Schulverwaltungs-Reform noch nicht ganz aufgegeben

10.05.2012 | 16:06 |   (DiePresse.com)

Ein vager Zwischenbericht sieht unter anderem die Abschaffung der Bezirksschulräte vor. Von den ursprünglich vorgesehenen Bildungsdirektionen steht nichts im Papier.

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Die Regierung hat sich in der seit langem angekündigten Reform der Schulverwaltung eine neue Deadline gesetzt. Beim Bund-Länder-Gifpel am Mittwoch ist den Ländern ein zwischen Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) akkordierter Vorschlag vorgelegt worden, auf dessen Basis nun bis Ende des Jahres gemeinsam Gesetzesvorschläge erarbeitet werden sollen. Der sieben Punkte umfassende, sehr vage gehaltene "Zwischenbericht" sieht u.a. die Abschaffung der Bezirksschulräte vor.

Außerdem sollen die Bundesländer die Verwaltung der Landeslehrer von ihren Schulabteilungen an den Landesschulrat - und damit an den Bund - übertragen können. In vier der neun Bundesländer (Wien, Nieder- und Oberösterreich, Burgenland) wird das bereits jetzt so gehandhabt. Von der ursprünglich im Regierungsprogramm vorgesehenen Einrichtung von Bildungsdirektionen anstelle der Landesschulräte steht hingegen nichts in dem Papier. Dafür sollen die politisch besetzten Kollegien der Landesschulräte "im Sinne der Schulpartnerschaft" neu gestaltet werden.

Die schon jetzt übliche Praxis, dass ein Direktor mehrere Pflichtschulstandorte leitet, soll gesetzlich verankert werden. Gleichzeitig soll die "Verantwortung der Schulleiter gestärkt" werden - ob das etwa bedeutet, dass Direktoren sich ihre Lehrer selbst aussuchen können, verrät die Punktation nicht.

Durch ein einheitliches EDV-System soll das Controlling im Lehrereinsatz verbessert und "weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Entbürokratisierung" getroffen werden, etwa mehr Synergien in der Nutzung bestehender Schulgebäude.

(APA)

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3 Kommentare

Controlling!?

In dieser Form ein schreckliches Wort, dass die ganze Verachtung gegenüber der Persönlichkeit eines Menschen ausdrückt. Beispiele gefällig?
- Aus dem Krankenhaus für kranke Menschen wird eine kontrollierte Wirtschaftseinheit (Kages)
- Aus der persönlichen Erledigung von Postgeschäften wird eine anonymisierte, unpersönliche und zeitmäßig genau kontrollierte Abfertigung von Kunden.
- In der Bank arbeiten Terminals
- und schließlich in der Schule: Lehrern wird bei jedem Pf...z auf die Finger geschaut, es wird bis zum letzten Beistrich alles vorgeschrieben und der Lehrer als Bürokrat muss ständig ganze Konvolute an Zettel ausfüllen und abgeben. Und jetzt wird er und die Schüler auch per Internet und Netzwerk ständig kontrolliert. Schöne moderne Welt! Viele junge Menschen sitzen schon wieder bei den Büchern von Revolutionären, weil sie dieses unmenschliche System nicht länger mittragen wollen.

Gast: Franzia
12.05.2012 20:30
0

Wo sich Direktoren sich die Lehrer selber aussuchen können...

ist die Freunderlwirtschaft Perfekt. Ist ja auch Nicht! In Ordnung. Das die überhaupt Direktoren nach Partbüchal am Zug kommen.

Ich halte nichts davon. Ich würd nach Qalifikation vorgehen.

Gast: dirge
12.05.2012 18:39
2

controlling im lehrereinsatz

gebt den lehrern die sanktionsmöglichkeiten zurück, dann braucht es nicht einmal eine schulverwaltungsreform. das wäre eine tatsächliche effizienzsteigerung.
aber bürokraten sind bekannt, dass sie das pferd von allen seiten aufzäumen, nur nicht wo es gehört.

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