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EU-Kritik: Mängel bei Ausbildung der Vorschulkinder

16.02.2009 | 15:31 |   (DiePresse.com)

In acht EU-Ländern - darunter auch Österreich - sollte man die Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren ausbauen. Ministerin Schmied kündigt einen österreichweiten Bildungsplan an.

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Je früher Kinder in Krippen oder Kindergärten professionell betreut werden, desto besser ist ihre Leistung später in der Schule. Laut der EURYDICE-Studie "Early Childhood Education and Care" im Auftrag der EU-Kommission haben es aber acht EU-Länder verabsäumt, für Kinder unter drei Jahren entsprechende Betreuungsplätze auszubauen. Und dazu zählt auch Österreich, berichtet das Ö1-Morgenjournal.

Die EU-Studie kritisiert, dass es für Kinder unter drei Jahren viel zu wenig staatlich geförderte Krippenplätze gebe. Für berufstätige Mütter seien zudem die Öffnungszeiten nicht flexibel genug und es wird zuwenig Wochenend- oder Abendbetreuung vom Staat angeboten. 

(c) APA-Grafik v

Großer Kritikpunkt in der EU-Studie: Österreich würde Mütter durch das Karenzgeld motivieren, daheim zu bleiben. Negative Auswirkungen habe das vor allem für Kinder aus sozial schwachen Familien mir Migrationshintergrund: Sie würden bis zum Volksschulalter die Landessprache nicht lernen. 

Basis für weiteres Lernen

EU-Bildungskommissar Jan Figel ruft die EU-Staaten in dem Bericht auf, mehr in vorschulische Bildung zu investieren - als "effizientes Mittel", um die Basis für weiteres Lernen zu schaffen, Schulabbrecher zu verhindern und Chancengleichheit bei den Ergebnissen und Qualifikation zu erreichen. "Die vorschulische Bildung bringt den höchsten Nutzen in Hinblick auf das soziale Anpassungsvermögen", heißt es in der Studie.

Lösungsvorschläge der EU: Es soll in Kindergärten und Kinderkrippen mehr akademisch gebildetes Personal eingesetzt werden. Laut EU-Studie steht in Österreichs Kindergärten und Vorschulen derzeit das Motto "spielendes Lernen" im Vordergrund. In den Skandinavischen Ländern würden Kinder schon viel früher für die Schule relevante Fähigkeiten lernen und so langfristig für PISA-Bildungstests besser abschneiden. 

Nur etwa die Hälfte der Dreijährigen (48,5 Prozent) nimmt in Österreich an einem vorschulischen Bildungsangebot teil. EU-weit sind es dagegen fast drei Viertel (73,9 Prozent). Dagegen weist Österreich bei den Vierjährigen schon Teilnehmerraten von 83,2 Prozent und bei den Fünfjährigen von 93,0 Prozent auf, was über dem EU-Schnitt liegt.

Bildungsministerin Claudia Schmied hat als Reaktion auf die EU-Studie einen österreichweiten Bildungsplan für Kindergärten angekündigt. Speziell die Vorschulkinder sollen verstärkt ausgebildet werden. Außerdem auf der Agenda: Fünfjährige sollten verpflichtend in den Kindergarten gehen. Betreffend der von der Kommission geforderten akademischen Ausbildung für KindergartenpädagogInnen verwies Schmied auf eine interministerielle Arbeitsgruppe, die in diesen Tagen eingerichtet wurde. 

Heftige Kritik an der Kindergartenpflicht nur für 5-jährige übten die Grünen Abgeordneten Daniela Musiol und Harald Walser. "Bereits jetzt besuchen 93% der 5-jährigen einen Kindergarten, trotzdem haben viele beim Schuleintritt massive Probleme mit der Unterrichtssprache."

Die Grünen fordern unter anderem einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr und eine akademische Ausbildung der Kindergartenpädagogen und ganztägig und ganzjährig geöffnete Kinderbetreuungseinrichtungen.

(Red.)

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17 Kommentare
Gast: Sonja
23.02.2009 23:25
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Kinderkrippen

Welch ein Schwachsinn! Niemals werden Kinder in einer Krippe genügend Zuwendung und intensive Nähe erhalten, wie das zu Hause möglich ist. Es sind einfach zu viele Kinder und die Qualität der Zuwendung ist eine professionelle. Das ist für ein so junges Kind viel zu wenig. Natürlich gibt es Fälle, wo es anders nicht möglich ist.Aber nicht das Kind braucht das, sondern der Erwachsene. Es aber als erstrebenswertes Ideal anzubieten, das eine ergolgreiche Schullaufbahn garantiert, ist ein ausgemachter Blödsinn. Als das im Ostblock gang und gebe war, hat man dieses Erziehungssystem verteufelt und jetzt soll es plötzlich "pädagogisch wertvoll und erstrebenswert sein" ? Verlogen ist das.
Ich bin auch gegen ein verpflichtendes Kindergartenjahr mit 5 Jahren. Die SchulPFLICHT beginnt noch früh genug. Die Kinder gehören nicht dem Staat.
Eine gute Idee ist es aber u.a. für Kinder, deren Eltern nicht fähig sind dafür zu sorgen, dass ihre Sprösslinge zu Schulbeginn Deutsch können.

Gast: Ramona
17.02.2009 21:10
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Irrtum!

Wie wäre es wenn man eine Kindergärtnerin nicht mit 25. Kindern sondern "nur" mit 12. Kindern ihre wertvolle pädagogische Arbeit leisten lässt?
Vergleicht man den Personalschlüssel ( Pädagogin/ Kinder) mit den skandinavischen Ländern, braucht es niemanden zu wundern!
Tatsache ist, dass auch nach einem Studium EINE Pädagogin für 25. Kinder zuwenig ist!!!!!!!!!!!!!!!!

Antworten Gast: Lehrer
18.02.2009 06:58
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Re: Irrtum!

Dem schließe ich mich voll und ganz an. Dasselbe gilt auch in der Schule. Es ist nicht nötig, Unmengen an Förder-, Begleit- und Stützlehrer einzustellen. In Klassen mit max. 12 Schüler schafft es jeder Lehrer alleine, allen Ansprüchen seiner Schüler (sowohl von Kindern, die noch Schwierigkeiten haben, also auch besonders Begabten) gerecht zu werden.

Gast: Beobachter
16.02.2009 20:15
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Kommisssar Jan Figl - endlich kann er DDR machen

Dem Altkommunisten Jan Figl war die DDR immer ein Dorn im Auge: Soviel effizienter als der Gulaschkommunisssmus in Ungarn. Nun, als EU-Kommisssar, kann er endlich tun, was im schlamperten Ungarn nicht moeglich war: Die Prinzipien des reinsten Sozialissssmus durchzusetzen: Kinderkrippen wurden im kalten Krieg immer als die menschenunwuerdigsten Einrichtungen der kommunistischen Staaten gebrandmarkt. Nun ploetzlich, soll das gut sein? O tempora, o mores....

Gast: der andere Gast
16.02.2009 17:14
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Ministerin Schmied kündigt einen österreichweiten Bildungsplan an

Ob das nicht einer gefährlichen Drohung gleich kommt????????????

Gast: hlsebastian
16.02.2009 16:26
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Diese Diskussion ist so

politisch wie es ärger nicht geht! Da hat man uns jahrzehntelang eingeredet, dass die Reformpädagogik (Stichwort: Spielen) das Beste vom Besten ist. Gut. Jetzt kommt PISA und behauptet das Gegenteil: Diese unfähigen (unstudierten) Pädagoginnen und Pädagogen bringen den Kindern überhaupt nichts bei. Wie als wäre eine akademische Ausbildung automatisch ein Garant für pädagogisch-didaktisches Können (wenn man so manchen Studierten anschaut, der unsere Kinder quält, mag man anderer Meinung sein). Und dann natürlich die bösen Familien: Da wird nur gesoffen, missbraucht, verdummt und konsumiert. Ekelhaft so etwas. Am besten wäre es, die Kinder mit dem Abstillen den Tanten und Onkeln vom Staat zu überlassen, die wissen natürlich viel besser, was das Kind zum Aufwachsen und Bestehen der nächsten PISA-Testung braucht. Eine unglaubliche Frechheit ist es, den Eltern ihre Kinder wegzunehmen, um sie passend zu indoktrinieren!!

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Achtung Korrelationsfalle

Die Tatsache, dass in Österreich die Eltern lieber länger selbst für ihre Kinder sorgen ist eine Sache.
Dass unsere Schulen unsere Kinder relativ schlecht ausbilden ist eine andere Sache.
Einfach das eine auf das andere zurückzuführen zeugt von Unwissenheit.
Wenn man wissen will, ob die Kinderkrippe zu intelligenteren Kindern führt, muss man einen Test machen, der Kinder mit früher Auswärtsbetreuung vergleicht mit Kindern mit später Auswärtsbetreuung. Gleichzeitig muss man sich überlegen, ob da nicht noch andere Faktoren einen Einfluss ausüben.
Von Statistik haben die gescheiten Leute da oben in der EU scheinbar nicht viel Ahnung.

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Schwangerschaftsmassage

Vor vielen Jahren habe ich mal ein Sciencefiction-Hörspiel gehört, in dem sich schwangere Frauen den Bauch massierten und aufgrund der besseren Durchblutung kamen die Kinder mit einem höheren IQ auf die Welt. Vielleicht sollte man das verpflichtend einführen. Man kann ja nie wissen.......

Frage: Bekommen die Eltern die Kinder für sich selbst oder für den Staat?

Ophicus
16.02.2009 17:02
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Re: Schwangerschaftsmassage

Oder für die Kinder? Ach nein, das wäre dann doch des Guten zuviel...

Geht's noch?

"es wird zuwenig Wochenend- oder Abendbetreuung vom Staat angeboten."
Wozu noch geordnet argumentieren. Kommunistenschweine, verbrecherische. Widerstand!

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Rassismus!!!

Blaue Augen, blonde und rotblonde Haare bei Kindern zeigen, was unterstehen Sie sich eigentlich!

geheimrat
16.02.2009 14:21
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Wir wollen endlich die totale Verstaatlichung der Kindheit.


Woda
16.02.2009 16:31
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Re: Wir wollen endlich die totale Verstaatlichung der Kindheit.

man könnte es auch Abschaffung der Kindheit nennen.

Gast: t1
16.02.2009 14:02
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PisaTest ab 2 Jahren

Am Besten wir trainieren unsere Kinder schon mit der Muttermilch, damit Sie den PISA-Test mit 2 bestehen und wir immer gscheiter werden... na genau. Wie wärs wenn man den Kindern die Kindheit lässt. Gegen das Erlernen der Sprache beim Spielen hat ja keiner was, aber müssen diese unnötigen "Tests" zwischen den Nationen schon in der Krabbelstube veranstaltet werden? Das kanns einfach nicht sein, und dann wundern wir uns wenn die mit 14 Jahren und dauernden Leistungsdruck, aggressiv oder lebensmüde werden und sich die vermeintlichen "Gscheiterln" vor lauter Prüfungsangst mit Alkohol oder Drogen zudröhnen...

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Zum T... mit dieser EU!

Die Bonzokratie in Brüssel kümmert sich um alles! Um unsere Kindergärten,die Schnepfenjagd im Burgenland,die Schwalbennester im Kuhstall,das Rauchverbot beim Feuerwehrball von Sauldorf an der Jauchen,etc.,etc.,...Wenn es aber um die Finanz- und Wirtschaftskrise geht,ist jeder Staat ein Einzelkämpfer um SEINE Interessen.Quo usque tandem abutere,EU,patientia nostra?Dieses Konstrukt "EU" hat keine Chance und keine Berechtigung!

WINMAN
16.02.2009 13:10
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wer wird nun eigentlich kritisiert?

unsere einheimischen Kinder, oder Migrationskinder? Lasst doch Bitte die Kinder auch noch ein paar Jahr Kinder sein! das darf doch wohl nicht wahr sein! Und nun auch noch den Kindergarten verpflichtend? ja sagt mal gehts noch??? wenn Frauen berufstätitg sein wollen oder müssen, dann sollen sie keine Kinder bekommen! hat früher funktioniert und tut es auch heute noch, aber nein da will ja niemand auf seine "Karriere" verzichten und nur ja keine finanziellen Einbußen in kauf nehmen für so an "Gschroppn" der eh nur auf dem WC der Nachtschicht passiert ist... - ich kam erst mit 5 Jahren und 9 Monaten in den Kindergarten und mit 6 jahren und 9 Monaten in die Volksschule, habe Volksschule, Gymnasium, HTL + Studium alles ohne Probleme und erfolgreich geschafft und war niemals in einer professionellen Kleinkinderbetreuung. Das alles rotz zerbrochenem Elternhaus. Die Verantwortung dafür liegt einzig und allein bei den Eltern und nicht bei irgendwelchen Betreuungsstellen...

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Re: wer wird nun eigentlich kritisiert?

Bin auch gegen Verpflichtung, aber ich finde, die Möglichkeit zur Unterbringung muss da sein.

Männer sind berufstätig und haben Kinder und das gleiche muss auch für Frauen möglich sein (wobei es das meistens ohnehin ist, wenn man gut organisiert, delegiert und wirklich will).

Wenn ein Elternteil daheim bleiben will, so soll er das, aber nur weil man ein Kind hat, muss das nicht eine Absage an den Beruf bedeuten. Ich war zb sehr früh halbtags im Kindergarten, aber auch familiär betreut, meine Mutter hat wie mein Vater immer gearbeitet und ich war auch sehr gut an Schule/Uni.

Schlagzeilen Bildung