines Reformpakets zur Weiterentwicklung der PH, damit diese künftig "mit den Unis auf Augenhöhe kooperieren" können, wie Schmied es nannte. Derzeit werden Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt- und Sonderschulen) an den PH und Lehrer für AHS und berufsbildende höhere Schulen (BHS) an den Unis ausgebildet, mit der geplanten gemeinsamen Ausbildung für alle Lehrer soll die bisherige Aufteilung jedoch fallen. Künftig sollen je nach Region entweder Unis oder zu Pädagogischen Unis aufgewertete PH die Federführung bei der Lehrerausbildung übernehmen.

Schmied bezeichnete die Forschungsstipendien als "nächsten wichtigen Schritt zum Ausbau der professionsorientierten Forschungskompetenz" der PH, Doktorate und Habilitationen seien "zentraler Baustein" der neuen Lehrer-Ausbildung. Neben den Forschungsstipendien wurde von Schmied bereits die Einführung von öffentlich-rechtlich finanzierten Masterstudien fixiert; bisher konnten PH nur kostenpflichtige Weiterbildungsmaster anbieten. Noch vor dem Sommer soll außerdem ein neues Dienstrecht für PH-Lehrende im Nationalrat beschlossen werden, durch das Forschung einen größeren Stellenwert bekommt.

(APA)

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2 Kommentare
Gast: ungluecklicher_oesterreicher
21.04.2012 05:01
0

Korrupt

"wurden auf Empfehlung eines wissenschaftlichen Beirats angenommen"

Und wer ist in diesem Beirat? Warum werden nicht stattdessen die Mittel fuer FWF und OeAW erhoeht, damit sich die PHs wie alle anderen um denselben Foerdertopf bewerben koennen?

Genau - weil die PHs im fairen Wettbewerb keine Chance haben.

Re: Korrupt

Ein Wettbewerb wäre alleine deshalb schon unfair, weil der citation index peer-reviewed-ter Journale per se die Lehrerbildung weltweit unfair benachteiligt. Dort regiert die experimentell orientierte Naturwissenschaft, und das sage sogar ich als Nawi-Fachdidaktiker einer PH mit Uni- Quali.

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