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Mikl-Leitner: "Parallele Elternkarenz macht Lust auf Kinder"

28.06.2012 | 15:48 |  VON KARL ETTINGER (DiePresse.com)

ÖAAB-Chefin Mikl-Leitner verlangt zugleich Babypause von Müttern und Vätern und 7000 Euro steuerfreies Minimum pro Kind als „Motivation". Das SPÖ-Modell lehnt sie als „Zwangsjacke" ab.

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Die Presse: Die SPÖ wirbt für höhere Familienbeihilfen bei gleichzeitiger Streichung von steuerlichen Erleichterungen. Ist die selbst ernannte Familienpartei ÖVP damit am linken Fuß erwischt worden?

Johanna Mikl-Leitner: Wenn ich mir die Vorschläge der SPÖ anschaue, fällt mir nur ein: Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Warum?

Wir befinden uns an einer Weggabelung. Es gilt zu entscheiden: Gehen wir den Weg der staatlichen Lenkung, um Familien noch mehr in die Zwangsjacke zu stecken, oder jenen der Unterstützung der Eigenverantwortung der Familien Richtung Wahlfreiheit.

Warum ist das eine Zwangsjacke, wenn SPÖ-Frauenministerin Heinisch-Hosek sagt, es solle mehr Kinderbetreuungsplätze geben?

Beim Thema noch mehr Kinderbetreuungsplätze sind wir uns ohnedies einig. Ich weiß, wovon ich rede. Ich war in Niederösterreich acht Jahre lang dafür verantwortlich. Niederösterreich ist ein Vorbild. Allein in meiner Zeit habe wir 370 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze investiert. Wichtig ist die Unterstützung von ÖVP-Familienminister Reinhold Mitterlehner mit 55 Millionen Euro für den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze.

Also ist ohnehin alles paletti?

Es ist dennoch wichtig, den Eltern die Wahlfreiheit zu geben. Sie sollen entscheiden können, wie sie sich persönlich um ihr Kind kümmern. In diesem Zusammenhang ist das Thema Teilzeit ein ganz wichtiges Instrument. Die Familien brauchen mehr Flexibilität. Seitens der SPÖ und der Frauenministerin wird aber Teilzeit verteufelt. Wenn es nach ihr ginge, müssten sich die Frauen und auch die Männer entscheiden: entweder ganz in den Beruf oder ganz hinter den Herd. Das ist eine Philosophie des letzten Jahrhunderts, das ist eine Zwangsjacke. Ich will mehr Flexibilität, damit Väter auch parallel mit der Frau bis zu drei Monate in Karenz gehen können - freiwillig. Das kostet nicht mehr, stärkt aber die Bindung zwischen Kind und Vater. Und gerade diese parallele Zeit in der Karenz soll auch Lust auf mehr Kinder machen.

Die SPÖ sagt allerdings, Teilzeit sei eine Armutsfalle in der Pension.

Es redet doch niemand von einer Teilzeit auf ewig. Wir reden von Teilzeit auf Zeit, um Müttern und Vätern die Möglichkeit zu geben, sich Zeit fürs Kind zu nehmen. Dass die SPÖ Ideologien nachrennt und nicht auf die Familien hört, ist ein schwerer Fehler.

Die ÖVP propagiert auch 7000 Euro steuerfreies Existenzminimum pro Kind. Wie ist das leistbar angesichts des Sparkurses der Regierung?

Hier ist die Finanzministerin dabei, ein Steuersystem zu entwickeln. Klar ist: Wir bekennen uns zu einem Mix aus Sach-, Geld- und Steuerleistungen. Was wir daher ebenso klar ablehnen, ist das, was die SPÖ propagiert: nämlich alles weg, keine Steuerbegünstigungen mehr. Familien haben individuelle Wünsche und Anforderungen. 7000 Euro steuerfreies Existenzminimum sind ganz klar eine Motivation zu einem zweiten oder dritten Kind. Und derartige Maßnahmen greifen auch unmittelbar. In Frankreich wird ab dem dritten Kind die Steuerbegünstigung sogar verdoppelt, und die Geburtenrate ist dort dementsprechend.

Woher soll das Geld zur Finanzierung kommen?

Wir sagen Nein zur Reduktion von Familienleistungen. Das haben die Sozialdemokraten bereits probiert im Rahmen des Konsolidierungspaktes. Die Kalkulation, die die SPÖ anstellt, nämlich Verdoppelung der Familienbeihilfe und gleichzeitig werden 150 Millionen eingespart, ist falsch. Die SPÖ konnte noch nie eins und eins zusammenzählen.

Und zu wem sagen Sie künftig „Her mit dem Zaster", damit die ÖVP-Pläne für die Familien finanziert werden?

(Lacht.) Die ÖVP ist dafür bekannt, dass sie nicht mehr ausgibt, als man sich leisten kann. Wir sind gerade beim Konsolidierungspaket auf einem guten Weg. Wir sind uns bewusst, dass Familien Geld brauchen und nicht zu Verlierern werden dürfen.

Die Koalitionsparteien haben eben eine automatische Inflationsanpassung der Parteienförderung beschlossen. Da müssen sich die Familien gepflanzt fühlen, denn die haben seit Jahren keine Erhöhungen, geschweige denn eine jährliche Valorisierung ihrer Beihilfen und Leistungen gehabt.

Da schließe ich mich dem Familienminister an. Der hat klar gesagt: Wir müssen über eine Indexanpassung der staatlichen Familienleistungen nachdenken, weil es seit 2000 keine Erhöhung gegeben hat.

Also als ÖAAB-Chefin Ja zu einer jährlichen Valorisierung der Familienleistungen?

Auf alle Fälle eine Indexanpassung der Familienleistungen. Familien brauchen im Sinne der Fairness einen Teuerungsausgleich.

Die SPÖ fordert unter anderem einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz. Was halten Sie davon?

Jeder, der in die Zukunft blickt, weiß, dass Familienpolitik immer mehr zu einem Standortfaktor wird. Je mehr familienpolitische Maßnahmen gesetzt werden, je mehr Unterstützung es gibt, um Beruf und Familie zu vereinbaren, umso größer ist die Garantie, dass die Menschen in den Städten und Gemeinden und Betrieben bleiben. Jede Region und jedes Unternehmen ist gefordert.

 

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75 Kommentare
 
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Gemeinsame Obsorge

Gemeonsame Obsorge, gemeinsame Doppelnamen für uneheliche Kinder und ein Ende der Diskriminierung des Mannes als bloße Zahlväter (Kind ist erbberchtigt, Anspannung- auch bei Engagement fürs Kind und mehr Zeit fürs Kind muss die vorher verdiente Summe eingebracht werden, absolut Null Rechte als Vater) - das macht Lust auf Kinder. Ich erfülle laut Kindesmutter alle meine Pflichten als Vater, zahle die Luxusgrenze an Alimenten und unser Kind wird einmal eine Menge erben. Das Kind trägt weder meinen Namen noch darf ich irgendetwas mitentscheiden. Ich kann jedenMann nur warnen bei der derzeitigen Gesetzeslage ein Kind in die Welt zu setzen. Frau Heinisch Hosek empfehle ich wieder zurück in die Spielzeugschachtel zu wechseln, wo sie herkam. Bundeskanzler Faimann wünsche ich eine Borderline Freundin und ein Kind mit ihr. Danke für diese GLEICHHEIT ist GERECHTIGKEIT der SPÖ. Unfassbar, und da fragt echt noch jemand, warum wirso wenig Kinder haben in diesem Land?

Verdammt

wenn ich ein Kind haben will (oder nicht) weil es möglicherweise einen finanziellen Anreiz gibt dann läuft da sowieso etwas schief. Ich wollte meine Kinder und dabei war mir herzlich egal welche Anreize oder nicht auf dem Tisch liegen.

Eltern sollten auch wählen können ob sie die Verantwortung in ein System abgeben wollen oder sich lieber selbst um die Kleinen kümmern. Kein System der Welt kann meine Kinder erziehen. Das können nur die jeweiligen Eltern und wenn die den Aufwand scheuen sollten sie eine Präser nehmen.

Gast: Österreich im Lustschrei
30.06.2012 15:13
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"Parallele Elternkarenz macht Lust auf Kinder"

Ist unser privater Geschlechtsverkehr wirklich
gerade dabei ein politischen Akt zu werden?

Gast: Mag. Angelika Bazant
30.06.2012 11:58
0 0

Schaufenster - 29.06.2012

Im Schaufenster von Freitag dieser Woche findet sich unter 3 Seite 7 ein Kind im Bubenlook. Der Knabe steht auf wertvollen alten Büchern. Wie wollen wir Werte vermitteln, wenn wir sie mit Füßen treten?
Wie wollen wir Familien stärken, wenn wir nur mehr auf das Outfit achten, anstelle von echter Familienförderung?

Re: Schaufenster - 29.06.2012

Damit sollo gar nix vermittelt werden. Das war vermutlich ein Symbolbild von einer Bildagentur.

Gast: Cougar83
29.06.2012 14:17
0 0

Einige Herren und Damen "da oben" wissen, dass die heutige Schuldenlast nur noch durch Inflation tilgbar ist.

Deswegen sind Parteiengelder nun inlfationsgeschützt und Familienleistungen eben nicht.

Gast: Cougar83
29.06.2012 14:11
5 0

Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Ist ein ausgezeichnetes Resümee der letzten 30 Jahre Sozialdemokratie.

Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Die Genossen wissen schon was sie tun :Stimmenkauf zu jedem Preis.Dadurch die hohe Verschuldung der sozialistisch regierten Länder.Den Schuldenabbau dürfen dann in der Regel die Konservativen durchführen.Diese werden dann immer als die Unsozialen abgestempelt.Siehe Spanien,Portugal,England,Griechenland usw.

Gast: Eleonora K.
29.06.2012 13:16
4 2

..macht Lust auf Kinder

Je mehr Druck seitens des Staates gemacht wird, Kinder in die Welt zu setzen, desto weniger Lust haben die Eltern auf Kinder. Lasst die Leute endlich in Ruhe mit Zwangsbeglückung. Mit Geldgeschenken wird ohnehin nur die Unterschicht zum Kinderkriegen animiert, und diese Schicht wird immer größer. Verständlich, dass man da nicht mehr mitmachen will.

Antworten Gast: hallo?
29.06.2012 13:57
3 0

haben sie das

interview eigentlich gelesen - oder posten sie einfach so herum?

die roten wollen zwangsbeglückung UND die entlastungen für die steuerzahler streichen.
die mikl will wahlfreiheit und dass die steuerzahler nach wie vor entlastet werden.
was SIE wollen, weiß ich nicht.

Gast: schatzihatzi
29.06.2012 13:13
3 0

lust auf kinder hätte ich schon,

aber das geld reicht trotz gehalt von meiner frau und mir gerade mal so.

schuld sind die steigenden unterhaltskosten und mietkosten. wie soll man da bitte ein kind finanzieren, wenn man gerade so gut über die runden kommt und pro monat gerade mal 200/person wegsparen kann für etwaige zukünfitge ausgaben.

wo soll man da ein kind unterbringen frau BM ML?

Antworten Gast: Kibietz
29.06.2012 15:01
2 0

Dasist schon ein guter Schnitt

für einen Ottonormalbürger. Es gibt viele Österreicher die gar nicht sparen können. Dewegen müssen die Kosten für die Lebenserhaltung stark gesenkt werden. Allen voran die Mieten da es sich hierbei um ein leistungsloses Einkommen handelt. Aber auch die Preise der Lebensmittel.

Gast: Lilli45
29.06.2012 11:14
5 2

wenigstens eine mit hirn.


Gast: Jazz7
29.06.2012 11:03
8 1

So ist's recht

Ich finde es super, wenn mein Mann gemeinsam mit mir in parallele Elternkarenz gehen kann.
Warum sollten immer nur die Mütter mit ihren Kindern in den wichtigen ersten Lebenswochen eine Bindung aufbauen?
Für die Väter ist das schließlich genauso wichtig.

Und wer nicht will, soll es eben lassen.
Das ist das Schöne an der Wahlfreiheit ;)

4 0

Verlasse die nie auf den Staat.

Wir sind 1967 mit unseren sechs Kindern nach Suedafrika gegangen, die nun in unserem Alter sehr gut fuer uns sorgen. Wir haben fuer eine sehr gute Ausbildung gesorgt und so ist es keine besondere Belastung fuer sie.
Ein schoenes Familienleben, ist mehr Wert, als so manches unnoetige Vergnuegen.
Oesterreich hat keine Pensionsversicherung, sondern ein Umlageverfahren. Die in Arbeit stehenden zahlen fuer die Pensionisten, wenn weniger Leute arbeiten, ist weniger Geld fuer die Pesionisten vorhanden.
Fuer die Politiker ist natuerlich immer genug vorhanden, um ein herrliches Leben auf Kosten, der arbeitenten Menschen zu fueren.

0 5

Die Aussage!

Parallele Karenz macht Lust auf Kinder? Erhöht sich durch längeres tägliches Zusammensein die Paarungswahrscheinlichkeit?

Gast: Schilfhalm P
29.06.2012 10:36
12 2

Für das Kinderkriegen sind gewisse "Gäste" zuständig

Ein Großteil von ihnen hat noch keinen Cent ins System eingezahlt.

Die sollen Gutscheine kriegen, damit diese Kinder wenigstens eine kleine Bildung erhalten und das Geld nicht ins Häuschen am Marmara Meer fliesst.

noch keinen Cent eingezahlt?

Stammtischniveau - mehr ist zu dieser Aussage nicht hinzuzufügen.

Antworten Gast: (x) FPÖ
29.06.2012 11:02
4 1

Re: Für das Kinderkriegen sind gewisse "Gäste" zuständig

Jo!
Genau!

Das sind doch nur Nebelgranaten.....


.....die am eigentlichen Problem vorbeigehen.

An erster Stelle steht das Wohnungsproblem. Können sich Familien mit Kindern überhaupt noch eine geeignete Wohnung leisten.

An zweiter Stelle steht unser Steuersystem. Familien mit Kindern werden nach wie vor benachteiligt.

An dritter Stelle felht es an Betreuungseinrichtungen.

Also was nützt eine erhöhte Familienbeihilfe, oder parallele Elternbetreung?

... zugleich Babypause von Müttern und Vätern?

Väter, welche "beamtet" im Selbstschutz schwelgen oder beim AMS "notiert" sind, haben bestimmt kein Problem damit!

Der Bereich der unselbstständig Produktiven wird eher sorgsam mit "Karenzen" umgehen (müssen)?

Gast: Heimchen am Herd
29.06.2012 08:44
1 6

Fragt doch die Eltern was für sie das Beste ist!

Was soll der Blödsinn: parallele Elternkarenz?
Erstens gibt es keinen Grund, dass beide Elternteile gleichzeitig in Karenz gehen, das wäre reine Ressourcenverschwendung und außerdem schadet die Karenz gewaltig der Karriere. Warum sollten beide Eltern dieses schädliche Verhalten an den Tag legen? Wenn ein Elternteil es tut und zwar der, der ohnehin kaum Aussicht auf Karriere hat, dann genügt es vollkommen.
Wichtig wäre es, dass die Kinderbetreuung in ausreichender Höhe Rentenbildend wirkt.

Antworten Gast: louben
29.06.2012 10:21
4 1

meine güte

ist das echt so schwierig zu verstehen?

was heißt "Was soll der Blödsinn: parallele Elternkarenz?"

es geht doch nur darum, die möglichkeit zu geben - auf freiwilliger basis.

den familien die WAHLFREIHEIT zu lassen

und wenn wer findet, dass das blödsinn ist, dann macht ers eben NICHT so

der punkt ist, dass man jetzt gar nicht die möglichkeit dazu hat.

und ja: manche jung-familien würden sich das tatsächlich wünschen - so what?

Antworten Antworten Gast: Heimchen am Herd
29.06.2012 20:32
0 0

Re: meine güte

Der "Blödsinn" bezieht sich auf "parallel". Warum sollen beide gleichzeitig zu Hause herumsitzen? Nicht dass es Langweile gäbe. Ich hätte kein Problem damit wenn mein Mann und ich ein Jahr lang Urlaub hätten und wir könnten uns mit unserem Baby eine schöne Zeit machen und kriegen auch noch monatlich ein Sümmchen auf unser Konto überwiesen.
Mit welchem Recht aber soll die Allgemeinheit für dieses Vergnügen aufkommen?

Antworten Antworten Antworten Gast: louben
03.07.2012 10:42
0 0

Re: Re: meine güte

... mit dem gleichen recht, mit dem die väter jetzt schon NACH der mutter in karenz gehen können
es geht nur darum, die gesetzliche möglichkeit zu geben, dass sie das jetzt auch gleichzeitig und nicht nur hintereinander können ...
das sind in summe NICHT mehr monate, das heißt, es konnte den staat genau NULL mehr

ist das so schwer zu verstehen??

Gast: Kurzner G
29.06.2012 07:53
1 1

Parallele Elternkarenz?

Wenn beide Elternteile Mindestsicherung beziehen und in einer Sippe leben?

 
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Schlagzeilen Bildung