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„Grundlagenarbeit ist nicht für immer interessant“

16.09.2012 | 18:22 |   (Die Presse)

Geoinformatiker. Christian Gasperi unterrichtet gerne, die fachliche Weiterentwicklung ist ihm aber wichtiger.

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Salzburg. Christian Gasperi steht zwar noch mit einem Bein in der Schule – mit dem anderen ist er allerdings schon am Absprung. Der 31-jährige Informatiker hat vor rund einem Jahr seine eigene Firma gegründet, mit dem Ziel, „langfristig mit meinen eigenen Projekten durchstarten zu können“. Zum Überleben würden die Einkünfte aus seiner jungen Firma allerdings (noch) nicht reichen, deshalb ist er vorerst noch (geringfügig) an Salzburger Schulen als Informatiklehrer tätig. Dazu qualifiziert ihn sein Informatik- und Geografie-Lehramtsstudium.

Dass Gasperi den Weg des Lehramtsstudiums überhaupt eingeschlagen hat, hatte mit seinem persönlichen fachlichen Interesse an diesen beiden Fächern zu tun. Aber er wollte auch mit Jugendlichen arbeiten. Nach seinem Studium ist er dann zwar direkt ins Berufsleben eingestiegen – allerdings nicht in der Schule.

 

Die Schule allein reicht nicht

Erst nach drei Jahren bei der Salzburger Landesregierung, für die er „Geoinformatikprojekte“ betreute, entschied sich Gasperi dann doch noch dafür, die Lehrerausbildung mit dem Unterrichtspraktikum abzuschließen. In der Schule habe er zwar durchwegs gute Erfahrungen gemacht, auch das Wissen aus seiner vorherigen beruflichen Tätigkeit konnte er einbringen. Rasch nahm aber der Wunsch, sich fachlich weiterzuentwickeln, überhand. „In der Schule muss ich immer wieder mit den Grundlagen anfangen. Wenn die Schüler endlich so weit sind, dass man wirklich tolle Dinge machen könnte, sind sie in der achten Klasse – und dann sind sie weg“, sagt Gasperi. Es war also nicht die Arbeit mit den Jugendlichen per se, die Gasperi keine Freude mehr bereitet hätte – vielmehr kam die persönliche fachliche Weiterentwicklung zu kurz.

Dies holt er nun in seinem Einmann-Unternehmen nach, in dem der Salzburger unter anderem Datenbankdesign und -aufbau betreibt, programmiert, Gefahrenbereichszonen analysiert oder Daten harmonisiert. „Ich habe zwar einige Zeit gebraucht, aber heute mache ich das, was mir gefällt“, sagt Gasperi.

Er habe schon während des Studiums darauf geachtet, in verschiedenen Bereichen Fuß zu fassen. Das empfiehlt er auch anderen angehenden Lehrern: sich schon während der Ausbildung zu überlegen, „welche Zusatzqualifikationen man sich aneignen kann und sich dafür zu engagieren“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2012)

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