Wien/Apa/Red. Bisher zeigte er sich über die Unterstützung aus dem roten Lager stets erfreut – am Freitag übte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle überraschend Kritik am Studiengebührenmodell der Salzburger Landeschefin Gabi Burgstaller (SPÖ): Es sei „vergebliche Liebesmüh“, wenn nach Abzug der Kosten für erhöhte Studienbeihilfen kein zusätzliches Budget für die Unis übrig bliebe.
Burgstallers Modell sieht Gebühren in der Höhe von 363,36 Euro pro Semester vor. Gleichzeitig soll die Zahl der Stipendienbezieher auf 40 Prozent ansteigen. Wer ein solches erhält, wäre von der Gebühr befreit und erhält ein jährliches Uni-Startgeld von 1000 Euro.
Interessant ist Töchterles Skepsis angesichts jenes Modells, das er selbst vorschlägt: Unis dürften autonom entscheiden, ob sie Gebühren (bis zu 500 Euro) einheben. Stipendien sollen ausgebaut werden, zudem dürften Unis die Gebühren stunden. Auch hier ist also nicht klar, wie groß der finanzielle Zugewinn tatsächlich wäre.
Eine unerwartete Argumentation wählt unterdessen Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ): Sie könne sich eine Debatte über Studiengebühren vorstellen, wenn man diese nicht als bloße Finanzquelle, sondern als „Regulierungsinstrument“ für den Uni-Zugang verstehe. Man könne durch Gebühren „die Ernsthaftigkeit des Studierens fördern“, sagt sie der „Kleinen Zeitung“. Genau diese Argumentation wurde von der SPÖ bisher immer vehement abgelehnt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)
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