Kindergarten-Demo gegen "unzumutbare Bedingungen"

Am Samstag lehnen sich Pädagoginnen und Assistentinnen gegen zu große Krippen, zu kleine Räume und zu wenig Gehalt auf. In Kindergärten und Tagesheimen arbeiten mehr als 50.000 Menschen.

KindergartenDemo gegen unzumutbare Bedingungen
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KindergartenDemo gegen unzumutbare Bedingungen
(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die "unzumutbaren Rahmenbedingungen in elementaren Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Krippen und Krabbelstuben" sind der Grund für eine Demonstration am Samstag. Pädagoginnen aus Kindergarten und Hort prangern die Zustände ebenso an wie Kindergartenhelferinnen und Assistentinnen. Zu große Gruppen, zu kleine Gruppenräume und Verdienstmöglichkeiten, Zeitdruck sowie der "Fleckerlteppich" bei den gesetzlichen Bestimmungen: Die Bedingungen wirken sich ebenso auf das Personal der Kindergärten wie auch die Kinder aus. Die knappen Ressourcen würden die Umsetzung des "bundesländerübergreifenden Bildungs-Rahmenplans für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich oft unmöglich machen, heißt es in der Ankündigung.

Details zur Demonstration

Die Demonstration beginnt am 6. Oktober um 13 Uhr vor dem Unterrichtsministerium am Minoritenplatz und führt zum Finanzministerium, wo gegen 15 Uhr auch die Abschlusskundgebung stattfindet.

Gefordert werden unter anderem weniger Kinder pro Gruppe, mehr Platz für Kinder und Personal, höhere Gehälter, eine tertiäre Ausbildung für Kindergartenpädagoginnen sowie eine 300 Stunden umfassende bundesweit einheitliche Ausbildung für das Unterstützungspersonal. In Kindergärten und Kindertagesheimen sind laut Statistik Austria mehr als 50.000 Menschen beschäftigt, rund 98 Prozent davon sind Frauen.

"Fleckerlteppich" Kindergarten

Im Kindergarten-Bereich gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen bei Gruppengrößen, Betreuungsschlüssel, Gehaltsschema und die Vorbereitungsstunden der Beschäftigten. In Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Salzburg und Kärnten beträgt die Gruppengröße im Kindergarten 25 Kinder, Vorarlberg und Oberösterreich begrenzen auf 23, Tirol auf 20 Kinder. In den Krippen bzw. Krabbelgruppen kommen Wien, Niederösterreich, Burgenland und Kärnten auf 15 Kinder, die Steiermark auf 14, Tirol auf zwölf, Oberösterreich auf zehn, Vorarlberg auf neun und Salzburg auf acht Kinder.

Auch der Personalschlüssel ist nicht einheitlich: In Niederösterreich, der Steiermark, Salzburg, Kärnten und Vorarlberg sind grundsätzlich immer eine Pädagogin und eine unausgebildete Zusatzkraft in der Gruppe, in Wien, dem Burgenland und Tirol eine Pädagogin und eine "halbe" Zusatzkraft. Dies bedeutet, dass diese je nach Bedarf in zwei verschiedenen Gruppen arbeitet oder nur die Hälfte der Zeit anwesend ist. In Oberösterreich ist grundsätzlich nur eine Pädagogin vorgesehen.

Unterschiede gibt es auch in der Vorbereitungszeit der Pädagoginnen - sogar innerhalb eines Bundeslands. Bei der Gemeinde Wien gibt es sechs Vorbereitungsstunden, für private Einrichtung in der Hauptstadt existiert dagegen keine gesetzliche Regelung. In der Steiermark werden bei Vollanstellung zehn Stunden Vorbereitungszeit bezahlt.

60 unterschiedliche Gehaltstabellen

Weit entfernt sind die Angestellten außerdem von einem einheitlichen Gehaltsschema: Insgesamt gibt es mehr als 60 unterschiedliche Gehaltstabellen. Schon für den Gemeindedienst herrschen unterschiedliche Verhältnisse. Für private Kinderbetreuungseinrichtungen betragen die Einstiegsgehälter knapp 2000 Euro, wobei es aber für Betriebskindergärten eigene Gehaltstabellen gibt und große private Träger in Wien wie etwa Kinderfreunde, Kind-In-Wien (KiWi), Diakonie oder die St. Nikolaus Kindertagesheimstiftung der Erzdiözese das Gehalt per Betriebsvereinbarung festlegen.

Nicht einmal eine einheitliche Bezeichnung in den einzelnen Landesgesetzen haben die Zusatzkräfte, die die Pädagoginnen unterstützen. Sie sind "AssistentInnen", "HelferInnen", "BetreuerInnen" oder "Stützkräfte". Da wundert es nicht, dass auch die erforderliche Ausbildung variiert. Und auch beim Platz für die Kinder gibt es natürlich Unterschiede: In Wien sind etwa drei Quadratmeter bespielbare Bodenfläche pro Kind vorgesehen, in Vorarlberg nur die Hälfte.

(APA/Red.)

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