Je gebildeter die Mutter, desto größer der Kinderwunsch der Tochter

Eine neue demografische Studie, bei der 12.000 Frauen befragt wurden, zeigt einen überraschenden Zusammenhang.

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APA/RALF HIRSCHBERGER

Der Bildungsgrad der Mutter hat einen Einfluss auf den Kinderwunsch der Tochter. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Newsletter "Demografische Forschung aus erster Hand" veröffentlichte Studie des Vienna Institute of Demography. Durchaus überraschend ist dabei der Zusammenhang: Je gebildeter die Mutter, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich ihre Tochter mindestens zwei Kinder wünscht.

Aus vielen älteren Studien ist dagegen ein anderer Effekt bekannt: Wer gut gebildet ist, bekommt vergleichsweise weniger Kinder. Das hat etwa mit dem häufigeren Gebrauch von Verhütungsmitteln und damit weniger ungeplanten Geburten sowie den höheren Opportunitätskosten für die potenziellen Mütter zu tun, die damit auf Karrierechancen verzichten und Gehaltseinbußen erleiden. Schlechter gebildete Frauen verhüten demgegenüber seltener bzw. haben im Regelfall ohnehin geringere Jobperspektiven.

In ihrer Studie analysierten die Wiener Forscher Daten aus dem Generation and Gender Survey von rund 12.000 Frauen in Österreich, Bulgarien, Norwegen und Italien im Alter von 18 bis 49 Jahren. Unter Berücksichtigung diverser Merkmale wie Alter, Familien- und Beschäftigungsstatus berechneten sie die Chancen, ob sich Frauen ein bzw. ein weiteres Kind wünschen und wie viele Kinder sie im Schnitt haben wollen.

Höhere soziale Status könnte Rolle spielen

Dabei zeigte sich, dass sich auch die Töchter mit Hochschulbildung selbst sogar im Schnitt häufiger eine Familie mit Kindern wünschten bzw. sich eine höhere Kinderzahl wünschten als ihre weniger gebildeten Pendants. Dieser Effekt war allerdings statistisch weniger bedeutend als der Zusammenhang mit der Bildung mit der potenziellen Oma. Eine mögliche Erklärung für die positive Korrelation zwischen Bildung und Kinderwunsch sehen die Autoren im höheren sozioökonomischen Status, der es den Befragten eher erlaube, die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für ein (weiteres) Kind aufzubringen.

 

(APA)

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