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"Die Menschen wollen mehr Teilzeit, nicht weniger"

10.07.2012 | 10:50 |   (DiePresse.com)

Wie lassen sich Familie und Arbeit vereinbaren? ÖVP-Wirtschaftsminister Mitterlehner setzt auf Teilzeit, die SPÖ sieht sie als Armuts-Falle. Die Opposition wünscht sich flexiblere Lösungen.

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Ist Teilzeitarbeit eine gute Möglichkeit für Eltern, Familie und Job unter einen Hut zu bringen oder eine Fallstrick für Frauen? Die Parteien sind sich in diesem Thema ausgesprochen uneinig. SPÖ-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek etwa sprach sich kürzlich dafür aus, den elterlichen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit von sieben auf vier Jahre verkürzen. Sie versteht die "Mutter-bleib-beim-Kind-Mentalität" nicht.

Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) dagegen hat sich am Montag gegen ein Schlechtreden der Teilzeitarbeit ausgesprochen. Im Gegenteil würde diese den Wiedereinstieg und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen, erklärte Mitterlehner. Er reagiert damit auf die Kampagnenbilanz der SPÖ-Frauen: "Achtung Teilzeit: Halber Lohn. Weniger Pension". Diese kritisieren, dass Teilzeitarbeit nur eine Notlösung sei und die meisten Frauen sich dazu gezwungen sehen würden.

Gewünscht: "Mehr Teilzeit, nicht weniger"

Dem wiederspricht der Wirtschaftsminister. AMS-Zahlen würden unterstreichen, dass Teilzeit gewünscht wird und auch den Lebensrealitäten entspricht, so Mitterlehner. Demnach haben im Vorjahr 16 Prozent aller Arbeitssuchenden Teilzeitstellen gesucht, während nur 14 Prozent aller dem AMS gemeldeten Stellen Teilzeitjobs waren. "Die Menschen wollen mehr Teilzeit, nicht weniger", stellte Mitterlehner fest. Er sprach sich weiters gegen "Zwangsverpflichtungen" für Unternehmen und für Entscheidungsfreiheit für berufstätige Eltern aus.

FPÖ: Mütter werden von Kindern entfernt

FPÖ-Frauensprecherin Carmen Gartelgruber zeigte sich mit der SPÖ-Frauen- und Familienpolitik "mehr als unzufrieden". Heinisch-Hosek gehe "beharrlich einen Weg, der die Mütter immer weiter von ihren Kindern entfernen soll", erklärte Gartelgruber.

Die Grünen forderten ein Ende der Lohndiskriminierung von Teilzeitbeschäftigten. "Nicht 40 Stunden für ihn und 20 Stunden für sie, sondern 30 Wochenstunden für beide, wäre ein gutes Vereinbarkeitsmodell", meinte die Grünen-Abgeordnete Judith Schwentner.

BZÖ-Frauensprecherin Martina Schenk forderte von der Regierung mehr Initiativen in Richtung Flexibilität am Arbeitsplatz. Die Arbeitszeiten sollen sich an die geänderten Gegebenheiten anpassen, so Schenk.

Teilzeit
Laut Statistik Austria war die Teilzeitarbeit auch 2011 typisch weiblich: 44 Prozent der Frauen arbeiteten im Jahresdurchschnitt Teilzeit (2010: 43,8 Prozent). Der Anteil der erwerbstätigen Männer, die eine Teilzeitbeschäftigung ausüben, liegt bei 8,9 Prozent. Absolut betrachtet arbeiteten 2011 199.400 Männer und 843.300 Frauen in Teilzeit.

(APA/Red.)

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24 Kommentare
Gast: whoCares
11.07.2012 05:05
2 0

das "Problem" mit Teilzeit und Arbeitslosigkeit, wie auch der auseinanderklaffenden Einkommen

. . . wäre via Umverteilung der Einkommensteuer zu lösen.
Das Mindesteinkommen sollte jedem gleich einem Vorsteuerrabatt zustehen, womit Teilzeitbeschäftigung und jeder Job bereits zu einem besseren/vernünftigen Einkommen führte.
So die Familie das Fundament der Gesellschaft ist, wäre es auch sozial gerecht, dass sich die Mutter und Hausfrau um die Kleinkinder sorgen, später Teilzeit und zuletzt wieder voll berufstätig sein könnte.

Gast: HerrGescheid
10.07.2012 15:14
3 0

Was gerne unter den Tisch gekehrt wird...

Die Beschäftigung der Frauen ist gestiegen. D.h. Frauen, die früher gar nicht gearbeitet haben, arbeiten jetzt in Teilzeit. Daher auch der große Unterschied zw. Männer und Frauen in der Teilzeitstatistik. So gesehen hat der Mitterlehner recht: mehr Teilzeit ist gewünscht.

Re: Was gerne unter den Tisch gekehrt wird...

Ja, weil sie müssen. Wahrscheinlich gäbe es noch genügend Eltern, die bei ihren Kindern zu Hause bleiben möchten - nur ist das eben heute aufgrund der hohen Lebenskosten nicht mehr möglich.

Re: Re: Was gerne unter den Tisch gekehrt wird...

Eher weil sie glauben zu müssen.

Das Problem ist weniger, dass ein Alleinerzieher seine Familie schlechter ernähren kann als früher, die (Konsum)wünsche sind einfach viel größer als früher.

Und in der Wirtschaft ist es recht einfach, wenn mehr gewollt wird muss es vorher erst geschaffen werden.

Re: Re: Re: Was gerne unter den Tisch gekehrt wird...

An erster Stelle steht in der Wirtschaft schon lange nicht mehr die Deckung von Bedürftnissen.

An erster Stelle steht das Schaffen von Bedürftnissen.

Leider wahr!


Gast: Himmelreich der Pfeffersäcke
10.07.2012 14:48
1 1

Mehr Teilzeit geht nur mit weniger Inflation

Wie sollen die Leute mit weniger Verdienst sonst leben können, wenn überall gleichzeitig alles immer teurer wird? Aber das wird's nicht spielen, trotz aller Briefe an den Weihnachtsmann.

Gast: familie
10.07.2012 13:37
3 0

Vollzeit nicht machbar

Vollzeit ginge sich für mich hinten und vorne nicht aus.

Vollzeit arbeiten würde mich für bedeuten: um 7 Uhr aus dem Haus, von 8 - 17 Uhr in der Arbeit (8 Stunden Arbeit, 1 Stunde Mittagspause), frühestens um 18 Uhr wieder zu Hause. Und das an 5 Tagen in der Woche.
Da ist dann aber noch keine einzige Überstunde dabei.

Ich möchte meine kleinen Kinder länger am Tag sehen als 1 Stunde in der Früh (Zeitstress pur) und max. 2 Stunden am Abend.

Antworten Gast: auch familie
10.07.2012 20:15
1 0

Re: Vollzeit nicht machbar

Ich hab es auch so gemacht wie Sie und rückblickend betrachtet war das richtig, auch wenn ich im Alter einmal keine großen Sprünge machen kann.

Meine Kinder sind jetzt fast erwachsen. Die Zeit mit ihnen ist so schnell vergangen und wenn ich so gelebt hätte, wie Frau HEInisch-Hosek das gerne hätte, hätte ich eigentlich gar nichts von ihnen gehabt.

Frau H.-H. hat keine Kinder, sie weiß ja gar nicht, wovon sie spricht. Lassen Sie sich nicht beirren und machen Sie das, was Sie für richtig halten.

Wozu hier politisieren?

Jede Familie muss für sich selbst entscheiden, ob nun ein elternteil zu Hause bleibt oder ob nur die Karenz genutzt wird und danach Teilzeit in Frage kommt.

Es ist eine Frage des Abwägens, welchen Weg man wählt.

Für mich persönlich wären EUR 200,-- weniger pro Monat in der Pension ein mehr als akzeptabler Preis, wenn ich dafür mehr Zeit mit meinen Kinder (gerade in jungen Jahren) verbringen könnte.

Re: Wozu hier politisieren?

Ich gebe Ihnen grundsätzlich Recht, nur, was machen Sie, wenn Sie in der Pension krank sind und teure Behandlungen/Medikamente brauchen? Dann werden Ihnen die 200 EUR vermutlich abgehen (auf die Krankenversicherung würde ich mich nicht verlassen).

Re: Re: Wozu hier politisieren?

Ich verlasse mich im Allgemeinen nur auf mich selbst und einen kleinen, ausgewählten Kreis aus Freunden und Familie.

Realistisch gesehen kann ich meine Reaktion auf das von Ihnen geschilderte Szenario nicht vorraussehen, ich bin ja erst 21.

Allerdings spielt mir die Tatsache, dass ich erst 21 bin auch in die Hände. Ich nehme gar nicht erst an, dass ich noch eine staatliche Pension bekommen werde. Deswegen ist es für mich wenig problematisch bereits in jungen Jahren, solange das Ganze noch billig ist, eine Privatpension abzuschließen.

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Re: Re: Re: Wozu hier politisieren?

Was glaubst du, unterscheidet die staatliche Pension von der Privatpension?

Nur die Tatsache, dass ich zu der einen zwangsverpflichtet bin, zur anderen glücklicherweise nicht.

Beide sind ein Verlustgeschäft!

Nimm das Geld, das du da einzahlen würdest und kauf dir davon z.B. Silberphilharmoniker oder Golddukaten.
Davon hast du in einigen Jahrzehnten garantiert noch etwas.

Von deinen Pensionsbeiträgen hast du dann garantiert NIX!

Re: Re: Re: Re: Wozu hier politisieren?

Ich duze dich einfach einmal zurück.

Mir ist völlig klar, dass meine Privatpension schon in einigen Jahren wertlos sein kann.

Mir ist auch völlig klar, dass eine Privatpension nur dann rentabel ist, wenn ich ungewöhnlich alt werde.

Aber mir ist auch klar, dass das Festhalten an wertlosen Dingen wie Gold und Silber genauso unsicher ist wie an Geld.

Momentan fällt mir eigentlich nur ein sicherer Lebenswandel ein, nämlich der ein Stück Land zu kaufen, das man bewirtschaften kann. Künftig werden Staaten reich sein die gute Böden, reichlich Wasser und eine niedrige Bevölkerungsdichte aufweisen, sprich jene die sich selbst ernähren können.

Nachdem ich allerdings keinerlei Intentionen hege mein Leben lang als autarker Spinner angeglotzt zu werden lasse ich mich auf das Glücksspiel mit dem Geld ein. Mehr ist die Finanzwelt nicht mehr, wenn man sich ansieht, was so alles Einfluss auf Wechselkurse und Aktienwerte hat.

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Re: Re: Re: Re: Re: Wozu hier politisieren?

Über den "Wert" von Gold und Silber kann man streiten.
Als Wertspeicher bewähren sich diese beiden Metalle jedoch bereits seit Jahrtausenden.

Papier, in welcher Form auch immer hat sich noch NIE als Wertspeicher bewährt, schon gar nicht über Jahrzehnte!

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Re: Re: Re: Wozu hier politisieren?

Was glaubst du, unterscheidet die staatliche Pension von der Privatpension?

Nur die Tatsache, dass ich zu der einen zwangsverpflichtet bin, zur anderen glücklicherweise nicht.

Beide sind ein Verlustgeschäft!

Nimm das Geld, das du da einzahlen würdest und kauf dir davon z.B. Silberphilharmoniker oder Golddukaten.
Davon hast du in einigen Jahrzehnten garantiert noch etwas.

Von deinen Pensionsbeiträgen hast du dann garantiert NIX!

Re: Re: Re: Wozu hier politisieren?

Ich wünsche Ihnen wirklich, dass sich alles so ausgeht, wie Sie es geplant haben. Leider kann man nicht alles kontrollieren.

Ich stimme Ihnen aber zu: wir werden keine Pensionen mehr bekommen und bis an unser Lebensende arbeiten müssen. Davon gehe ich auch aus.

HH verfehlt ihren Beruf

Die Leute wollen mehr Teilzeit, 2-300€ mehr am Ende vom Monat bringt nichts wenn ich nur ab 15,1600 Zeit habe es auszugeben. Es ist einerseits die freie Zeiteinteilung ODER Teilzeit der einzig sinnvolle gangbare Weg in die Zukunft. Es schafft mehr Arbeitsplätze, und ein besseres Work-Life-Balance. Ich als Mann bin froh freie Zeiteinteilung zu haben, sowohl was Uni als auch Arbeit betrifft, artet zwar gelegentlich in 14-16 Stunden arbeiten aus, aber unter der Woche mittags frei zu haben ist großartig und Gehaltseinbussen sind dafür locker hinzunehmen

Gast: 0815
10.07.2012 12:33
4 0

für welche pension, ...

... ich will auch mehr teilzeit arbeiten können. wozu an die pension denken die es für viele nicht mehr geben wird weil sie zu gering sein wird bzw. man diese nicht mehr erleben wird. auch wenn otto normalbürger nie das teilzeitgehalt von politikern, lehrern etc. erreichen kann so möchte ich gerne auf etwas konsum verzichten aber etwas mehr freizeit haben ...

Gast: b754
10.07.2012 12:05
1 5

die menschen wollen mehr teilzeit

damit sie dann in der pension arm sind

Re: die menschen wollen mehr teilzeit

Nein, sie wollen jetzt sofort mehr Lebensqualität. Pension gibt es später sowieso keine mehr, wir müssen also davon ausgehen, dass wir bis zu unserem Tod arbeiten werden müssen.

Wenn das schon so ist, dann möchte ich wenigstens das Arbeiten so angenehm wie möglich gestalten und eben nur soviel arbeiten, wie nötig, um mir das Leben leisten zu können.

Wahlmöglichkeit

An erster Stelle muss die Wahlmöglichkeit stehen. Jede Position hat ihre Vor- und Nachteile, die jeder für sich selber abwägen muss. Ich habe, als die Kinder noch jünger waren, 20 Stunden gearbeitet, arbeite jetzt 30 Stunden. Dass ich einmal ziemlich wenig Pension bekommen werde, weiß ich. Das nehme ich bewusst in Kauf. Wer aber sagt, ich will/muss arbeiten gehen und zwar Vollzeit, der soll die Möglichkeit haben, das auch zu tun, auch wenn er Kinder hat. Hier müssen genügend Kinderbetreuungsplätze geschaffen sein, auch in den Bundesländern, Wien ist da eh recht gut dran. Dass mir Politiker erklären, wie ich zu leben habe, finde ich unerträglich.

Re: Wahlmöglichkeit

sie stellen da aber auch forderungen in dem land, in dem der staat von der wiege bis zur bahre über das wohl und wehe seiner bürger entscheidet! schämen sie sich, nach so vielen jahren sozialistischer gesamtlebenshege wollen sie sowas wie selbstbestimmung! :-)

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