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Afrikanische Erziehung in Wien: "Kinder gehören allen"

17.07.2012 | 12:42 |  Von Rosa Schmidt-Vierthaler (DiePresse.com)

Die Eltern der kleinen Laurene sind daran gewöhnt, dass die Gesellschaft Kinder bewusst miterzieht. In Österreich gilt dieses Konzept nicht viel. Eine DiePresse.com-Serie zur Erziehung von Migranten.

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Serge Taffou und Diane Agbogbe leben schon viele Jahre in Österreich, an das Benehmen vieler Kindern und Jugendlicher haben sie sich trotzdem noch nicht gewöhnt. "Wir sind immer schockiert, wie Kinder mit Älteren reden", sagt Diane. Die Kinder seien oft unverschämt, dabei sollten sie Erwachsene respektieren und auf sie hören. In Österreich komme es vor, dass sich ein Kind auf der Straße direkt neben ihm eine Zigarette anzünde, erzählt Serge. In Afrika würde sich das kein Kind trauen, denn die Erwachsenen würden sofort eingreifen. "Wenn afrikanische Kinder Erwachsene treffen, müssen sie auf sie hören - und auch bei Fremden wirklich höflich sein" sagt Diane. Dafür würden die Erwachsenen auch Verantwortung für die Kinder übernehmen.

Ein afrikanisches Sprichwort besagt, dass "die Kinder allen gehören", die Gemeinschaft kümmert sich um sie. Das kann auch Fremde implizieren, denn "eine einzelne Person kann kein Kind aufziehen", wie ein anderes Sprichwort lautet, dafür brauche es ein ganzes Dorf. In den Städten, wo das Netz an verwandtschaftlichen Beziehungen fehlt, nehmen tendenziell Nachbarn den Platz von Onkeln und Tanten ein. Die Kinder müssen auf sie hören, im Gegenzug sind sie alle mitverantwortlich für deren Wohl. In Österreich gibt es diese Tendenz kaum: Verantwortlich für die Erziehung sind die Eltern. Einmischung in die Erziehung wird meist sehr negativ gesehen - denn die Vorstellungen liegen oft auch recht weit auseinander.

Tipps: Erwachsene reagieren ungehalten

In Österreich entscheiden die Eltern, was ihre Kinder dürfen und was nicht. Wenn ungefragt Ratschläge, Tipps oder Kritik von außen kommen, reagieren viele Erwachsene deshalb auch recht ruppig. Das wiederum zeigt den Kindern: Andere haben mir nichts zu sagen. Was vor allem in den Städten zu einem gegenseitigen Ignorieren führt, das so weit geht, dass auch Kinder übersehen werden, die Hilfe brauchen oder sich in Gefahr bringen. Verantwortlich sind ja schließlich die Eltern.

Diane und Serge wollen ihrer fünfjährigen Tochter Laurene einige Werte aus der afrikanischen Erziehung mitgeben. Laurene ist eine Wienerin, sagen sie, trotzdem wollen sie in Bereichen "unsere Kultur bewahren". Laurene müsse sich Älteren gegenüber respektvoll verhalten und solle sich nicht ständig mit anderen vergleichen. Ihre Mutter weist sie zurecht, wenn sie das Gespräch mit DiePresse.com unterbricht. Die Hierarchie ist klar: Wenn Erwachsene reden, sollen Kinder sich zurückhalten.

"Eltern in Europa sind zu locker"

In Mitteleuropa stehen dagegen Kinder und Erwachsene in den Erziehungskonzepten oft auf einer Ebene, sie sollen auf Augenhöhe sein. "Wir denken, dass die Eltern in Europa zu locker sind, die Kinder dürfen fast alles." Das Paar hält nichts davon, Kinder zu schlagen, aber es müsse Grenzen für sie geben.

Diese Grundhaltung teilen Laurenes Eltern, auch wenn sie aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern kommen: Vater Serge aus dem Kamerun, Mutter Diane aus Togo. Obwohl die Mutter an der Uni Wien Publizistik fertig studierte und der Vater eine Ausbildung am Film-Institut SAE machte, konnten sie beruflich in ihren Bereichen nur schlecht Fuß fassen. Die Wohnung ist sehr klein, die Familie teilt sich zu dritt ein Schlafzimmer. Diane als Akademikerin macht nun eine einjährige Ausbildung als Pflegerin und will sich dann weiterbilden, um Krankenschwester zu werden.

Vom derzeitigen Berufswunsch ihrer Tochter sind die Eltern nicht sehr begeistert: Die kleine Laurene will Polizistin werden. Diane und Serge wünschen sich dagegen ein Studium für sie und hoffen, dass sie es für sie weniger schwierig sein wird, einen guten Job zu finden.

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42 Kommentare
 
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Gast: anni87
25.08.2012 16:39
0 0

Grenzen werden auch in Österreich gezogen und respektvoller Umgang ist ebenso ein in Österreich verankerter Wert

Da ich aus der österreichischen Kultur komme finde ich es mehr als richtig, dass für die Erziehung der Kinder ausschließlich die Eltern verantwortlich sind.
Einmischung in private Bereiche sollte endgültig der Vergangenheit angehören!

Kinder haben ein Recht auf eine starke Persönlichkeitsentwicklung und Freiheit im Denken und Reden und sind kommunikationstechnisch in Österreich meines Erachtens richtigerweise Erwachsenen gleichgestellt, sofern sie die üblichen gelten Regeln einhalten (was sie ja auch nur durch die Gesprächsbeteiligung erlernen).
Grenzen werden auch in Österreich gezogen, ebenso Respekt erwartet - vielleicht versteht man unter diesen beiden Begriffen nur jeweils kulturell etwas anderes!?
Respekt bedeutet aber auch, dass sich kein anderer in Erziehung und Privatleben einmischt: und dies sollten alle Kulturen akzeptieren, die Österreich als neue Heimat gewählt haben!

Antworten Gast: NewModernLifing
30.08.2012 22:53
0 0

Re: Grenzen werden auch in Österreich gezogen und respektvoller Umgang ist ebenso ein in Österreich verankerter Wert

Ja das ist sicher ein guter Ansatz.

Soziale Kontrolle

Ich erinnere mich an meine Kindheit in den sechziger Jahren. Wir hatten querulantische Nachbarn, die alles an mir bekrittelt haben. Meiner Mutter war dann einmal der Kragen geplatzt und sie hat sich Einmischungen ein für allemal verbeten. Dann stand sie als streitsüchtige und unverträgliche Person da. Für mich war es sehr wohltuend, dass ich wusste, dass diese unsympathischen Leute mir nichts zu sagen haben und dass mich meine Mutter im Notfall beschützen kann. Keine schöne Zeit damals. Gott sei dank, es ist heute anders.

Gast: Publius Longus
25.07.2012 15:58
1 0

Obwohl die Mutter an der Uni Wien Publizistik fertig studierte und der Vater eine Ausbildung am Film-Institut SAE machte

..konnten sie hier nur schlecht Fuß fassen? das darf doch nicht wahr sein, oder? Die ganze Welt ist doch seit jahrzehnten schon fieberhaft auf der Suche nach "Publizisten" und Typen, die irgendwas mit Medien gemacht haben (IMM).

Vieles stimmt hier natürlich, ABER...

Ich lebe seit 4 Jahren in Afrika (West-, Zentral- und Ost-). Erst einmal muss der Mann sagen, wo in Afrika er her ist, denn Afrika ist sehr groß und es gibt dort kein eiheitliches Erziehungsmodell.

Es ist wirklich augenfällig, dass Kinder großen Respekt vor den Alten haben. Das würde bei uns auch nicht schaden.

Was der Mann allerdings nicht erzählt ist, dass generell in Afrika Rassismus groß geschrieben wird. Afrikaner sind generell Weißen gegenüber äußerst rassistisch und nennen sie Mzungu, Toubab oder Mundele - je nachdem wo man ist - das entspricht etwa unserem, alten N.-Wort. Vor allem auch Arabern und Chinesen gegenüber sieht man echte Feidseligkeit.

Am ärgesten sind die Afrikaner aber gegen andere Afrikaner. An der allgemeinen Xenophobie sollte man sich demnach kein Beispiel nehmen.

Die blutenden Herzen der NGOs aus Europa und den USA reden immer von der europäischen Verantwortung für das ganze Unheil - 50 Jahre "Unabhängigkei"? Ist das nicht genug um einmal von jemandem soetwas wie Leistung erwarten zu können?

Antworten Gast: NewModernLifing
25.07.2012 20:27
0 0

Re: Vieles stimmt hier natürlich, ABER...

Warum sollen Kinder immer soviel Respekt vor ältern haben? erklären sie mir das bitte.

Re: Vieles stimmt hier natürlich, ABER...

auch ich lebe in afrika seit einer reihe von jahren und kann ihnen nur beipflichten. zu allem was sie gesagt haben.
weiters bin ich wahrlich kein freund der engländer oder franzosen, aber an afrikas problemen sind bei weitem nicht in erster linie kolonialisten schuld. da liegen ganz andere ursachen dahinter.

Liebe Rosa,

geh' doch einfach nach Afrika, wenn dort dein Paradies liegt. Und verschon uns mit deinen Beiträgen.

Antworten Gast: nixweida
25.07.2012 14:09
0 0

Re: Liebe Rosa,

Es wird einfach nur die dortige Erziehungsmethode erläutert - nichts weiter.

Gast: NewModernLifing
21.07.2012 16:23
1 1

Ich denke hier folgendes:

Also das letzte was ich wollen würde ist dass wenn ich einmal Kinder habe,das diese von den Nachbarn (außer diese haben nach intensiver Prüfung mein Ok) bzw der Gesellschaft, Stadtgemeinde oder sonst was erzogen werden.

Das ist allerdings im großen und ganzen eh bei uns vorbei und soll auch so bleiben, solange es noch so viele konservative, autoritäre, engstirnige, verklemmte, geisteskranke usw Menschen gibt!!!!

Ja zugegeben sind viele Kinder nicht richtig erzogen, das liegt aber daran dass in unserer stressig-hektischen Zeit seine Kinder mit der nötigen Hingabe und Liebe erzieht, keine langen Gespräche führen will und sie stattdessen den ganzen Tag vor den Fernseher sitzt um Ruhe zu haben.

Auch das Kinder so extrem viel Respekt vor ältern haben sollen ist Blödsinn so nach dem Motto: du bist ein kleiner Dreck und mußt dich nur nach den Älteren richten und íhnen alles recht machen.

Jeder sollte vor allem einen gewissen Grundrespekt haben!

Man muß auch darüber reflektieren wie man selber erzogen worden und gegebenfalls umdenken!

Das mit der Erziehung durch die Gesellschafft merkt man ja besonders bei den Pensionisten:
diese arbeiten oft den ganzen Tag im Garten nur das die Leute über sie denken das sie einen schönen Garten haben und das sie ja nicht faul sind. Das ist irgendwie ganzschön krank! Die wenigsten arbeiten hier für sich! Leider nicht nur Pensionisten.........


Zivilcourage ist nicht mehr politisch korrekt -

die Folgen sind klar.

Publizistik ist arbeitslos

ob aus Togo oder Tulln

Antworten Gast: coooool
29.07.2012 23:53
0 0

Re: Publizistik ist arbeitslos

Redaktuer ist ein Lehrberuf? Wenn ich das als fünfzehnjähriger gewusst hätte...

Gast: magphil
18.07.2012 02:23
15 0

kinder gehören allen

unterrichte seit nun bald 25 jahrenam gymnasium.was sich da in den letzten 8- 10 jahren an verhaltensauffälligkeiten häuft ist schlicht und einfach unfassbar!!!

16 4

Es ist alles so schlecht hier

und wo anders viel besser.

Wie sind wir nur bis hierher gekommen?

Antworten Gast: tschaumitau
29.07.2012 23:54
0 0

Re: Es ist alles so schlecht hier

Ja, also gehen Sie woandershin.

Gast: strafprozessler
17.07.2012 18:15
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Ein afrikanisches Sprichwort besagt, dass die Kinder allen gehören, die Gemeinschaft kümmert sich um sie.

Das gilt auch in Österreich, denn Familienbeihilfe, Kindergeld, Arbeitslosengeld und Mindestsicherung für diese Familie werden ebenfalls von der Gesellschaft aufgebracht.

Gast: Wiener
17.07.2012 17:12
25 19

Schickt sie zurück.

Und laßt sie dort weiterjammern.

tja. rassisten können halt nicht lesen. qed.


Antworten Gast: TWV2
18.07.2012 16:54
5 4

Na, dann nix wie weg

Wiener. Baba und fall net.

Antworten Antworten Gast: Wiener
25.07.2012 19:02
0 0

Re: Na, dann nix wie weg

Komm und probiers.

Re: Schickt sie zurück.

sie tun mir leid !

sollten sie Kinder haben, so sind diese sicherlich nicht so gebildet wie diese zwei Menschen und machen sich auch sicherlich nicht so viele Gedanken über Erziehung, weil sie es ja nicht vorgelebt bekommen haben ...

Antworten Gast: Erich Kanzzig
17.07.2012 17:39
6 13

Wen?

Dich und die anderen Jammerer hier?

Re: Wen?

Lesen Sie bitte sinnverstehend! Nach Ihrem Verständnis hätte er "mich" und nicht "sie" schreiben müssen.

0 3

Re: Re: Wen?

0 verstanden, was?

Antworten Antworten Antworten Gast: Reopol
18.07.2012 13:05
0 2

Egal,

Hauptsache wir werden die Jammerer hier los.

 
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