Maturareform: Angst vor dem zentralen Niveauverlust

24.05.2012 | 18:39 |  ROSA SCHMIDT-VIERTHALER (Die Presse)

Die zentrale Mathematikmatura lässt in vielen Gymnasien die Furcht vor einer Nivellierung nach unten wachsen. Die neuen Rechenbeispiele würden lediglich ein "niedriges Grundniveau" abdecken, so die Kritik.

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Wien. Ist die neue Mathematikzentralmatura leichter als die bisherige Reifeprüfung? Ja – wenn man die Quote der negativen Arbeiten im erstmals durchgeführten Schulversuch als Maßstab nimmt. Bisher schrieben alljährlich durchschnittlich 15 Prozent der Schüler ein Nicht genügend. Am 9. Mai fielen nur 8,6 Prozent durch.

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Leichter ist die Zentralmatura auch nach Ansicht vieler Lehrer an der AHS. Denn über die einzelnen Schultypen hinweg gibt es vom Realgymnasium bis zum Borg – je nach Schwerpunkten – ein starkes Gefälle beim Mathematikniveau. So prüfte für die „Presse“ ein AHS-Lehrerteam aus Braunau jene Aufgaben, die für den Pilotversuch verwendet wurden.

Die Lehrer kommen zu dem Schluss, dass nur ein „sehr niedrig angesiedeltes Grundniveau“ gesichert werde. „Die Mathe-Wahlpflichtgruppe einer 7.Klasse konnte die Übungen zu den Grundkompetenzen ohne Vorbereitung in einer Stunde recht gut bewältigen“, sagt Mathematiklehrer Josef Schmid. Zwar sei der zweite Maturateil, der die Grundkompetenzen vernetzt, schwieriger als der erste. Aber insgesamt gebe es „keinen Vergleich zu einer Matura in unserem Gymnasium“. Auch AHS-Lehrer aus Wien urteilen, dass der erste Teil das Niveau der 5. oder 6. Klasse habe: Diese Aufgaben könne „wirklich jeder schaffen“.

 

Heftige Kritik der Gewerkschaft

Weit schärfer formuliert das AHS-Gewerkschaftschef Eckehard Quin: „Die Nivellierung nach unten ist systembedingt. Es gibt schon an den verschiedenen AHS-Standorten sehr unterschiedliche Leistungsniveaus. Weil das Ministerium nicht zulassen kann, dass an Brennpunktschulen 80 Prozent negativ sind, muss das Niveau gesenkt werden.“ Schon im Probedurchlauf wurden „ziemlich große Unterschiede zwischen einzelnen Schultypen“ festgestellt, sagt der für den Schulversuch verantwortliche Werner Peschek von der Universität Klagenfurt.

(c) APA

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Die Lösung, die Gewerkschafter und Uni-Didaktiker vorschlugen, war eine teilzentrale schriftliche Matura, bei der nur die Grundkompetenzen zentral vorgegeben werden und die Schule zusätzliche Aufgaben einbringt – wobei die Schüler beides positiv absolvieren müssten. Für Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) drängte jedoch die Zeit. Es gab wenig Spielraum. So wird 2014 Mathematik schlechter vorbereitet als jedes anderes Maturafach an den Start gehen. „Bei Schulversuchen sollte man etwas ausprobieren. Es ist schade, dass das unterbunden wurde. Das Ministerium wusste offenbar schon, wie es funktioniert“, sagt Didaktiker Johann Humenberger von der Uni Wien. Er wartet darauf, wie sich der zweite komplexere Teil bewährt – und sieht dabei noch eine Gefahr: Hier könnten künftig weit mehr Schüler durchfallen, was zu einer Streichung des zweiten Teils führen würde. Dann käme es für die Gesamtheit der Schulen zur Nivellierung nach unten.

Übrigens: Die Zahl der Nicht genügend beim Schulversuch ist mit Vorsicht zu genießen. Die Maturanten wurden durch Pilotversuche gut vorbereitet und ihre Lehrer von der Uni Klagenfurt speziell unterstützt. Außerdem nahmen nur 220 Schüler aus 13 Klassen teil.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2012)

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194 Kommentare
 
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Schulversuch

Zur Erfolgsquote in diesem Versuch:
Es werden für so einen Versuch wahrscheinlich nicht die größten AHS-Pfosten herangezogen worden sein. Von daher ist eine geringere Negativquote nachvollziehbar.
Dieselben Gewerkschafter jammern übrigens, weil der zweite Teil zu schwer ist...

und ich kann's immer nur wieder sagen..

wer glaubt, dass das Niveau von einer einzigen Prüfung abhängt, der lügt oder streut Unwahrheiten ;) es gibt genug Fächer, in denen nicht jeder maturiert, und dennoch gibt es sie... lernt man deswegen dort nichts? genauso gibt es rechnungen, Bücher, historische Daten, kurzum allgemein Bildung, die von keiner Matura abgeprüft werden, und dennoch lernt man diese Dinge in der Schule.. die matura ist am Schluss ein kleines Nice to have, aber im vergleich zu den 8 Jahren davor kein Aufwand!

Gast: Tornado
28.05.2012 17:09
2 0

englische DIplomarbeiten in den BHS ...

sind auch sinnlos:
die Qualität des englischen Textes und der engl. Präsentation darf nicht beurteilt werden.
Aber im Zeugnis steht, "Matura in engl. Sprache abgelegt".

Wenn man also ganz schlecht ist, schreibt man seine Arbeit in Englisch. Dann ist der beurteilende Fachlehrer durch Englisch abgelenkt und der Englischlehrer darf nicht korrigieren (ua auch weil dafür nicht bezahlt wird).


schonwieder?

ist der artikel, obwohl so falsch, noch immer auf der titel seite.. sachen gibts

Diverse Spkulationsbanken brauchen wieder fähige Mitarbeiterinnen -

es zahlt ja ohnehin nur die Allgemeinheit drauf.

Angst vor dem zentralen Niveauverlust

Sehr geehrte Frau Schmidt-Vierthaler,
Wenn ich das im Kasten Mathematik-Maturabeispiele angeführte letzte Beispiel „Freier Fall…(unter Berücksichtigung des Luftwiderstandes)“ richtig beurteile, ist zur Lösung der gestellten Fragen höhere Mathematik nötig, weil zuvor eine komplizierte Differentialgleichung zu lösen ist, deren Ergebnis erst die Funktion der beiden Graphen ergibt, durch deren auch nicht einfache Integration erst die als „A“ bezeichnete Fläche berechenbar ist (siehe mehr dazu unter „Wikipedia Freier Fall mit Luftwiderstand“).
Wenn auch meine Matura schon 55 Jahre zurückliegt, kann ich mich nicht erinnern, dass wir damals in der 8-jährigen Realschule mit Differentialgleichungen befasst waren. Auch mein um 30 Jahre jüngerer Sohn ist dieser Meinung. Erst auf der TU wurden wir erstmals damit befasst, wie auch später im Ingenieursberuf.
Sollte also ein derartiges Maturabeispiel tatsächlich in die künftige Zentralmatura aufgenommen werden, so darf wirklich nicht von Niveauverlust gesprochen werden.
Mich würde sehr interessieren, wie der „Presse-Mathematiker“, Herr Professor Taschner, diese meine Meinung beurteilt.
Mit freundlichen Grüßen
DI Wolfgang Cartellieri
Wilhelm-Gösser-Gasse 11
8047 Graz-Ragnitz
Tel. 0316 301771 Graz, 27.05.2012

Antworten Gast: Detailbetrachter
28.05.2012 20:04
2 0

genauer hinschauen!

Lieber Herr DI, ich kann Ihrer Kritik nicht zustimmen. In dieser Aufgabe wird nur verlangt, die Größe der Fläche mit Hilfe von Integralen AUSZUDRÜCKEN. Es wird nicht verlangt, diese Integrale zu lösen. Man muss also nur zeigen, dass man das Lösungsprinzip verstanden hat.
(Das hätte ich bei meiner Matura vor erst 51 Jahren wohl auch geschafft.)

MfG, WT

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Endlich: Die Bildungsbremse kommt!

Laut inoffiziellen Quellen soll die Bildungsbremse noch vor dem Sommer beschlossen und in der Verfassung verankert werden.
Die Hauptpunkte:
1. Das Recht auf eine Bildungsminderung. Dieses ist einklagbar.
2. Dummheit und Faulheit dürfen keine Gründe für einen negativen Abschluss sein. den das wäre diskriminierend. (Dies betrifft natürlich gerade auch die Matura)
3. Die fünfstufige Notenskala bleibt prinzipiell erhalten, allerdings wird aus der vom Lehrer gegebenen Note mittels folgender Formel eine Zeugnisnote berechnet: Zeugnisnote = round(Lehrernote / 42) + 3

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im "freien fall"

Der Niveauverlust beginnt offenbar bereits
bei den Angabedesignern.
Das dritten Beispiel tituliert mit "Freier Fall".
"Freier" Fall ist aber ein terminus technicus für
einen Fall im Gravitationsfeld ohne(!) Wirkung anderer Kräfte, also ohne Wirkung des Luftwiderstandes.(Die Geschwindigkeit würde im betrachteten Zeitraum linear zunehmen.)
Daher ist "freier Fall unter Berücksichtigung des
Luftwiderstandes" sicherlich von keinem Expertenteam verfasst worden ...
mfg, w. stuzka

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Re: im "freien fall"

Sie haben natürlich recht. Die Frage ist nur, ob die technisch korrekte Formulierung dieser Frage nicht gleichzeitig etwas ist, das das Maß des 'zurecht Erwartbaren' so viel übersteigt, dass Schüler_innen eher verwirrt wären.

Überlegen Sie mal, ob es Ihnen in etwas, das nicht Ihr Spezialgebiet ist, nicht auch lieber ist, etwas auf eine für Sie gut verständliche 'Alltags'-Art präsentiert zu bekommen. Das passiert ständig und überall und ist nicht prinzipiell schlecht - im Gegenteil, es kann sogar zeigen, dass sich jemand noch mehr Gedanken gemacht hat, als nur, wie er/sie möglichst fehlerfrei bleiben kann. Ich unterrichte selbst Mathematik und habe schnell gelernt, dass wirkliches Verstandenwerden und die technisch korrekte Ausdrucks-/Schreibweise einander teilweise sogar gegenseitig im Weg stehen.

Das ist im obigen Beispiel streng genommen natürlich nur dann der Fall, wenn die Wortwahl (freier Fall) bewusst getroffen worden ist .. aber selbst, wenn das nicht so sein sollte: Ich finds trotzdem besser so.

Gast: Maturant
26.05.2012 00:10
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Nicht nur Mathematik

Die Englisch-Zentralmatura war eine Frechheit schlechthin, man fragt sich, warum man 8 Jahre in ein Gymnasium geht, wenn man bei der Matura schließlich ankreuzen muss, ob es "the boy __ (who, that, which, whose) is my brother" heißt (sinngemäß). Tatsächlich beschäftigt diese Frage, denn welche der beiden richtigen Antworten ist nun die richtige??
Kein Wunder, dass es Klassen gibt, in denen 70,5% der Schüler/innen ein "Sehr Gut" bekommen haben... Kein "Genügend" oder gar "Nicht Genügend". Gut für die Statistik. Und das Niveau???
Sehr aussagekräftig was die Sprachkompetenz betrifft. Nivellierung nach unten oder plötzlich lauter Englischgenies?
Und bitte das nächste Mal keine Grammatikfehler in der Matura.
"He prevents her __ (get) angry" Wie lautet die richtige Form von "get"? (Sinngemäß)
Seit wann braucht man kein "from" mehr???? prevent sb. from doing. sth. Dachte ich.

Traurig.

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Re: Nicht nur Mathematik

?

Das zweite Beispiel haben Sie aber ganz schlecht gewählt. Natürlich ist das 'from' strenggenommen nicht Teil der gesuchten Form von 'get'. Aber dass 'to prevent' eben die Präposition 'from' verlangt, wird also eben gerade doch durch das Beispiel abgefragt .. wer es also richtig beantwortet, hat genau die Kompetenz unter Beweis gestellt, nach der Sie in Ihrem drittletzten Satz fragen.

Wenn wir jetzt noch ganz genau sind: Sie haben 'sinngemäß' hingeschrieben; das glaube ich aber nicht. Die Fragestellung wird vielmehr (wiederum sinngemäß) so gelautet haben: 'Fill in the gap using the clue in brackets!' Sprich, es ist sicher nicht nach 'der richtigen Form von get' gefragt worden. [Im Gegensatz zu dem Kommentar oberhalb, der sich am 'freien Fall' stößt, halte ich das nämlich sehr wohl für eine wichtige Unterscheidung, derer ein durchschnittlicher Englischlehrer fähig sein sollte. Und die 'korrekt' gestellte Frage ist auch nicht schwieriger zu verstehen als die von Ihnen angeführte, technisch falsche.]

Re: Nicht nur Mathematik

Bin beruhigt, wenn das andere auch so sehen.
Durch die massive Abwertung der produktiven Kompetenzen (Scheiben, ist nur noch 25% wert .wird gut vorgesorgt, dass ja keiner durchfällt.

Re: Nicht nur Mathematik

In einer mir bekannten Schule, liegt der Notenschnitt der Englisch Matura seit Jahren zwischen 1,2 und 1,8. Rückmeldungen an das Ministerium, wegen des teils wirklich lächerlichen Schwierigkeitsgrades, blieben stets unbeantwortet. Selbst Schüler bezeichnen soetwas zurecht als Farce.

Alles gelesen?

Wer von den hochverehrten Lesern hat eigentlich die gesamte Aufgabenstellung gelesen? http://www.uni-klu.ac.at/idm/downloads/Matura09052012.pdf
Von den drei abgedruckten Beispielen sind zwei Typ1-Aufgaben (2 von 24 Aufgaben, alle zusammen 100 Punkte wert), das Polynomfunktions-Beispiel ist eine Typ2-Aufgabe (1 von 4 Aufgaben, 3 gelöste sind wieder 100 Punkte wert).

Leider kenne ich den genauen Punkteschlüssel für die Beurteilung nicht, aber angeblich benötigt man 150 Punkte für ein Sehr gut.

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Re: Alles gelesen?

Danke für den Link! Jetzt alles gelesen. Vor allem Beispiel I.17 hats mir angetan .. das ist mal was Brauchbares im Vergleich zu diesen klassischen Kurvendiskussionen. War garnicht untricky.

Gast: mensch mit matura
25.05.2012 13:37
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absurdes schulsystem

es wäre nur vernünftig in der ahs, dinge zu lehren, die auch für das spätere leben sinnvoll bzw. brauchbar sind! wie wäre es mit, wie mache ich eine steuererklärung? welche rechte und pflichten habe ich wenn ich einen mietvertag, arbeitsvertrag etc. abschließe? sachen, die jeden betreffen.
leider gilt im österreichischen schulsystem immer noch die devise: man lernt einzig und allein für den lehrer!

Re: absurdes schulsystem

+1 von mir. Genau so sehe ich das auch. Was kann ich brauchen. Was "sollte" man wissen über Wirtschaft, Geschichte, Geldsachen, Kommunikation, Benehmen (auch der Umwelt gegenüber), ...

Der Schwerpunkt soll (auch) darauf liegen, was ich in Zukunft auch im täglichen Leben oft begegne und wie ich dem begegnen kann.

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„Die Trainerin hält die Laufzeiten als Vektor fest“

Ich würde die Trainerin wechseln, da sie wohl alles unnötig verkompliziert.

Re: „Die Trainerin hält die Laufzeiten als Vektor fest“

:-)

habe 3 Kinder

im Abstand von jeweils 7 Jahren alle haben maturiert - dabei konnte man sehen wie das Maturaniveau innerhalb dieser Zeit drastisch gesunken ist, also noch tiefer als das Jetzige gehts eh kaum mehr !

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Positiv überrascht

Ich muss sagen, dass ich eher überrascht bin, von dem hohen Niveau, das die hier abgedruckten Aufgaben verlangen - um sie zu lösen, muss man schon ein einigermaßen passables Verständnis gewisser mathematischer Begriffe und Zusammenhänge haben. Schema-F-Anwenden funktioniert hier nicht mehr - und ich bin überzeugt davon, dass in meiner Maturaklasse mehr als 50% keine einzige dieser Aufgaben geschafft hätten.

(Wobei die Angaben so formuliert sind, dass sich da bei der Beurteilung noch viel tricksen lässt).

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Re: Positiv überrascht

Bin ganz Ihrer Meinung.

Das letzte Beispiel würde wohl auch einige der aktuellen Mathe-Einserschüler vor erhebliche Schwierigkeiten stellen - auch, wenn jemand noch so exzellent rechnen kann und seine Kurvendiskussionen im Schlaf beherrscht: Dass die Ableitung des Weges die Geschwindigkeit ist, setzt schon ein ganz anderes (mathematisches wie generell naturwissenschaftliches) Verständnis voraus.

Und selbst, wenn dieser Satz durch jahrelanges Wiederholen hängengeblieben sein sollte (weils halt auch ein dankbares Beispiel ist): Die Umkehrung auch einfach so zu behirnen; die Situation mit zwei verschiedenen fallenden Körpern zu erfassen; nicht nur den Satz 'das Integral der Geschwindigkeit ist der Weg' hinzuschreiben, sondern das konkrete Bild zu interpretieren (inklusive der Tatsachen, dass die Fläche nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geht, dass Körper in Luft eine Maximalfallgeschwindigkeit haben, warum das so ist, und dass dadurch auch nicht alle Körper die gleiche Maximalfallgeschwindigkeit haben) .. das ist alles erstens sowohl schwieriger als jede aktuelle Matura als auch schwieriger und vor allem umfangreicher als die ganzen 'ure leeeeicht!'-Schreier hier glauben machen (und die mit ihren zwar richtigen, aber unzureichenden Antworten sicher keine vollen Punkte erhalten würden) - und es überprüft zweitens mit Sicherheit mehr die Fähigkeiten, die AHS-Mathematikunterricht vermitteln sollte.

Und nicht rechnen.

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Re: Positiv überrascht

Sie haben recht. Um die Fragen zu beantworten braucht man Textverständis. Und dafür muss man lesen können, was man nun wirklich nicht von allen Maturanten erwarten darf!

Hallo!!! Das ist eine Matura und kein Kindergartengeburtstag! Die Leute wollen mal Anwälte, Ingenieure, Ärtze und Lehrer werden !!!!!

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Re: Re: Positiv überrascht

- erkennen des Skalarprodukts mit e als Mittelwert (der nicht in Standardformel angeschrieben steht)

- abstrakte Vorstellung eines Polynoms vom Grad n

- interpretation eines Integrals bzw. eine Flächeninhalts als Wegdifferenz

Das sind schon Dinge, die über "aha, hier steht kurvendiskussion - also machen wir f' und setzen das null und dann f'' und setzen das auch null" hinausgehen. Und in meiner Maturaklasse ist mehr als die Hälfte nicht über dieses Niveau hinausgekommen.
(Was zugegebenermaßen nicht für den Unterricht spricht - aber gerade deshalb bin ich doch positiv überrascht, weil mit solchen Aufgaben eine hohe Durchfallquote riskiert wird.)

Re: Re: Re: Positiv überrascht

Ich bleibe dabei, die Fragen sind nicht schwer bis maximal normal. Wert nicht weiss was ein Vektor ist oder ein Polynom sollte nichtmal in eine Gym Oberstufe kommen. Der Rest sind einfache Anwendungen der Integralrechnung. Differenzieren sollte man auch können, und Null setzen.

Klar, für jemanden der das lange nichtmehr gehört hat, oder vielleicht noch nie, ist das vielleicht schwierig. Aber die hören das über Jahre hinweg, mehrmals die Woche!

 
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