DiePresse.com

DiePresse.com | Bildung | Familie | Artikel DruckenArtikel drucken


Männer im Kindergarten: Kaum vorhanden

01.10.2008 | 11:06 |  (DiePresse.com)

Kindererziehung ist nicht nur Frauensache - das betrifft auch die pädagogische Arbeit. Die Uni Innsbruck erforscht, wofür Kinder männliche Pädagogen brauchen.

Immer mehr Männer gestalten als Väter die Erziehung von Kindern mit, die Literatur dazu füllt viele Regale. Zum Thema Männer in Kinderbetreuungs-Einrichtungen gibt es aber bisher kaum empirische Forschung. Am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck wird deshalb ein bundesweites Forschungsprojekt durchgeführt, dass die Ausbildungs- und Berufswege von Männern im Bereich der Elementarpädagogik in Österreich untersucht.

Seit Jahren wächst das Bewusstsein dafür, dass Männer für die Entwicklung von Kindern wichtig sind. Die Diskussion darüber beschränkt sich allerdings meist auf die Bedeutung der Väter für ihre Kinder. In Betreuungseinrichtungen haben Kinder zumeist nur mit Frauen zu tun.

Männer erfüllen für Buben eine Vorbildfunktion. Wenn der Vater oder eine andere männliche Bezugsperson in der frühen Phase der Identitätsentwicklung fehlen, werden andere Ideale prägend - etwa aus den Medien. Ob und inwieweit das wünschenswert ist, müssen Eltern für sich entscheiden.



Der Anteil männlicher Kinderbetreuer liegt in den meisten europäischen Ländern unter fünf Prozent. In Österreich liegt er noch weit unter dem EU-Durchschnitt (im Jahr 2003 waren es nur 0,8 Prozent).

Wer sein Kind nicht nur Frauen überlassen will, kann es etwa in den fun&care-Kindergarten schicken. Der "erste geschlechtssensible Kindergarten in Wien" wurde im September 1999 in der Brunhildengasse gegründet. Der Einrichtung ist es ein Anliegen, einen Ausgleich zwischen weiblichem und männlichem Betreuungspersonal zu schaffen. Auch in der Kindergartenpraxis orientiert er sich an Methoden wie z.B. der "Geschlechtssensiblen Pädagogik".

 


© DiePresse.com