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Jede fünfte Schwangere in psychosozialer Krise

11.09.2012 | 09:38 |   (DiePresse.com)

Viele Frauen glauben, "nicht richtig zu funktionieren", wenn sie schwanger sind und das große Glückgefühl ausbleibt. Unsicherheit und Ängste sind aber keine Seltenheit.

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Strahlende Mütter, die durch die Geburt das größte Glück im Leben erfahren: Das Klischee sieht die Zeit rund um eine Schwangerschaft meist ausgesprochen positiv. Doch bei einem Viertel aller Frauen geht dieser Lebensabschnitt mit psychologischen Problemen einher. Die Fachkonferenz "Baby an Bord. Mutter über Bord?" am kommenden Montag in Wien beschäftigt sich mit der oft tabuisierten Thematik.

Eines der wichtigsten Anliegen für Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) ist die Ent-Tabuisierung: Zusätzlich zu ihrer schwierigen Situation haben viele Patienten ein schlechtes Gewissen und meinen, "nicht richtig zu funktionieren". Ansprechpartner zu haben und darüber reden zu können, zählt zu den zentralen Strategien. Denn auch, wenn die Gesellschaft oft davon auszugehen scheint, dass Nachwuchs grundsätzlich und ganz selbstverständlich mit Erfüllung gleichzusetzen ist, widerspricht das der Lebensrealität von Tausenden Wienerinnen. "Bei jeder Vierten läuft nicht alles ohne Probleme" schilderte Wehsely den "größten Einschnitt im Leben einer Frau". Ambivalente Gefühle, widersprüchliche Gedanken, Unsicherheit und Ängste sind keineswegs eine Seltenheit - bis zu 20 Prozent erleben psychosoziale Krisen und entwickeln Depressionen.

"Wie soll alles weitergehen?"

Meist steht das Thema Sicherheit bzw. Unsicherheit im Fokus. Ob es sich nun um die finanziellen Rahmenbedingungen handelt oder andere Faktoren wie eine verlässliche Partnerschaft: Oft fehlt schlicht die richtige Perspektive. Dabei handle es sich allerdings keineswegs in erster Linie um ungeplanten Nachwuchs. Die bohrende Frage: "Wie soll alles weitergehen?" kann auch im Fall von Wunschkindern bis hin zu schweren Depressionen führen.

Gleichzeitig stoßen Betroffene nicht selten auf wenig Verständnis im Umfeld, was die Problematik noch verschlimmern kann. Die Stadt setzt im Umgang auf Bewusstseinsbildung: Sobald die "anderen Umständen" bekannt sind und Schwangerschaftsambulanzen aufgesucht werden, stehen Ansprechpersonen bereit. Wehsely zeigte sich stolz auf die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte in der Bundeshauptstadt und deren Vernetzung, von der nicht nur die Eltern, sondern auch der Nachwuchs ein Leben lang profitieren können. Für jene 3000 Wienerinnen, die jährlich unter postpartalen Depressionen leiden, steht im Otto-Wagner-Spital eine bundesweit einzigartige Spezialambulanz zur Verfügung.

Konferenz
Die multidisziplinäre Fachkonferenz "Baby an Bord. Mutter über Bord? Umgang mit krisenhafter Schwangerschaft und Geburt" tagt am Montag, den 17. September 2012, im Rathaus und befasst sich mit den gesundheitlichen und psychosozialen Herausforderungen von Schwangerschaft, Geburt und junger Elternschaft. Veranstalter sind das Wiener Programm für Frauengesundheit, die Medizinische Universität Wien und die Wiener Gesundheitsförderung.

(APA)

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6 Kommentare
Gast: dfnfhm
12.09.2012 00:23
2 4

Dagegen gibt es ein altbewährtes Mittel!

Kondome!

Gast: netzwerker5
11.09.2012 22:43
5 2

nicht nur Schwangere

Psychosoziale Krisen, soweit das Auge reicht. Nach der Demontage des verwerflich Althergebrachten hat sich bisher bloß Verunsicherung breitgemacht, und die Gesellschaft wartet bisher vergeblich auf das solide Neue. Durch Orientierungslosigkeit, Beziehungslosigkeit, Haltlosigkeit, Unzuverlässigkeit hat sich die große Unsicherheit ausgebreitet - auch mit gesundheitlichen Folgen. Und da glaubt wirklich jemand, dass Tabletten diese Probleme lösen?

Kaum verwunderlich

Nachdem dank sozialistischer Gehirnwäsche in den letzten Jahrzehnten Weiblichkeit und Mutterschaft verteufelt sowie Frauen mit aller Gewalt ins Erwerbsleben gepresst wurden, kann es in Verbindung mit dem Hormoncocktail schon einmal zu heftigeren Reaktionen kommen.

Antworten Gast: Fupp6
13.09.2012 10:33
1 2

Blödsinn.

Wir schütten Subventionen an konservative Kreise wie Bauern und Kirche aus. In Milliardenhöhe..... Geld ist also genug da.

Re: Blödsinn.

Wunderbar, Sie haben nichts verstanden.

Gast: Steuerzahler2000
11.09.2012 15:53
2 2

Wir haben Milliarden

für Bauern, ÖBB, Kirchen ... aber kein Geld für werdende Mütter. O du mein Österreich.

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