43 Prozent der Studenten, dessen Vater Land- oder Forstwirt ist, hat 2011 Studienbeihilfe erhalten. Das zeigt eine erstmals publizierte Auswertung der Beihilfebezieher nach dem Berufsstatus der Eltern in der am Freitag veröffentlichten Studierenden-Sozialerhebung 2011. Unter Arbeiter-Kindern wurde hingegen nur jeder Vierte gefördert, unter Kindern von Ein-Mann-Unternehmern 23 Prozent, unter Kindern einfacher Angestellter und Selbstständiger mit Angestellten jeweils rund 15 Prozent. Unter Studenten, deren Vater leitender Angestellter, Beamter oder Freiberufler ist, erhielt weniger als jeder Zehnte Beihilfe.
Zuletzt hat es in der SPÖ vermehrt Forderungen nach einer Veränderung der Berechnungsmethode gegeben, weil derzeit Kinder von Landwirten und Selbstständigen bevorzugt würden. Wie die Daten belegen, bekommt unter diesen tatsächlich ein größerer Anteil Beihilfen als im Gesamtschnitt von 15 Prozent aller Studenten. Das liegt laut Studienautor Martin Unger vom Institut für Höhere Studien (IHS) allerdings weniger am Stipendiensystem, sondern habe mit dem gesamten Steuersystem zu tun. So würden auch bei der Berechnung der Stipendien bei Selbstständigen Pauschalen und bei Bauern der Einheitswert herangezogen. Er sieht das Problem der Studienbeihilfe allerdings ohnehin bei jenen 85 Prozent der Studenten, die gar keine Studienbeihilfe erhalten, und nicht bei der relativ kleinen Gruppen der Kinder von Bauern und Studenten.
Bauernkinder machen nur vier Prozent aus
Die Kinder von Bauern sind an den Hochschulen übrigens klar in der Minderheit, sie machen insgesamt nur vier Prozent aller Studenten aus. Die größte Gruppe sind jene Studiosi, deren Vater leitender Angestellter ist (22 Prozent), gefolgt von Kindern einfacher Angestellter (15 Prozent), einfacher Beamter und Arbeiter (je 13 Prozent), leitender Beamter (elf Prozent) sowie Kinder von Selbstständigen mit Angestellten (zehn Prozent) bzw. selbstständigen Ein-Mann-Unternehmern (sechs Prozent) und Freiberuflern (drei Prozent).
(APA)
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