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Studie: Viele Kinder halten Mütter jung

Symbolbild: Schwangere Frau erwartet viertes Kind
Symbolbild: Schwangere Frau erwartet viertes Kind / Bild: (c) BilderBox 

Je mehr Kinder eine Frau zur Welt bringt, desto langsamer altert ihr Körper. Zu diesem Ergebnis kamen nun kanadische Forscher.

 (DiePresse.com)

Jedem Organismus steht nur eine begrenzte Menge von für ihn lebensnotwendigen Ressourcen zur Verfügung. Im Speziellen handelt es sich dabei um Energie, Nahrung und Zeit. Um (möglichst lange) leben zu können, sollten jene Komponenten bestmöglich aufgeteilt werden. Das bedeutet, wenn eine Frau viele Kinder zur Welt bringt und großzieht, verbraucht sie ihre Ressourcen schneller als eine Frau die kinderlos bleibt – und altert biologisch schneller. So lautet der Kern der „Life-history-These“.

Geht es nach kanadischen Forschern, so ist diese Annahme jedoch überholt. In ihrer Studie „Number of Children and Telomere Length in Women: A Prospective, Longitudinal Evaluation“, die Anfang Jänner veröffentlicht wurde, kamen sie nämlich zum gegenteiligen Ergebnis: Mütter von vielen Kindern altern demnach langsamer.

An der Länge liegt's

Der Reihe nach: Die Wissenschaftler der Simon Fraser University in Burnaby nahmen im Abstand von 13 Jahren Speichelproben sowie Abstriche der Mundschleimhaut von 75 Müttern des indigenen Volks der Cakchiquel in Guatemala. Dabei konzentrierten sie sich auf die Länge der Telomere, die die Enden der Chromosomen im menschlichen Erbgut umhüllen. Bei jeder Zellteilung werden die Telomere kürzer, bis sich die Zelle nicht mehr teilen kann. Passiert das, wächst die Zelle entweder nicht mehr oder stirbt ab.

Die Untersuchung zeigte nun, dass Frauen, die viele Kinder geboren haben, im Durchschnitt längere Telomere aufwiesen, als solche mit nur einem oder zwei Kindern. Fazit: Erstere altern biologisch gesehen langsamer.

Die Gründe dafür sind noch unklar. Möglicherweise könnte der Schlüssel aber im Östrogen liegen. „Das Hormon wirkt antioxidativ und schützt die Telomere vor dem Kürzerwerden“, sagt Studienleiter Pablo Nepomanschy am Donnerstag dem „Standard“. Auch das soziale Umfeld könnte eine Rolle spielen – je mehr Hilfe eine Frau beim Großziehen des Nachwuchses erhält, desto mehr schont sie ihre Ressourcen. 

>>> Studie: "Number of Children and Telomere Length in Women"

(Red.)

 
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6 Kommentare
Jodlerfranz
14.01.2016 18:01
5

wenn...

....sie reich sind und sich nannys leisten können dann bestimmt.... anderenfalls kann ichs mir nicht vorstellen

Frau R.
14.01.2016 13:39
25

mh

also , die meisten, die hier in Wien mit 4-5 Kindern herumlaufen sehen nicht aus, als seien sie in den Jungbrunnen gefallen

Antworten Froschkönig
15.01.2016 10:32
1

Re: mh

Ich muss lachen.)))

Antworten eiersch4s overdrive
14.01.2016 14:58
18

Re: mh

Wie wollen Sie das wissen, wenn das Gesicht verhuellt ist?

Antworten Antworten Plein
15.01.2016 02:08
3

Re: Re: mh

Das Presse-Forum ist besser als jedes Kabarett.

Jens Holger
14.01.2016 12:46
6

udn wenn Kausalität umgekehrt ist?

Könnte es nicht sein, dass gesündere Frauen länger fruchtbar sind und daher mehr Kinder auf die Welt bringen? Wir sprechen darüber hinaus von Kulturen, in welchen Frauen umso mehr Prestige genießen, je mehr Kinder sie gebären. D.h. dass sich alle bemühen, mehr Kinder zu bekommen.
Auf unsere Gesellschaft ist diese Studie wohl nicht übertragbar, da das Prestige mit größerer Kinderzahl nicht steigt. Die Motivation der Frauen, mehrere Kinder zu bekommen, ist daher höchst unterschiedlich. Damit ist aber nicht messbar, ob ein Zusammenhang zwischen Agilität und Kinderzahl vorliegt.

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