22.11.2009 12:13 | Meine Presse Merkliste0

Was Kinder lernen sollen: Bildungsziele für Kindergärten

03.11.2009 | 18:47 |   (Die Presse)

Der versandte „Rahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich“ ist im Prinzip eine Anleitung, wie alle Kinder bis zum Alter von sechs Jahren optimal gefördert werden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien(c.d., red.). Was Gruppengrößen, Qualitätskriterien oder die Bezahlung betrifft, haben sich die Kindergartenpädagogen noch nicht durchgesetzt. Dafür gibt es seit heute einen ersten Schritt Richtung bundeseinheitlicher Bildungsstandards für alle Null- bis Sechsjährigen. Auf Basis dieses Rahmenplans, den Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) an alle Kindergärten verschickt, soll es bis nächsten Herbst Details für die Fünfjährigen geben. Da ab dann alle Kinder verpflichtend ein Jahr in den Kindergarten müssen, legt der Bund gemeinsam mit den Ländern Standards fest. Bisher gab es weder einheitliche und in manchen Bundesländern überhaupt keine Bildungsziele für den Kindergarten.

Der jetzt versandte „Rahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich“ ist im Prinzip eine Anleitung, wie alle Kinder bis zum Alter von sechs Jahren optimal gefördert werden. Dabei handle es sich um keinen Lehrplan, sondern um eine Art „Praxisanleitung“, erläuterte das Unterrichtsministerium am Dienstag. Entwickelt wurde der Plan vom Charlotte-Bühler-Institut für praxisorientierte Kleinkindforschung in Wien in Kooperation mit dem Ministerium.

Unter anderem wird die Bedeutung der Erstsprache hervorgehoben: „Die Familiensprache verdient Wertschätzung, da Sprache und Identität eng zusammenhängen. Erfolgreicher Zweitspracherwerb baut auf erstsprachlichen Kompetenzen auf.“ Augenmerk soll auch auf die Gestaltung der Räume gelegt werden, um Kindern in einer Art Werkstattcharakter kreativen Spielraum zu lassen. „Strukturierte und unstrukturierte Materialien zum Gestalten, Musizieren, für Literacy, naturwissenschaftliches Experimentieren und Forschen sowie hauswirtschaftliche Tätigkeiten unterstützen die Erweiterung der kindlichen Kompetenzen“, heißt es.

 

Plan für Fünfjährige bis Herbst

Familienstaatssekretärin Christine Marek (ÖVP) obliegt es nun, bis Herbst 2010 zu einem detaillierteren Bildungsplan für die Fünfjährigen zu gelangen. Die Länder haben sich in einer 15-a-Vereinbarung zu einer einheitlichen Lösung verpflichtet und der Bund dazu, die Erstellung des Plans zu bezahlen. Auch Marek arbeitet mit dem Charlotte-Bühler-Institut zusammen. Ein erstes Treffen gab es bereits. Ziel des Bildungsplans ist es, für Fünfjährige die zu erwerbenden Kompetenzen – soziale, motorische etc. – zu definieren. Ein Test vor Schuleintritt ist allerdings nicht vorgesehen. „Es gibt ohnehin die Schuleinschreibung“, heißt es in Mareks Büro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

9 Kommentare
wol
06.11.2009 16:25
0 0

Arme Kinder...

früher reichte es zu spielen, heute müssen schon die Allerkleinsten lernen....

0 0

Re: Spielen = Lernen

Die Kleinen lernen BEIM Spielen, das ist gegenüber früher nicht anders.

wol
06.11.2009 19:14
0 0

Re: Re: Spielen = Lernen

Warum soll dann alles anders werden in den KG?

0 0

Re: Re: Re: Spielen = Lernen

Es soll ja nicht ALLES anders werden, aber verschiedene Spiele fördern verschiedene Fähigkeiten und ich denke, man will einfach nur bestimmte einheitliche Schwerpunkte setzen (unabhängig davon hat sowieso jedes Kind Vorlieben und Begabungen).

Literacy?

"Literacy" sollen sie lernen, "strukturierte und unstrukturierte Materialien zum Gestalten" sollen sie verwenden, und ich sollte ein Kind irgendwelchen SPÖ-Tanten, die mit einem einem derartigen Bullshit-Vokabular aufgerüstet wurden, den ganzen Tag ausliefern? Das selbe Desaster wie bei den Krankenschwestern: Lauter Managerinnen, Evaluierungspläne, Bullshitbingo.

Gast: Fidel Gastro
03.11.2009 22:43
0 0

Bildungsziele

Gibt's da auch einen Migranten-Bachelor für Kindergarten-Absolventen?

;-)

Gast: Gast
03.11.2009 21:24
0 0

Erstsprache fördern??

Mit Erstsprache ist wohl Deutsch gemeint, hoffe ich.

Antworten Gast: Angelika Mlinar
05.11.2009 10:43
0 0

Re: Erstsprache fördern??

Ich bin Kärntner Slowenien, meine Erstprache bzw. Muttersprache ist slowenisch. Kindergärten müssen auch auf Volksgruppentauglichkeit geprüft werden.

Zenith2
04.11.2009 15:33
0 0

Re: Erstsprache fördern??

Gemeint ist die Muttersprache!

Schlagzeilen Bildung

  • Hahn: "Ein Teil der Kritik ist berechtigt"
    Wissenschaftsminister Johannes Hahn lädt kommenden Mittwoch zum Hochschuldialog. Mit dabei sind auch die seit fünf Wochen protestierenden Studenten. Wäre er nicht Minister, wäre es »naheliegend« gewesen, ins besetzte Audimax zu gehen, gibt Hahn zu.
    Aufstand in den Kindergärten
    Die Kindergärtnerinnen wollen nicht mehr lieb, nett und geduldig sein: Sie gehen für bessere Artbeitsbedingungen auf die Straße. Die Forderungen der Pädagoginnen sind ebenso umfassend wie klar umrissen. „Die Reichen sollen zahlen.“
    Schule der Sängerknaben macht Türen für Mädchen auf
    Ab Herbst gibt es eine neue Oberstufe mit Schwerpunkt Vokalausbildung. Der Besuch ist auch Mädchen erlaubt, aber die Schüler müssen einen Eignungstest bestehen.
    Edlinger-Ploder dürfte Hahn als Ministerin folgen
    Die steirische Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder, zuständig für Wissenschaft, Forschung, Verkehr und Technik, soll dem nach Brüssel wechselnden Johannes Hahn folgen.
  • Keine Frau bewarb sich: Rektorat neu ausgeschrieben
    Die Salzburger Kunst-Uni wiederholt die Ausschreibung für den Rektorenposten. Es gab elf Bewerbungen von Männern, aber keine einer Frau. Daher forderte der Gleichbehandlungs-Arbeitskreis die Neuaustragung.
    Kinderbetreuung: Notstand bei Krippenplätzen
    Die Einführung des Gratiskindergartens in Wien hat zu einem Engpass an Plätzen für unter Dreijährige geführt. Die Wartezeit beträgt bis zu drei Jahre.
    Nationalrat macht sich für Kreuze in Klassen stark
    Alle Parlamentsparteien außer den Grünen fordern die Regierung auf, das Aufhängen von Kreuzen in Schulklassen auch in Zukunft sicherzustellen. Der Gerichtshof für Menschenrechte hatte dies zuvor infrage gestellt.
    Wiener Student macht NS-Verbrecher ausfindig
    Recherchen eines Wiener Studenten haben zur Anklage gegen den mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrecher Adolf S. geführt. Andreas Forster war im Rahmen eines Uni-Projekts auf den Namen gestoßen.
  • Fachhochschule: Rechtlose FH-Studenten
    Keine Einsicht in Prüfungprotokolle, kaum Mitspracherechte in den Gremien - Die ÖH fordert eine Änderung des Studiengesetzes.
    Schwierige Schüler für Lehrer größtes Problem
    Die meisten Lehrer sind mit ihrer Arbeit zufrieden, besagt eine Studie unter Salzburger Pflichtschullehrern. Die größten Probleme gibt es mit verhaltensauffälligen Kindern.
    Uni Wien startet Fortbildung für Imame
    In dem zweisemestrigen Kurs stehen Recht, Politik und säkuläre Gesellschaft auf dem Lehrplan. Die Veranstalter sind überrascht über den großen Andrang: 81 Menschen haben sich für die 30 Plätze beworben.
    Schulreform: Koalitionsstreit um Finanzierung
    Unterrichtsministerin Claudia Schmied spricht sich für noch mehr Schulversuche aus, die ÖVP bremst. Die Ministerin rechnet damit, dass auf mindestens 200.000 Plätze aufgestockt werden muss.