Verlängertes Kindergeld wird kaum genutzt

Alleinerzieher können zwei Monate länger Kindergeld beziehen. Genutzt haben das in den vergangenen zwei Jahren nur 19 Personen. Die Grünen fordern ein neues Modell.

Verlaengertes Kindergeld wird kaum
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Verlaengertes Kindergeld wird kaum
(c) Clemens Fabry

Die Möglichkeit, den Bezug des Kindergelds um zwei Monate zu verlängern, wird kaum genutzt. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Grünen durch Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hervor. Wie das Ö1-Morgenjournal berichtet, haben nur 19 Personen die Verlängerung in den vergangenen zwei Jahren in Anspruch genommen.

In Härtefällen kann der Bezug des Kindergelds um zwei Monate verlängert werden. Möglich ist das etwa für Alleinerziehende, die über weniger als 1200 Euro netto im Monat verfügen und keine Unterhaltszahlungen bekommen. Oder wenn der Partner kein Kindergeld beziehen kann - zum Beispiel wegen eines Krankenhausaufenthalts.

Dass nur so wenige Personen - drei im Jahr 2010, 16 im Jahr 2011 - diese Möglichkeit nutzen, habe mehrere Gründe, so die Grüne Familiensprecherin Daniela Musiol im Ö1-Radio: Es gebe ein großes Informationsdefizit. Außerdem müsse man, um die Verlängerung erhalten zu können, zu Gericht gehen. Und: Unterhaltszahlungen schließen eine Verlängerung grundsätzlich aus - auch, wenn diese noch so niedrig sind.

Kindergeld auf Großeltern ausdehnen

Musiol sieht das Familienministerium beim Thema Aufklärung gefordert und fordert weniger strenge Kriterien. Um Grunde wollen die Grünen allerdings eine generelle Neugestaltung des Kindergelds. Statt einer Verlängerung des Bezugs wünschen sie sich die Möglichkeit, dass Alleinerziehende das Kindergeld auf andere Betreuungspersonen ausdehnen - etwa Großeltern oder neue Partner. 

(Red.)

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