Nur jeder Dritte hält Österreich für kinderfreundlich

21.01.2013 | 11:19 |   (DiePresse.com)

Österreicher halten ihr Land für weniger kinderfreundlich als noch vor drei Jahren. Am zufriedensten sind indes die Dänen.

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Was Kinderfreundlichkeit betrifft, sind die Österreicher nicht besonders gut auf ihr Land zu sprechen. Nur 31 Prozent nehmen ihr Land laut einer Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg als kinderfreundlich wahr. Das ist deutlich weniger als bei der vorigen Befragung im Jahr 2010: Damals waren es noch 39 Prozent. Österreich landet damit an viertletzter Stelle von zehn untersuchten Ländern. An der Spitze liegt Dänemark: Neun von zehn Dänen nehmen ihr Land demnach als kinderfreundlich wahr, heißt es in einer Aussendung der Stiftung für Zukunftsfragen.

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Das dänische Ergebnis überrascht Ulrich Reinhardt, den wissenschaftlichen Leiter der Stiftung, nicht: "Egal, ob man sich den Anteil von berufstätigen Frauen, die Quote von weiblichen Führungskräften, die Anzahl von Krippenplätzen oder die Möglichkeit, Beruf und Familie miteinander zu verbinden, anschaut - überall liegt Dänemark deutlich über dem europäischen Durchschnitt." Den zweiten Platz des Rankings belegte Spanien, das immerhin von der Hälfte seiner Bürger als kinderfreundlich eingeschätzt wird.

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"Für Österreicher ist die Kinderfreundlichkeit im Alltag besonders wichtig. Diese beginnt mit einer Infrastruktur, die nicht nur auf Erwachsene sondern auch auf die Bedürfnisse von Familien und Kindern ausgerichtet ist, sowie einer Arbeitswelt, die die Vereinbarung von Beruf und Familie zulässt", betonte Reinhardt. Ebenso sei aber auch jeder einzelne Bürger gefordert, mehr Toleranz und Respekt aufzubringen. Rund 11.000 Europäer ab 14 Jahren wurden in zehn Ländern für die Studie befragt.

(APA)

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103 Kommentare
 
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Wien ist nicht kinderfreundlich!

Für den Rest Österreichs kann ich jetzt nicht sprechen.

Es gibt noch lange nicht genügend öffentliche Verkehrsmittel, die man mit einem Kinderwagen nützen kann. Es sind noch so viele alte Garnituren in Gebrauch, bei denen man Hilfe braucht, um einzusteigen. Und es wird generell ungern geholfen in Wien. Von selbst steht niemand auf, man muss die Menschen schon ansprechen.

Wenn das Kind dann quengelt oder gar weint, dann wird man bestenfalls missbilligend angesehen, schlimmstenfalls sogar angepflaumt. Lärm ist generell ein Thema: Kinder sprechen lauter als Erwachsene und normale Lautäußerungen von Kindern werden als Lärm empfunden.
Ebenso, dass Kinder laufen und toben: das nervt die meisten Menschen, weil die ihre Ruhe haben wollen.

Kleinkinder, die eben noch nicht so schnell gehen können, wie Erwachsene, werden als Verkehrshindernis betrachtet und sind im Weg. Alle sind hektisch und alle haben es eilig und wenn jemand langsamer ist, oder seine Bewegungen noch nicht so koordinieren kann bzw. nicht so weit vorausdenken kann, dann ist er lästig.

Es gibt zwar schon einige Angebote in Wien, die man mit Kindern nützen kann, aber die sind allesamt nicht gerade günstig (auch wenn die Kinderkarten bzw. Familienkarten gegenüber den Karten für Erwachsene schon preisreduziert sind).

Ich kann schon verstehen dass jemand, der den ganzen Tag Lärm und Hektik in der Arbeit oder auf der Straße ertragen muss, am Abend seine Ruhe haben will. Nur gehören Kinder eben auch zum Leben.

naja, und in der dritten welt

wuzelts vor kindern. sind dort auch kinder die zukunft? wenn von opas grundstück, das bei einer frau und 3 nebenfrauen mit jeweils 5 kindern das alles aufgeteilt wird, reichts nicht einmal mehr zum kartoffelsetzen.

viele kinder machen nicht automatisch eine rosige zukunft. verblödete kinder übrigens auch nicht, von daher sehe ich das auch so, dass österreich nicht gerade kinderfreundlich ist. das geht ja nicht nur vom staat aus, sondern generall von uns allen, die wir die gesellschaft bilden.

fussballspielen, skateboardfahren: verboten. computerspielen, simsen: verachtet. usw usf das problem ist vielschichtig und man kann es jungen menschen nicht verübeln, wenn sie beschliessen, keine kinder in dieses land zu setzen.

Wenn...

der Mann jeden Tag zur Arbeit fährt und die Frau Schicht macht, enstehen nur selten Kinder dabei. Glücklicherweise gibt es als Lückenfüller, vom Staat finanziell geförderte zugewanderte “Grossfamilien”.
Da sage noch einer A sei kinderfeindlich.

Das weiß ich schon seit Jahren

Wien ist zwischen meinem ersten und meinem zweiten Kind um einiges kinderunfreundlicher geworden - oder besser gesagt die Wiener und -innen!
Die Akzeptanz für Kinderwägen und Kleinkinder ist innerhalb vier Jahren ziemlich geschrumpft - in Wien, "am Land" nicht! Dort sind sogar die Jugendlichen Kleinkindern gegenüber freundlich und nehmen auf sie Rücksicht, in Wien ist das leider die Ausnahme und man muß immer Angst haben, daß der Dreijährige niedergerempelt wird oder eine Tasche/einen Rucksack auf den Schädel bekommt!

Und seien wir mal ehrlich - die Öffis wurden nur deshalb auf Niederflur umgestellt, weil's so viele ältere Mitbürger gibt, nicht für Eltern mit Kinderwägen, sonst hätte man für selbige auch mehr Platz einkalkuliert!

Re: Das weiß ich schon seit Jahren

Das ist mir auch aufgefallen und das liegt meiner Meinung nach daran, dass Wien einfach total hektisch ist. Jeder hat es permanent eilig und jeder, der langsamer unterwegs ist, stellt ein Hindernis dar.

Ich finde, eine Großstadt ist einfach kein Platz für ein Kind. Hektik und Stress lernen Kinder eh noch früh genug kennen.

...

die Deutschen haben ein ähnliches Ergebnis^^

Kinder sind die Zukunft!


Re: Kinder sind die Zukunft!

Dann graut mir vor der Zukunft. Besuchen Sie mal zB die neue Mittelschule Ecke Wilhelminenstrasse Sandleitengasse. ich hoffe sehr, dass DAS nicht unsere Zukunft ist!

Selber welche machen und besser machen!

Wie wärs damit? Oder findet sich niemand?

Re: Selber welche machen und besser machen!

Hab ich schon. Und die haben im Gegensatz zu den oben genannten eine Erziehung genossen.
Aber darum geht es nicht, sondern um die pauschale Unterstellung, Kinder seien die Zukunft. das mag auf viele zutreffen, aber nicht auf alle. Denn viele Eltern Versagen in der Erziehung!

Re: Re: Selber welche machen und besser machen!

Jede/r versteht seine/ihre Kinder als Zukunft. So war es gemeint.

Re: Re: Selber welche machen und besser machen!

Jede/r versteht seine/ihre Kinder als Zukunft. So war es gemeint.

Kinder sind die Zukunft

Nur ist nicht gesagt, dass diese rosig ist!
Unseren Kindern mangelt es im Übrigen nicht so sehr an "Erziehung" sondern eher an Perspektiven und vernünftigen Wertbildern. Mir fallen jedenfalls weit seltener Kinder aufgrund von schlechtem Benehmen negativ auf als durch grobe Verblödung.

Re: Kinder sind die Zukunft

"...Mir fallen jedenfalls weit seltener Kinder aufgrund von schlechtem Benehmen negativ auf als durch grobe Verblödung...l"....Mir eher: Sowohl, als auch.

Re: Kinder sind die Zukunft

Wenn das Vermitteln von Wertbildern nicht mehr Bestandteil der Erziehung ist, wie ich es Ihrem Posting entnehme, dann gute Nacht.

Re: Re: Kinder sind die Zukunft!

Dann steuern Sie mit einer Horde eigener Kinder, die dementsprechend erzogen sind, dagegen!

Re: Re: Re: Kinder sind die Zukunft!

Ich fürchte, meine zwei sind machtlos gegen diesen Haufen!

Re: Re: Kinder sind die Zukunft!

Vollste Zustimmung!

Österreich ist Kinderarm

Ich denke nicht, dass es darauf ankommt, ob alles im öffentlichen Raum "Kindgerecht" gestaltet ist. Ich glaube auch nicht, dass die Kinder schlimmer sind oder die Leute a priori kinderfeindlich. Es kommt darauf an, ob Kinder häufig und Alltag sind, und damit Teil des gewohnten Umfeldes, wie laute Autos oder Säuselmusik im Supermarkt . Da dem nicht so ist, fühlen sich die Leute auch eher gestört, weil sie es nicht gewohnt sind. Fazit - Kinderfeindlichkeit ist eine Folge von Kinderlosigkeit. Man fällt mit einem lautem Kind eben negativer auf, weil man der einzige ist. Mit einem Auto hingegen stört man nicht - obwohl genauso laut, und auch noch gefährlich und stinkert - aber eben NORMALITÄT.

kann ich bestätigen

aus jahrelanger eigener erfahrung kann ich bestätigen: dänemark ist DAS kinderfreundlichste land weit und breit!!!!

so wie beim volksbegehren die alten haben ein problem mit den jungen

und so zahlen sie es ihnen heim

Re: so wie beim volksbegehren die alten haben ein problem mit den jungen

Welches Volksbegehren meinen Sie?

Re: so wie beim volksbegehren die alten haben ein problem mit den jungen

Leider!

Das die damalige Autoritäre Erziehung die alten da so Böse macht ist echt traurig.

solang Mann/Frau Kinder nicht be-merken

haben die meisten kein Problem! aber wehe ein kleines Baby schreit oder ein Kleinkind zickt rum dann möchten manche Blicke gerne töten können! wobei ich schon finde, dass es überwiegend alte Menschen sind, die kinderfreundlich sind! mir macht es eher den Anschein, dass besonders mittelalterliche kinderlose genervt sind von unseren kleinen!

Re: solang Mann/Frau Kinder nicht be-merken

Kein Wunder: alte Menschen sind in Pension und haben den ganzen Tag Ruhe und Frieden, wenn sie das möchten.

Die mittelalten kinderlosen gehen den ganzen Tag arbeiten und haben Stress und Hektik. Daher sind die dann weniger tolerant gegenüber Kindern, die quengeln.

Es geht glaube ich dabei eher um das Zuviel. Jeder Mensch hat einen gewisses "Kontingent" an Toleranz gegenüber Lärm, Stress und Hektik. Irgendwann ist dieses Kontingent aufgebraucht und dann reagiert man genervt. Menschen in einem Stressberuf verbrauchen dieses Kontingent schon in der Arbeit, deshalb bleibt dann eben nix mehr übrig.

Man sollte sich vielleicht überlegen, dass es nicht gesund sein kann, wenn Menschen in der Arbeit permanent gestresst sind. Es wäre schön, wenn die Arbeitswelt wieder mehr Rücksicht nehmen würde auf menschliche Bedürfnisse.

Re: solang Mann/Frau Kinder nicht be-merken

Ich kann nur zustimmen. Das sind auch die gestressten Menschen,die unbedingt auf markierten Familienparkplätzen stehen müssen.

 
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