Frauenministerin: Kindergeld nicht mehr drei Jahre

18.02.2013 | 18:07 |  von Karl Ettinger (Die Presse)

Gabriele Heinisch-Hosek will mehr Betreuungsplätze und einen Rechtsanspruch im Familien- und Kinderpaket unterbringen.

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[WIEN] Im März werden nach übereinstimmender Auskunft von beiden Regierungsparteien Verhandlungen von SPÖ und ÖVP über ein Familien- und Kinderpaket beginnen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek lässt im Gespräch mit der „Presse" mit zwei Punkten aufhorchen, mit denen sie in diese Gespräche gehen wird. Von ihrer Seite werde „auf jeden Fall" ein Rechtsanspruch für Eltern auf einen Kinderbetreuungsplatz auf den Tisch kommen. Im Fall eines Ausbaus der Betreuungsplätze tritt die SPÖ-Politikerin außerdem für die Streichung der längsten Variante des Kindergeldes ein: „Wenn ich genug Platz habe, kann ich durchaus auch sagen, die brauchen die Langform des Kindergeldes nicht", argumentiert sie.
Betroffen davon wäre jene Kindergeldvariante für die Dauer von drei Jahren, vorausgesetzt Mütter und Väter teilen sich den Bezug. „Die würde ich gern abschaffen, wenn ich genug Betreuungsplätze für unter Dreijährige habe", bekräftigt die Frauenministerin. Heinisch-Hosek erinnert daran, dass sie grundsätzlich für eine möglichst rasche Rückkehr von Müttern aus der Karenz ins Berufsleben eintrete. Außerdem ende der Kündigungsschutz schon derzeit nach zwei Jahren, das sei ein „Unsicherheitsfaktor" für Frauen.

„Eltern nicht auf Glatteis führen"

Die Forderung nach einem Rechtsanspruch für ein Kind auf einen Kinderbetreuungsplatz „nehme ich mit ins Paket", kündigt Heinisch-Hosek an. In Deutschland gilt ab 1. August dieses Jahres ein solcher Rechtsanspruch. Voraussetzung sei in Österreich, den Ausbau der Kinderbetreuung voranzutreiben. „Dann kann ich leichter einen Rechtsanspruch aussprechen", analysiert die Ministerin und SPÖ-Frauenchefin, „damit man die Eltern nicht aufs Glatteis führt". Denn ohne ausreichend Betreuungsangebote müsse die Möglichkeit der Zahlung eines Ersatzgeldes angeboten werden.
Genau das lässt beispielsweise die Gewerkschafterinnen noch zögern. Sie befürchten, dass dann statt der Schaffung von mehr Kindergartenplätzen eher das Ersatzgeld als „Herdprämie" gezahlt werde und Frauen damit aus dem Beruf gedrängt würden.
Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat zuletzt in der „Presse am Sonntag" versichert, der Wunsch Heinisch-Hoseks nach einer Ausweitung des Papamonats nach der Geburt eines Kindes vom öffentlichen Dienst auf die Privatwirtschaft werde von ihm „auf Eis" gelegt.

Papamonat: „Das Eis schmelzen"

„Da versuche ich auf jeden Fall, das Eis zum Schmelzen zu bringen", lautet die Antwort der Frauenministerin. Für die Wirtschaft werde das nicht teurer, denn die Kosten dafür könnten aus den budgetierten, aber nicht von Vätern in Anspruch genommenen Kinderbetreuungszeiten aufgebracht werden. Grundsätzlich positiv bewertet sie, dass Mitterlehner Bewegung bei dem von der SPÖ angestrebten Ausbau der Sachleistungen für Familien signalisiert habe. Freudig „begrüßt" wird von ihr seine Aussage, künstliche Befruchtung auch für lesbische Paare und alleinstehende Frauen zulassen zu wollen.

Schützenhilfe von ÖGB-Frauen

Schützenhilfe für Heinisch-Hosek kommt von der designierten neuen ÖGB-Frauenvorsitzenden Sabine Oberhauser. Sie findet sich im Gespräch mit der „Presse" nicht damit ab, dass Mitterlehner die Forderung nach einer Ausweitung des Papamonats vom öffentlichen Dienst auf die Privatwirtschaft abblockt. „Das bleibt auf der Agenda", betont Oberhauser, die ÖGB-Vizepräsidentin ist und im Frühjahr offiziell Frauenchefin in der Gewerkschaft werden soll. Es gehe dabei nicht um eine verpflichtende Regelung, Väter sollten aber einen Rechtsanspruch erhalten.

Was die Diskussion um die Erhöhung und Verbesserung der Leistungen für Familien mit Kindern betrifft, so hält die künftige ÖGB-Frauenchefin eine Änderung jedenfalls für notwendig: Ziel müsse eine Ausweitung der Sachleistungen - wie der Kinderbetreuung - sein. Oberhauser spricht allerdings ganz bewusst von „Kinderbildungseinrichtungen", die für Kinder unter drei Jahren ausgebaut werden müssten.

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225 Kommentare
 
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Gurke

Heinisch-Hosek abschaffen!!!

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Bildung ohne Bindung

funktioniert nicht.

Kinder, die sich in ihrer Familie gut aufgehoben wissen, deren Bindung in den ersten Lebensjahren also sich gut entwickelt hat, können Bildung wesentlich besser verwerten als Kinder, die unsicher gebunden sind.

Extrembeispiele:

Rumänische Waisenkinder zeigten eine deutlich schlechtere Gehirnentwicklung als Kinder aus Familien mit Mutter und Vater.

Scheidungskinder stürzen in der Schule während und nach der Scheidung oft regelrecht ab, vor allem natürlich dann, wenn es kriegerisch hergeht. Erst nach Jahren können sie die Rückstände z.T. aufholen.

Dagegen zeigen immer wieder Kinder aus guten Familien, die sich zuhause sehr gut geborgen fühlen, außerordentlich gute schulische Leistungen - und natürlich auch später im Beruf.

Die gute alte Familie ist eben durch nichts zu ersetzen.

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Kinder verstaatlichen!

Die Linken können es eben nicht lassen:
Kinder müssen verstaatlicht werden, dem Einfluß der Eltern möglichst schnell entzogen werden:
- mit 6 Monaten ab in die Krippe - ganztags natürlich
- mit 3 Jahren ab in den Ganztagskindergarten
- mit 6 Jahren in die Ganztagsschule usw.

Und die Mütter müssen der Wirtschaft möglichst ununterbrochen zur Verfügung stehen.

Jetzt warte ich noch auf Vorschläge, wie die vollkommen überholte Methode, Kinder mittels Zeugung und 9-monatiger Schwangerschaft zur Welt zu bringen, abgeschafft werden kann.

Brave New World von Aldous Huxley läßt grüßen.

Ich bin aber überzeugt:
Verstaatlichung der Kinder wird scheitern – wie im Ostblock:
http://schreibfreiheit.eu/2012/06/01/verstaatlichung-der-kinder-wird-scheitern-wie-im-ostblock/

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weg mit den Kindern

ja, weg mit den Kindern, am besten mit 6 Monaten schon in die Krippe, Muttermilch wird im Flascherl mitgegeben. Hauptsache Frau und Mann können sich beruflich frei entfalten ohne lästigem Geplärre. Was für Rabenväter und Rabenmütter, die meinen: Der Staat ist verantwortlich für die Betreuung meines Kindes - die Krippentante, dann die Kindergartentante, dann die Lehrerin. Was für ein armes Land sind wir doch. Was für arme Kinder. Eine erfahrene Lehrerin merkt sofort am Verhalten, ob einem Kind zumindest bis zu drei Jahren der Luxus der familiären Nestwärme gegönnt wurde. Das sollte doch gefördert werden. Nicht ein Weglegen und Abschieben für ein besseres Handy oder einen Urlaub auf den Malediven. Eltern haben kein Recht auf einen Krippenplatz, aber jedes Kind hat das Recht auf elterliche Geborgenheit. Unsere Kinder sind doch eh schon zu einem so hohen Prozentsatz neurotisch und gestört.

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Schulerfolg und Familie

- "eine erfahrene Lehrerin..."

Ich kann das bestätigen und möchte das bekräftigen. Ein Freund ist Lehrer vor allem für polytechnische Klassen. Die besten seiner Klasse sind Kinder aus etwas "rückständigen" Familien. Die Problemkinder sind jene aus "modernen" Familien: Alleinerzieherin, die Vollzeit arbeiten geht, jedes Kind von anderem Vater, Patchworkfamilien etc.

Es geht eben nichts über die gute alte Familie! So einfach ist das.

Und daher erklärt sich auch die Sehnsucht nach dieser angeblich überholten Form.

Zu empfehlen ist übrigens die Lektüre des einen oder anderen Artikels auf schreibfreiheit.eu, z.B.
"Neues Frauenbild – wieder mehr Familie"

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Re: weg mit den Kindern - wie bei den Nazis

Kann nur beipflichten.

Die Verstaatlichung der Kinder haben übrigens nicht nur die Marxisten auf ihre Fahnen geschrieben, auch die Nationalsozialisten wollten mit der Wegnahme der Kinder die Umgestaltung des deutschen Volkes möglichst schnell vorantreiben. Da kam aber der Krieg dazwischen.

Dazu gibt es einen Artikel auf schreibfreiheit.eu:

Eine bemerkenswerte Geistesverwandtschaft
Nationalsozialisten – Kommunisten – Sozialisten

das sudern alleine wird nichts bringen,

man kann bei der nächsten NRwahl familienfeindliche parteien nicht wählen oder: man demonstriert, aber richtig.

SPÖ Frauenministerin gibt Ratschläge: Frauen gehts hackln und nicht Kindererziehen

"Heinisch-Hosek erinnert daran, dass sie grundsätzlich für eine möglichst rasche Rückkehr von Müttern aus der Karenz ins Berufsleben eintrete."

Ja so sieht sozialistische Familienpolitik aus: Frauen nicht an den Herd, sondern an den Arbeitsplatz. Schafft für die Unternehmer und die Konzerne! Hat die jemals verlangt, daß sich die Mütter selbständig machen sollen, hat sie irgendwelche Initiativen dazu gesetzt?
Nein ab mit ihnen ans "Bandl" im Akkord, oder zum Supermarkt, oder in Büros, Hauptsache an einen Arbeitsplatz. Und darunter verstehe ich: Unselbständige Arbeit!

Und die Kinder? Ab mit ihnen in die Betreuungsplätze, in den Kindergarten, in die Ganztagsschule, in den Hort, Hauptsache weg von zu Hause, der Familie und der blöden Hausfrau.

Aber daß sich eine Familie allein vom Verdienst des Vaters erhalten kann, ist längst nicht erstrebenswert, das ist doch anachronistisch. Dafür haben wir kein Geld, das brauchen wir für den "Schutzschirm" in der EU.

Das ist heute nach sozialistischer Familienpolitik erstrebenswert: Vater hackelt, Mutter hackelt, Kinder in Betreuung, Alte im Heim oder am Friedhof. Einige wenige (ledige) Frauen natürlich auch in den Vorstandsetagen und in der Politik, geregelt durch die Quote.

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Re: SPÖ Frauenministerin gibt Ratschläge: Frauen gehts hackln und nicht Kindererziehen

völlig richtig - das war das Ziel im alten Kommunismus. Jetzt sind wir auch so weit.

Staatliche Formung

Kinder sollten nicht betreut, sondern liebevoll (machmal auch streng) erzogen werden. Dieses können Betreuungseinrichtungen nicht leisten, zumal viele der Kindergärtnerinnen selber noch nicht ganz trocken hinter den Ohren sind und über wenig Lebenserfahrung verfügen. Gleichwohl ist zu befürchten, dass der sozialistische Traum der frühkindlichen Formung durch den Staat in Erfüllung geht. Dass dies soziologisch negative Auswirkungen haben wird, ist leider zu befürchten.

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verlogen

Das 36monatige Kindergeld sind gerade 430 Euro im Monat - also eher für Leute interessant, wo ein Partner deutlich mehr verdient. Das gehaltsabhängige Modell geht ohnehin nur bis 14 Monate. Dh. die Regelung ist bereits extrem restriktiv. Eine "Frauenministerin" sollte sich grundsätzlich nicht zur Familienpolitik äußern (die aktuellen Sager führen das eindringlich vor Augen). Für die Politik wäre es besser, wenn man die Vereinbarkeit der beruflichen Wirklichkeit mit der Familie steuerlich begünstigen würde anstatt sie zu behindern.

Re: verlogen

430 Euro ist etwas mehr als der Regelsatz der Hartz-IV-Bezieher in Deutschland. Davon müssen die Menschen einen Monat lang leben.

Gerne

sollen Frauen, die rasch arbeiten gehen wollen oder müssen, gute Betreuung für ihre Kinder erhalten. Aber keine Aufbewahrungsstätten wie eine Massentierhaltung.
Und BITTE mehr Respekt und Anerkennung jenen Müttern, die die Schwerarbeit der Kindererziehung selbst erledigen wollen!

Zuwendung in Form von Sachleistungen kommt einer Entmündigung gleich.

Die Form ist eine Beleidigung aller Eltern.

Sind Sie doch nicht so

Was wollen Sie denn von einer Hauptschullehrerin für Deutsch und Zeichnen als Frauenministerin?! Wo ist eigentlich der Männerminister?
Von einer Zahnarzthelferin als Infrastrukturministerin?!
Von einem Taxler, der unser, NICHT SEIN, Geld nach Brüssel überweist und anschließend versucht die Bürger einzukochen?!

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Re: Sind Sie doch nicht so

Als Hauptschullehrerin ist sie nie aus der Schule rausgekommen, wie soll sie wissen, wie das Leben wirklich spielt?

Geben und nehmen,wie es gerade gefällt!

Fr.Heinisch-Hosek hat Ideen welche in der DDR verwirklicht waren! Fehlt nur noch die Totalabnahme der Kinder und aufzucht bei den Roten Falken!

Das nächste Eigentor

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplatz bedeutet, dass man Geld einklagen kann sollte der Staat keinen Platz zur Verfügung stellen können. Was in Wien zur Tagesordnung gehört. Es gibt zu wenige Plätze, aber jetzt kann man einen ( nicht vorhandenen Platz ) einklagen. Bruhaha

Inkompetenter Unsinn!

Wenn Mutter oder Vater möglichst lange bei den Kindern im Hauhalt bleiben muss man die Kinder nicht schon noch im Windelalter weggeben und hätte keine Arbeitslosen mehr. Aber so weit kann das Hirn einer roten Eindimensionaldenkerin natürlich nich kommen.

wieder so eine emanze, die alles versuchen, familien zu beschädigen.


Wo bleibt denn der Familienminister?

Was gehen denn dieser Frau unsere Kinder an! Die soll ihren Genderwa-hnsinn weiter huldigen und zu Kindern schweigen.
Das 3-Jahres Kindergeld ist die mit Abstand am meisten genutzte Variante und diese Familienhas serin will s das naturlich in ihrer link-slinken Ideologie abschaffen.
Menschen sind in deren Augen Produktionsfaktoren.

Wer Kinder wirklich liebt, erzeugt sie erst gar nicht!

Bei dieser Politik kann es nur versaut und verdorben werden!

Die kinderlose Heinisch-Hosek spricht über Kinderbetreuung...


...ebenso absurd, wie die Zahnarzthelferin, die für unsere Infrastuktur zuständig ist.

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Re: Die kinderlose Heinisch-Hosek spricht über Kinderbetreuung...

und der Taxler, der als Bundeskanzler verkleidet ist...

Re: Die kinderlose Heinisch-Hosek spricht über Kinderbetreuung...

Und ein Taxifahrer für die EU Verhandlungen.

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Immer wieder nur Nebensächlichkeiten!

Womit sich die größte und teurste Regierung aller Zeiten beschäftigt.

z.B.: Po-Grapschen, Spekulationsverbot (jeder vernüftige Mensch weiß so etwas auch ohne Vorschrift), Eltern sollen für ihre Kinder wählen dürfen, mehr Betreuungsplätze für Kinder (wie sie das finanzieren sagen sie nicht...)immer wieder Maßnahmen womit sie noch mehr Parteigünstlinge versorgen können;
aber weiterhin keine:

Verwaltungsreform
Staatsreform
Heeresreform
Bildungsreform
Gesundheitsreform
Pensionsreform
Universitätsreform
usw.

 
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