ÖVP: Keine verstaatlichten Kindergärten

Wiens ÖVP-Parteichef Blümel und Familienministerin Karmasin sind für Privatkindergärten.

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(c) REUTERS

Wien. Die letzten Reste sind noch zu sehen: Eine herausgerissene Tür, die früher einmal zu einer „Katzen Gruppe“ geführt hat. Oder die Winnie-Pooh-Pickerln an den Wänden, die nicht umgerissen wurden. Sonst ist vom früheren Alt-Wien-Kindergarten, der hier, am Leopoldauer Platz, war, nicht viel übrig. Der wurde von der St.-Nikolaus-Stiftung der Erzdiözese Wien übernommen, er wird derzeit um eine halbe Mio. Euro umgebaut: Statt zuvor 125 Kinder sollen hier nur noch 80 betreut werden, das Haus wird komplett renoviert, draußen entsteht ein Garten.

Es ist ein guter Ort für Familienministerin Sophie Karmasin und Wiens ÖVP-Parteichef, Gernot Blümel, um nach den vielen Skandalen um Wiens private Kindergärten (Fördermissbrauch um den Betreiber von Alt Wien, Förderstopp für den Verein Oase des Kindes) auf die Qualität der Privaten hinzuweisen: „Privatkindergärten haben ihre Relevanz und Berechtigung. Es ist wichtig, Vielfalt voranzutreiben, bei privaten Kindergärten nicht zu verallgemeinern, und hier sieht man, dass diese auch besonders qualitätsvoll, über den gesetzlichen Standards, arbeiten“, so Karmasin auf der Baustelle.

 

Forderung nach Kontrolle

Blümel argumentiert da schärfer: Wegen einzelner Skandale dürfe man nicht private Betreiber an sich zurückdrängen. „Rot-grüner Dilettantismus“ dürfe nicht als Hintertür zur „Rückverstaatlichung“ von Kindergärten genutzt werden, Bestrebungen in diese Richtung sieht er derzeit in der SPÖ wie bei den Grünen, auch die Entwicklung der Förderungen für Private würde in diese Richtung deuten. Statt einer „Rückverstaatlichung“ fordert die ÖVP, die Genehmigungs- und Förderkontrolle auf professionelle Beine zu stellen, die Qualitätskontrolle zu verstärken und das Personal von MA 10 und MA 11 massiv aufzustocken. (cim)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.03.2017)

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