Immer mehr Männer gestalten als Väter die Erziehung von Kindern mit, die Literatur dazu füllt viele Regale. Zum Thema Männer in Kinderbetreuungs-Einrichtungen gibt es aber bisher kaum empirische Forschung. Am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck wird deshalb ein bundesweites Forschungsprojekt durchgeführt, dass die Ausbildungs- und Berufswege von Männern im Bereich der Elementarpädagogik in Österreich untersucht.
Seit Jahren wächst das Bewusstsein dafür, dass Männer für die Entwicklung von Kindern wichtig sind. Die Diskussion darüber beschränkt sich allerdings meist auf die Bedeutung der Väter für ihre Kinder. In Betreuungseinrichtungen haben Kinder zumeist nur mit Frauen zu tun.
Männer erfüllen für Buben eine Vorbildfunktion. Wenn der Vater oder eine andere männliche Bezugsperson in der frühen Phase der Identitätsentwicklung fehlen, werden andere Ideale prägend - etwa aus den Medien. Ob und inwieweit das wünschenswert ist, müssen Eltern für sich entscheiden.
Wofür brauchen Kinder männliche Pädagogen? Gibt es eine spezifisch männliche Art der pädagogischen Arbeit mit Kindern?
Wie gehen Männer mit Widersprüchen und Konflikten zwischen der angeblich typisch weiblichen Tätigkeit der Kinderbetreuung und ihrer männlichen Identität um?
Was kann getan werden, um Männer zu qualifizieren und den Anteil männlicher Fachkräfte in der Betreuung, Erziehung und Bildung kleiner Kinder zu erhöhen?
Der Anteil männlicher Kinderbetreuer liegt in den meisten europäischen Ländern unter fünf Prozent. In Österreich liegt er noch weit unter dem EU-Durchschnitt (im Jahr 2003 waren es nur 0,8 Prozent).
Wer sein Kind nicht nur Frauen überlassen will, kann es etwa in den fun&care-Kindergarten schicken. Der "erste geschlechtssensible Kindergarten in Wien" wurde im September 1999 in der Brunhildengasse gegründet. Der Einrichtung ist es ein Anliegen, einen Ausgleich zwischen weiblichem und männlichem Betreuungspersonal zu schaffen. Auch in der Kindergartenpraxis orientiert er sich an Methoden wie z.B. der "Geschlechtssensiblen Pädagogik".
(Red.)
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