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Eltern fürchten sich vor Erster Hilfe bei Kindern

26.06.2012 | 09:30 |   (DiePresse.com)

Bei Notfällen "nichts zu tun, ist der häufigste Fehler", heißt es vom Samariter-Bund. Laut Studie glaubt aber nur ein Viertel der Eltern, effektiv Erste Hilfe leisten zu können.

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Mehr als die Hälfte aller Eltern hat Angst davor, bei einem Notfall mit Kindern etwas falsch zu machen. Das hat eine für den Arbeiter-Samariter-Bund Österreich (ASBÖ) durchgeführte Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Karmasin ergeben. Unwissenheit punkto Erster Hilfe kann dramatische Konsequenzen mit sich bringen. "50 Prozent der Kindernotfälle sind lebensbedrohlich", unterstrich Jürgen Grassl, Leiter ASBÖ-Akademie die Ausgangslage, wenn Rettungsorganisationen gerufen werden. "Nichts zu tun, ist der häufigste Fehler", so Grassl am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Umfrage stützt sich auf 300 telefonisch befragte Personen, die angaben, dass in ihrem Haushalt Kindern wohnen.

Gerade im Sommer häufen sich beispielsweise Badeunfälle, und da sind Erste-Hilfe-Kenntnisse gefragt. "Sofortiges Eingreifen steigert die Überlebenschancen um bis zu 70 Prozent", berichtete Grassl. Besonders wichtig sei bei jedem Unfall die kritische Anfangsphase bis zum Eintreffen der Rettung. Doch da mangelt es scheinbar an den notwendigen Kenntnissen. Nur 25 Prozent der Befragten glaubten, effektive Erste Hilfe bei Kindern leisten zu können. "Die Eltern sind aber die wichtigsten Ersthelfer", betonte Grassl, der diese Kenntnisse als "moralische Verpflichtung" definierte. Besonders wichtig sei das Wissen, dass "Kinder keine kleinen Erwachsenen" sind. Anatomische Unterschiede, wie etwa die noch elastischeren Knochen, erfordern mitunter andere Maßnahmen.

Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) gab an, dass sie bereits einmal Erste Hilfe geleistet haben. 84 Prozent davon sagten, sich dabei "sehr sicher" bis "eher sicher" gefühlt zu haben. Die Meinungsforscherin Sophie Karmasin unterstrich bei der Präsentation der Umfrage, dass die Teilnehmer der Studie bei genauerem Nachfragen über geeignete Maßnahmen eine gewisse Ahnungslosigkeit gezeigt hätten. "Im ersten Moment präsentierte man sich sattelfest, im Detail wurden dann aber die falschen Konsequenzen gezogen", fasste sie ihre Erkenntnisse zusammen. "Letztendlich vertraut nur ein Viertel der Befragten vollkommen auf die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse und glaubt, bei Kindernotfällen effektive Hilfe leisten zu können", fügte sie hinzu.

Wissenslücken ergaben sich etwa bei der Frage, was beim Verschlucken von Fremdkörpern zu tun ist. Mit 67 Prozent würde zwar die Mehrheit den Rettungsdienst rufen. Ein Teil der Befragten ergreife aber falsche Maßnahmen: 33 Prozent würden versuchen, den Gegenstand mit dem Zeigefinger aus der Mundhöhle herauszuholen, 32 Prozent würden das Kind auf den Kopf stellen. Zu ähnlich häufigen falschen Aussagen kam es bei der Frage nach Maßnahmen bei großflächigen Armverbrennungen oder bei einem Sonnenstich.

Für Otto Pendl, ASBÖ-Vizepräsident, stellt sich die als Konsequenz zu den Umfrageergebnissen dabei die Frage, ob Eltern Erste-Hilfe-Kurse verpflichtend vorgeschrieben werden sollen: "Eine Ausbildung werdender Eltern über die Geburtsvorbereitung hinweg", wäre für den Nationalratsabgeordneten sinnvoll, denn "bei mehr als einem Drittel der Befragten liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs neun Jahre oder länger zurück."

 

(APA)

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7 Kommentare
Gast: NewModernLifing
28.06.2012 21:00
0 0

Vielleicht

Sollte jeder Mensch der über eine gewisse Grundintelligenz und Vernunft verfügt, auch mal eine Leiche sezieren dürfen um mehr über die Anatomie zu erfahren-das würde vielleicht auch bei Erster-Hilfe helfen!

Erste Hilfe Kurse sollten verpflichtend sein

Meiner Meinung nach sollte jeder erwachsene Mensch der in Österreich lebt mindestens alle 5 Jahr verpflichtend einen erste Hilfe Kurs machen müssen.

Antworten Gast: NewModern Lifing
28.06.2012 21:03
0 0

Re: Erste Hilfe Kurse sollten verpflichtend sein

dann aber Kostenlos!

Jeden Mensch ein Buch und eine DVD über erste Hilfe zu schicken(auf Staatskosten) hätt glaub ich mehr Sinn!

Gast: Eltern
27.06.2012 15:32
0 0

Bitte korrekt!

Die Überschrift muss korrekt heißen:
Manche Eltern fürchten sich vor negativen Folgen Erster Hilfe bei Kindern.

Weder fürchten sich alle Menschen die Eltern sind, noch fürchten sie sich vor der Hilfe, sondern davor, dass sie etwas falsch machen und dem Kind mehr schaden als nützen.

Die Presse hat ein gewaltiges Problem mit den Eltern. Objektivität ist in Bezug auf Eltern scheinbar nicht erwünscht.

Gast: Erste Hilfe hart an der Grenze.
26.06.2012 13:09
1 0

Das ist das Problem, das nicht gelehrt und gesagt wird.

Die erste Hilfe Kurse haben die Eigenart in einem Raum stattzufinden, in dem alles in Ordnung ist, der Fall als Einzelfall behandelt wird, und nicht im geringsten auf das Chaos und die Panik eingeht, Ruhe zu bewahren ist leicht gesagt, ebenso leicht gesagt die Wiederbelebung, etc...

Meiner Meinung nach wäre der richtige Ort für die Erste Hilfe ohnedies die Feuerwehr, deren Personal genügend Erfahrung hat mit Unfallsituationen und auch das wissen, das ein Unfall niemals einer sterilen Laborbedienung entspricht.

Alleine die Maßnahme bei Säureverletzungen (Essig, etc...) im Auge, ist derartig daneben das ich verdammt großen verdachte habe, ob die Ausbildner jemals einen derartigen Unfall real erlebt haben, sonnst könnten sie einen derartigen Schmarren nicht unterrichten, wie er auch in einer Gratiszeitung wiedergegeben ist, soviel sei gesagt, so wie das beschrieben ist, geht es definitiv selten, wie es geht, das zu sagen verbittet mir das Gesetz, leider, wie vieles andere auch!

Persönlich würde ich ohne bedenken Erste Hilfe leisten, hart an der Grenze, sicher mit dem Risiko angeklagt zu werden, wenn das Kind hernach noch sieht, btw. die Eltern sich nicht um einen Sarg kümmern muß, von mir aus sollen sie mich hernach ins Hefen stecken, ob ich auch so handeln würde bei Erwachsenen - wohl eher nicht, kann mir auch keiner einen Vorwurf machen!

Re: Das ist das Problem, das nicht gelehrt und gesagt wird.

erste Hilfe Kurse: vollkommener Unfug,
richtig: Erste-Hilfe-Kurse.
Sehen Sie? Hat gar nicht weh getan und kostet keinen Cent mehr.

Antworten Antworten Gast: Hauptsche depperte Antwort geben!
26.06.2012 17:23
1 0

Re: Re: Das ist das Problem, das nicht gelehrt und gesagt wird.

Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein!

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