"Schmied will die Schulart AHS umbringen"

10.05.2012 | 15:48 |   (DiePresse.com)

AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin wirft Unterrichtsministerin Schmied vor, die Gymnasien auszuhungern. Das Ministerium wehrt sich gegen die Anschuldigung.

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Die Ankündigung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), kein zusätzliches Geld für den Ausbau von Unterstufengymnasien zu investieren, hat ihr harsche Kritik der Gewerkschaft eingebracht. Nachdem sie vom Koalitionspartner keine Zustimmung zu einer Abschaffung der AHS-Unterstufe bekommen habe, versuche sie nun, deren Aus auf anderem Wege durchzusetzen, sagt AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin (FCG). Die Gymnasien würden finanziell ausgehungert, wirft er der Ministerin gegenüber vor: "Ihr Ziel ist, die Schulart AHS umzubringen."

Wie hoch der Mehrbedarf an AHS-Unterstufen ist, könne er nicht genau sagen, es gebe regional große Unterschiede. Ein Beleg sei allerdings, dass in einem Drittel der Unterstufenklassen "rechtswidrig" mehr Schüler sitzen würden als die vorgegebene Höchstzahl von 25. Die AHS würden auch dadurch "sehr bewusst" unter Druck gebracht, indem politisch nichts gegen den Druck auf Volksschullehrer unternommen werde, in der vierten Klasse gute Noten zu verteilen. Das führe dazu, dass immer mehr Schüler für AHS-reif erklärt werden, obwohl sie eigentlich nicht für diese Schulform geeignet seien.

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"Wir gehen nicht unfair mit Gymnasien um"

Das Unterrichtsministerium wehrt sich gegen die Behauptung, es würde die Gymnasien am ausgestreckten Arm verhungern lassen. "Es hat nie Kürzungen gegeben, die AHS-Unterstufe ist in allen Investitionsprogrammen vertreten", sagt Josef Galley, Sprecher von Ministerin Claudia Schmied (SPÖ). Nur das Teamteaching sei eine Ausnahme, das sei eben ein Spezifikum der Neuen Mittelschule (NMS). Aber "dass wir unfair mit den Gymasien umgehen, stimmt einfach nicht."

Schmieds Aussage, es werde kein zusätzliches Geld für Gymnasien geben, sei nur auf regionale Spezialfälle gemünzt gewesen. Tatsächlich seien im Bereich der AHS in den nächsten Jahren Ausgaben von rund 1,1 Mrd. Euro für Infrastruktur und Unterrichtsqualität vorgesehen, heißt es vom Ministerium. Im AHS-Bereich werde rund die Hälfte der Gesamtausgaben des Schulentwicklungs-Programms aufgewendet. Für den Ausbau der ganztägigen Schulformern erhalten die AHS-Unterstufen laut Regierungsbeschluss 98,8 Mio. Euro bis 2015. Der Kostenanteil der AHS-Unterstufen bei der Senkung der Klassenschülerzahl für 2012 bis 2015 belaufe sich auf 158,8 Mio.

Langform wird momentan nicht abgeschafft

Die politische Perspektive der SPÖ ist freilich klar: Ziel ist die geimeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen und damit das Ende der öffentlichen AHS-Unterstufe. Aber das sei ein langfristiges Ziel, heißt es aus dem Ministerium: "In dieser Legislaturperiode wird die AHS-Langform jedenfalls nicht abgeschafft." So soll es mehr Bildungsgerechtigkeit geben.

 

 

(rovi)

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  • Schmied: Kein Geld für Gymnasien

    Bild: (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH) Unterrichtsministerin Schmied ist gegen einen Ausbau der AHS. Priorität hat die Neue Mittelschule. Diese Aussage sorgt vor allem im ländlichen Raum für Ärger.

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57 Kommentare
 
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Gast: ahs_unsterblich
12.05.2012 19:10
0 1

ahs ein problemfall

ich denke nicht, dass jemand die ahs umbringen will, es ist nur so, dass es derzeit nicht genügend alternativen für die schlechteren schüler gibt. mir wäre tatsächlich viel wohler bei der idee, wenn es keine mittelschule sondern nur noch die ahs geben würde (natürlich mit leistungsdifferenzierten klassen). hauptschule, kms oder nms --- bedeutet in wien derzeit, dass es für die absolventen kaum die chance auf eine weiterführende schule gibt (alle die keine ahs-bildung genossen haben, kommen einfach nicht gut mit in der oberstufe!!!!). die kinder tun mir dann schon sehr leid, wenn man ihnen sagen muss, dass sie nicht genügend gelernt haben um eine höhere schule zu besuchen insbesondere, da sie ja in der schule aus der sie gekommen sind gar nicht so schlechte noten mitbekommen haben

1 0

Re: ahs ein problemfall

Die AHS ist kein Problemfall! Sie sollte hauptsächlich für die Kinder da sein, die schulisch weitermachen wollen. Wieso liegt das Heil und das Glück eines Menschen in der Matura? Ist nicht eine Fachausbildung nach der Pflichtschule eine wertvolle Richtung im Leben, um die uns andere Länder beneiden? Was soll das Jammern, wenn nicht alle die Oberstufe machen können. Mir ist ein guter Professionist lieber als ein Allerweltsmaturant, der für nichts zu gebrauchen ist.

Re: ahs ein problemfall

Die Lehrpläne an AHS-Unterstufe und HS sind identisch.
Wo soll da also ein Problem sein?

Antworten Antworten Gast: Gast 63
12.05.2012 20:55
0 0

Re: Re: ahs ein problemfall

Die Lehrpläne mögen identisch sein, das durchschnittliche Leistungsvermögen der Schüler erlaubt es nicht, in der gleichen Zeit den gleichen Leistungsstand zu erreichen.
Während in der NMS der schwächere Teil in der 3. Klasse noch mit den Grundrechenarten kämpfen wird, könnte sich der bessere Teil bereits mit Algebra beschäftigen. Welchem Teil der Schüler soll sich der Lehrer zuwenden?
Der Einwand, es würden 2 Lehrer in der Klasse unterrichten, gilt nicht, weil diese nur in 2 der 4 Stunden vorhanden sind.

6 0

Schmied wird gehen

und die unsinnige Reform wird bleiben. Bevor das geschieht bitte schnell mit Frau Schmied weg.-Am besten in die Pensionsversicherungsanstalt, dort ist tatsächlich eine Vertikalisierung gefragt.

Ihr Glück ist, dass Eltern, Schüler und Lehrkräfte

nicht wahlberechtigt sind.

Re: Ihr Glück ist, dass Eltern, Schüler und Lehrkräfte

????

Gast: speibender regenbogen
10.05.2012 19:58
18 0

was bitte ist "bildungsgerechtigkeit"???

daß es ungerecht ist, wenn ein kind zu faul, zu blöd, zu dumm für die ahs ist? und man deswegen allen anderen, die gut genug sind, diesen schultyp in zukunft verwehren will?

je eher die sozialisten in der versenkung verschwinden, desto besser, das ist ja nicht mehr auszuhalten mit denen!

das morgendliche rundfunkinterview

mit frau schmied war da mehr als entlarvend!

fakt ist, dass sie (und die spö) aus rein ideologisch motivierten gründen die ahs-unterstufe aushungern und umbringen will!

19 0

Schmied:

Eine der größten Sargnägel für unser Land! Weg mit ihr!

Gast: 9JahreSchulpflicht
10.05.2012 18:44
5 0

ich noch keinem Österreicher/keiner Österreicherin aufgefallen,

dass die Schulpflicht in Österreich 9 Jahre dauert! Warum daher eine Schule der 10-14jährigen, wo bleiben dann die 15jährigen? So ein Blödsinn!!!! Es gibt wohl weltweit kein zweites Land, wo es eine Schule neu geschaffen wird, die 1 Jahr vor dem Ende der Schulpflicht zu Ende geht!!!!

Gast: Änderungsschneiderei
10.05.2012 17:57
3 2

Studium ab 16

ich finde die BHS sowieso besser, da kann man mit 18/19 schon einen Beruf ausüben. Generell sollten die Schüler mit 16 einen Abschluß machen und dann Aufnahmetests fürs Studium. Dann 5 Jahre Studium und mit 21/22 ein Start ins Berufsleben. In der heutigen Zeit gibt es so viele Hilfsmittel und die Kinder sind ja eh lernbegierig (die die wollen), die Zeit wo alles händisch abgeschrieben werden musste weil es keine Bücher gab und daher die Ausbildung so lange dauern musste ist schon vor.
Lehrlinge beginnen Ihre Ausbildung auch mit 16.

Re: Studium ab 16

Kann mir eigentlich jemand hier erklären, warum jemand, der z.B. Arzt, Apotheker, Rechtsanwalt, Notar, (BHS/AHS)Lehrer, .... werden will, vorher 5 Jahre (gegenüber 4 Jahren an der AHS) eine HTL, eine HAK oder eine Fremdenverkehrsschule besuchen soll?

Wenn jemand eine BHS besuchen will, weil er mit 19 einen fixen, genau definierten Job haben will, so soll er das unbedingt tun, keine Frage.

Es gibt aber immer noch sehr viele Berufe, die ohne Matura + Studium ganz einfach nicht möglich sind.

Also - so einfach salopp zu sagen, die eine Schule ist gut, die andere nicht, halte ich für verzichtenswert - es kommt immer drauf an, was man danach machen will.

Übrigens - eine Auskunft zu diesem Thema von einem Freund von mir (Architekt): Er nimmt inzwischen in seiner Firma nicht mehr HTL-Ingenieure auf sondern Absolventen der betreffenden Fachhochschulen, weil die (seiner Meinung nach) deutlich besser ausgebildet sind als die heutigen HTL-Abgänger.

Antworten Gast: Dampf
10.05.2012 20:21
1 0

Re: Studium ab 16

Die BHS ist sowieso besser als die AHS, denn mit AHS Abschluss kann man kein Geld verdienen.

Sehr gute BHS Absolventen , zB aus EDV Zweigen, bekommen 2.500.- brutto + benefits - mehr als der Junglehrer, bei dem sie gerade maturiert haben.

Übrigens: die BHS wird von *mehr* Schülern besucht, als die AHS Oberstufe.

Antworten Antworten Gast: baro palatinus
10.05.2012 23:50
2 0

Re: Re: Studium ab 16

ja ausgezeichnet, am besten nur mehr bhs. wer braucht schon so unnötige fächer wie geschichte, geographie oder philosophie?
allgemeinwissen ist ohnehin überbewertet, man kann sich auch so eine differenzierte meinung bilden; durch orf-schauen zb...

Antworten Antworten Antworten Gast: Dampf
11.05.2012 11:01
0 0

Re: Re: Re: Studium ab 16

Sorry, aber diese Fächer gibt es auch in der HTL und sind zT auch zur Matura zugelassen.

Nur werden sie seit Jahren gekürzt und durcheinander gewürfelt. Fächer, die eine bestimmte Wochenstundenzahl unterschreiten dürfen nicht mehr zur Matura verwendet werden.

Jetzt unterrichten Chemielehrer Physik und umgekehrt - nicht unbedingt dem Gesetz folgend, aber der Logik des Stadtschulrats von Wien.

gute idee!

die uralten strukturen sind in der tat nicht mehr zeitgemäß, nur wir haben eine uralt denkende und funktionierende gewerkschaft die so ziemlich alles verhindert und im grunde zukunft zerstört!

Antworten Antworten Gast: xyyx
12.05.2012 19:04
0 0

Re: gute idee!

ich würde nicht sagen, dass die gewerkschaften die hindernisse sind, denn es kommen ja keine vernünftigen vorschläge.... auf meine anfragen im unterrichtsministerium warum es in österreich keine schule für die gesamt schulpflicht gibt (9jahre) und dannach erst eine auswahl (ahs-oberstufe oder bhs (auch nur 4 jahre) habe ich als antwort bekommen dass die neue mittelschule die antwort ist!!!! so ein blödsinn, hier nimmt man den volksschülern weder den stress des schulwechsels noch den 14jährigen die qual der wahl, was die denn nun im 9. schuljahr machen sollen.... ich bin für ein einheitliches, qualitatives schulsystem in österreich!

Diese Frau hat ja

eh schon eine Bank ruiniert

und jetzt probiert sie es eben

im Bildungsbereich mit der AHS.

2 16

Re: Diese Frau hat ja

Die Rolle der Frau Schmid beim Volksbankdebakel ist unklar, aber Sie alleine hat die Bank sicher nicht ruiniert!

Antworten Antworten Gast: Gast2
11.05.2012 02:01
4 0

Re: Re: Diese Frau hat ja

Hier geht es um die Kommunalkredit, die Notverstaatlicht werden musste. Frau BM war dort Vorstand. Sie hat sich nur rechtzeitig in den Ministerposten abgeseilt, was ihr auch Immunität brachte.

0 0

Re: Re: Re: Diese Frau hat ja

Also ALLEINE hat sie die Bank sicher nicht ruiniert!

Re: Re: Re: Re: Diese Frau hat ja

Also die VOLKSBANK hat sie sicher nicht ALLEINE riniert, da haben Sie recht ;-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: speibender regenbogen
11.05.2012 20:38
0 0

Re: Re: Re: Re: Diese Frau hat ja

aber sie ist ALLEINverantwortlich für diese misere. und nun ist sie ALLEINverantwortlich für eine generation ungebildeter und somit verlorener menschen...

Gast: Aischylos
10.05.2012 17:13
18 0

Natürlich will die SPÖ das Gymnasium aushungern. Denn aus ideologischen Gründen hat es für sie ausgedient.



Da trifft es sich gut, dass die SPÖ die Steuermillionen, die die Gymnasien dringend brauchen würden, schon für Inserate in den Boulevardmedien ausgegeben hat.

Gast: Schneevonmorgen
10.05.2012 17:13
2 0

Schule ist eine Schule ist eine Schule

Eine gemeinsame Schule für alle ist schon der richtige Weg. Es genügt aber nicht, einfach die Schulform zu eliminieren, die man nicht haben will. Alle Schulen sollen in die Richtung gelenkt werden, dass sie sich immer mehr angleichen. In allen Schulen soll man die Voraussetzung schaffen, dass einerseits die Besten nicht von den Schwächstens ausgebremst werden und andererseits sollen auch die Schwächsten vom Unterricht profitieren und nicht links liegen bleiben. Wie die Schule dann heißt ist völlig egal, das spielt über kurz oder lang keine Rolle mehr. Alle Schulen werden nur noch Schule heißen.

 
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