Von jungen Menschen, die ins Berufsleben einsteigen, wird vor allem eines erwartet: Flexibilität. Längst vergangen sind die Zeiten, in denen man eine Ausbildung abschloss, einen Arbeitsplatz fand und bis zur Pensionierung an ebendiesem seine Arbeit verrichtete. Für eine Berufsgruppe trifft genau das großteils aber nach wie vor zu: für Lehrer.
Wer in Österreich eine Lehramtsausbildung abschließt, dessen Möglichkeiten für einen Jobwechsel sind begrenzt. Jedenfalls für jene, die keine Zusatzausbildungen, Zweitstudien oder ähnliches betreiben. Für viele, die den Lehrberuf ergreifen, kann das an einem bestimmten Punkt ihrer Karriere zum Problem werden. Und zwar dann, wenn sie merken, dass sie in ihrem Beruf nicht mehr glücklich sind. Die Alternativen, vor denen sich viele sehen, sind wenig erfreulich: Auf die Frühpension hoffen? Auf eine Versetzung an eine administrative Stelle? Oder durchbeißen und weitermachen bis zur Pension? Die negativen Auswirkungen auf die Lehrkraft selbst, aber auch auf ihre Schüler sind meist kaum zu übersehen: Burn-out, Frustration, lieblos gestalteter Unterricht.
„Die Presse“ hat sich unter ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern, die den Absprung geschafft haben, umgehört. Auch wenn ihre Beweggründe und Ziele sehr unterschiedlich waren: Sie alle haben es geschafft, in einem neuen Berufsfeld Fuß zu fassen. Darunter ein ehemaliger Lehrer, der nun Geoinformatiker ist. Ein Pädagogen-Paar, das derzeit Bildungsexpertisen erstellt. Und ein ehemaliger Musiklehrer, der nun als Bezirksgerichtsvorsteher arbeitet. Außerdem erklärt Buchautor Thomas Unruh im Interview, warum es so schwierig ist, sich einzugestehen, dass man in der Schule nicht (mehr) richtig ist und welche Alternativen sich bieten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2012)
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