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Aufstand in den Kindergärten

21.11.2009 | 18:46 |  von MANFRED SEEH (Die Presse)

Die Kindergärtnerinnen wollen nicht mehr lieb, nett und geduldig sein: Sie gehen für bessere Artbeitsbedingungen auf die Straße. Die Forderungen der Pädagoginnen sind klar umrissen. „Die Reichen sollen zahlen.“

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Ein milder Frühlingstag Ende November: Es ist Samstagmittag – und die Ringstraßenbahnlinien stehen wieder einmal still. Dort, wo sonst Autos stauen, schweben glitzernde Seifenblasen. Es wird gepfiffen, gerasselt, geratscht, getrommelt – so als ob der bunte Zug den staunenden City-Touristen etwas ganz Besonderes bieten wollte. Die Stimmung ist gelöst, die Polizei entspannt, der Himmel blau. So sieht es aus, wenn Kindergartenpädagoginnen auf die Straße gehen. Immerhin: Den Dr.-Karl-Lueger-Ring haben sie erobert. Aber eben nur an einem Samstag. Das nächste Mal, so ihre „Vorstellung“, könnte es ein Montag sein. „Wenn's dann keinen Kindergarten gibt, steht die Stadt. Und dann steht das Land.“

Die Forderungen der Pädagoginnen sind ebenso umfassend wie klar umrissen: Mehr Geld. Mehr Personal. Kleinere Gruppen. Bessere Ausbildung. Die Gruppierung „Linkswende“ (diese steht dem Kapitalismus gelinde gesagt: skeptisch gegenüber) trägt ihren durchaus schnörkellosen Lösungsansatz per Transparent den Ring entlang: „Die Reichen sollen zahlen.“

Eine Pädagogin für 25 Kinder. Ein anderes von – sehr vielen – Transparenten (auf diesem Gebiet war man bei der Vorbereitung offenbar besonders emsig) bringt die Kindergarten-Misere auf den Punkt: „Eine Pädagogin für 25 Kinder auf 50 Quadratmetern von 6 bis 18 Uhr für Drei- bis Sechsjährige. Das ist der Istzustand.“ Per Megafon wird dazu passend gereimt: „15 Kinder (pro Gruppe, Anm.) sind genug. Alles andere ist Bildungsbetrug.“

In den Kindergärten gebe es einfach zu wenig Personal, sagt die mitmarschierende Kindergartenpädagogin Helga Scheibenhofer. Die Dienste der Betreuerinnen, die in Karenz gehen oder krank sind, müssten von anderen mitgemacht werden. Es bleibe zu wenig Zeit, um auf spezielle Bedürfnisse der Kinder – viele weisen sprachliche Defizite auf – einzugehen.


Nach 25 Jahren: 1300 Euro netto. Seit September, seit Einführung des „Gratis-Kindergartens“ in Wien, hat sich dieses Problem verschärft, zumal nun in Wien 2200 Kinder zusätzlich zu betreuen sind und die von der Stadt versprochenen Zusatzkräfte teilweise erst mit Verspätung in den Dienst aufgenommen werden können. Selbst Wiens SP-Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch gab kürzlich erstmals zu, dass es einen Mangel an Kindergartenpädagogen gebe. Schuld sei – natürlich – die 2006 abgewählte schwarz-blaue Regierung: „Sechs Jahre lang gab es keine Kindergartenmilliarde.“

Demonstrantin Helga Scheibenhofer – eine von schätzungsweise 2500 Personen, die gekommen sind – ist in einem Kindergarten in der Siebeneichengasse in Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk) beschäftigt. Heuer feiert sie ihr 25-jähriges Berufsjubiläum. Sie verdient aktuell für 30 Stunden pro Woche 1300 Euro netto.

Als der Zug, der nicht nur viele Transparente, sondern auch viele Luftballons der Grünen (Eva Glawischnig begleitet die Demo) mit sich führt, vor dem Parlament eintrifft, bekommt ein bestimmtes Banner besondere Bedeutung: „Wir pfeifen auf lieb und nett sein. Zu uns ist auch keiner lieb.“ Gut möglich, dass diesem Slogan bald Taten folgen. „Stellt euch vor, am Montag sind die Kindergärten zu“, schmettert Selma Schacht von der GPA-Initiative für Menschen im Sozialen Dienst „Work@Social“ ins Mikrofon. Dann könnten allein in Wien „Zehntausende Eltern nicht zur Arbeit gehen, da sie ihre Kinder zu Hause betreuen müssten.“ Fazit (siehe oben): „Wenn wir einmal protestieren, dann steht die Stadt. Und dann steht das Land. Das ist unsere Handlungsmacht.“ Auch Selma Schacht spricht von Verteilung: „Das Bankenhilfspaket war so schnell geschnürt, dass man kaum schauen konnte. Wo bleibt das Unterstützungspaket für den Sozial- und Bildungsbereich?“
Anzunehmen, dass die Kindergartenpädagoginnen (die weibliche Form ist angebracht, zumal der Beruf zu 99,2 Prozent in weiblicher Hand ist) diese Frage auch Kanzler Faymann und Vizekanzler Pröll stellen werden – am 12. Dezember, wenn den beiden Herren auch gleich ein Forderungskatalog überreicht wird. Bis dahin bleibt Zeit, über die Worte des zur Demo gekommenen Kinderpsychiaters Ernst Berger nachzudenken: „Die Arbeitswelten der Kindergartenpädagoginnen sind die Lebens- und Lernwelten der Kinder.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.11.2009)

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37 Kommentare
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mat
22.11.2009 20:22
0 0

Meine Meinung

Vorweg: Ich bin kein Beamter und kein Kindergartenpädagoge und habe nichts mit Kindergärten zu tun.

Doch ist ihnen nicht klar, dass an die Kindergärtner Erwartungen gestellt werden, die sie nicht erfüllen können und müssen?
Warum soll ein Pädagoge z.B. Kindern Deutsch lernen oder ihnen beibringen, "nicht in die Hose zu machen", et cetera.
Ein weiteres Problem ist, dass Kinder schon sehr früh in den Kindergarten "gesteckt" werden, obwohl ihre Mütter oder Väter gemütlich zu Hause sitzen.
Es geht hier nicht nur um die Kindergärtner, sondern auch um die Kinder, für die es wichtig ist Nähe und Geborgenheit bei den Eltern zu erfahren.
So ist es meiner Meinung nach klar, dass Kindergartenpädagogen mehr Geld sehen wollen für ihre Mühen - ob dies in dem Ausmaß gerechtfertigt ist, stelle ich in den Wind.

Gast: Blitzky
22.11.2009 20:06
0 0

Die Reichen zahlen auch jetzt schon...

.. für die Privatkindergärten und Privatschulen ihrer Kinder.

ulysses
22.11.2009 19:29
0 0

Und dann wollen wir den Status eines Universitätsprofessors


ma2412
22.11.2009 19:01
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oxonitsch zeig was du kannst!

weniger kinder in den gruppen bedeuten (hoffentlich) auch bessere betreuung. wer könnte das nicht wollen?
und bei der ausbildung sollte wohl auch ein bischen mehr geld drin sein.
im gegensatz zu lehrern verfügt diese gruppe über keine 15 wochen ferien.
gleiches recht für alle, auch für pädagogen!

wenn im selben resort million für die austria, die capitals und rapid ausgegeben werden können, wird wohl auch noch geld für unsere kinder da sein!
zugegeben eine harte aufgabe für den hrn. stadtrat, aber genau dafür ist er ja da!

Gast: Viktoria
22.11.2009 19:01
0 0

Kindergärten & Schulen - System Neu

Ob Kindergärten oder Schulsystem - so können wir unseren Kindern keine Qualität und keine Zukunft bieten. Dringende Änderungen stehen an - wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Warum schauen wir nicht mal nach Dänemark? Wir hinken den skandinavischen Ländern Jahrzehnte hinterher.

Gast: erbsensuppe
22.11.2009 18:38
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egal welche diskussion

angefangen wird, es gibt immer die leute, die angeblich in der privatwirtschaft weniger verdienen. da möcht ich aber auch einmal auf die vielen selbständigen hinweisen, deren wahres einkommen ja gar nicht bekannt ist, und immer niedriger angegeben wird als es tatsächlich ist (stichwort: "brauchens a rechnung?).
da wird am meisten am staat vorbeigeschwindelt. und solche leute bezeichnen sich auch als "steuerzahler" pfui

Antworten Gast: Gast-wien52
02.12.2009 09:43
0 0

Re: egal welche diskussion

Auch bei selbständigen ist das Einkommen durchaus bekannt: Gewinn dividiert durch 12.
Und was meinen Sie mit vorbeigeschwindelt? Wenn ich selbständig bin, kann ich diverse Posten abschreiben. Und die Frage "brauches a Rechnung" zeugt noch lange nicht von vorbeischwindeln, sondern bezieht sich darauf, das ein Kassenbon nicht genügt und daher eine Rechnung her muss.

Bin entsetzt ...

Aus dem Großteil der Postings hier sprechen : Neid, Dummheit, Unbildung und diverse andere niedrige Eigenschaften.


Birgit 68
23.11.2009 13:09
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Re: Bin entsetzt ...

Wer ist hier auf wen neidig und warum?
Bitte, etwas detaillierter das Kommentar!
Es geht hier immer noch um Kindergartenpädagoginnen!

Antworten Gast: UKW
22.11.2009 20:01
1 0

Re: Bin entsetzt ...

Aus diesem Posting hört man eine Kindergärtnerin heraus, die ihren Mund mit Seife auswaschen sollte und die man besser nicht auf Kinder loslassen sollte.

Ach ja, und eine Gehaltserhöhung sollte man ihr schon gar nicht geben....

1 1

Re: Bin entsetzt ...

Ich stimme Ihnen zu, nachdem ich einige postings gelesen habe.
Den Lehrern geht es aber nicht anders - sind auch in den Augen so einigen in der Bevölkerung dumm, faul und hinterlistig.
Ich befürchte, das hat etwas mit der 'Weiblichkeit' des Jobs zu tun - oder meinen Sie Horden von Männer würden sich das alles gefallen lassen, was sich Frauen gefallen lassen, die die Zukunft Österreichs erziehen? Nein - Männer gehen in die Banken, in die Politik und die anderen gehören zur Metallergewerkschaft und haben eben gute Bedingungen erkämpft - sie sind auch keine Billakassiererinnen usw - weil viel zu wenig bezahlt wird, bei beschi..enen Bedingungen. Tja - so schauts aus. Und dieser männliche Teil, der postet offensichtlich hier verstärkt.

Gast: UKW
22.11.2009 17:44
2 3

Immer wenn man will, dass das eigenen Gehalt weniger ausschaut

gibt man den Nettobetrag an. Alter Schmäh. Was wurde da abgezogen? Gewerkschaftsbeiträge, SPÖ-Parteisteuer, Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag, Kirchensteuer .... oder vielleicht auch noch die Miete und Betriebskosten?

Sollen zum Billa gehen wenn ihnen was nicht passt. Lü.gen uns die Hucke voll und glauben wir fallen drauf rein. In der Privatwirtschaft wird kaum jemand Verständnis haben für diese unverschämten Forderungen.

Birgit 68
23.11.2009 13:15
0 0

Re: Immer wenn man will, dass das eigenen Gehalt weniger ausschaut

Wo steht denn da etwas von einem Gehalt?
Wissen Sie überhaupt, was die Kindergartenpädagoginnen so brutto verdienen, bzw. wovon Sie reden, oder plaudern Sie nur Dampf?

Gast: smudo
22.11.2009 12:23
0 0

Kindergarten; eine Katastrophe!

Die Kiga-Pädagogingen werden häufig -wie in vielen Branchen- unter Druck gesetzt. Ich spreche v. unserem Privatkiga. 18 Kinder in einer Gruppe, eine Pädagogin u. 1 Helferin halbtags. Meine ganze Erziehung ist beim Teufel da mir kein Politiker erzählen kann sich um 18 Kinder gleichberechtigt zu bemühen! Vom Verdienst gar nicht zu sprechen. "18 Kinder" im Alter zw. 2 u 5 Jahre aufmerksam, verantwortungsbewußt, spielerisch, gerecht .....zu betreuen ist unmöglich. Und das 5 Tage die Woche, 40 Stden. Liebe Frau, lieber Hr. Politiker; zeigen sie mir das bitte vor! Danke

Antworten Gast: Gast
06.02.2010 13:55
0 0

Re: Kindergarten; eine Katastrophe!

Wo sehen Sie denn da das Problem? 19 Schüler in einer Klasse zu haben, wäre für viele Lehrer ein Traum - und dazu noch eine Helferin. Wo steht es denn, dass sich eine Kindergartenpädagogin ständig um jedes Kind kümmern soll?
Bei meinen Kindern habe ich geade das als Argument gesehen, dass sie (ab dem 3. Lebensjahr und nicht früher!) Gleichaltrige zum Spielen und zum Sozialkontakt hatten.
Die Klagen um das zu geringe Einkommen möchte ich ebenfalls relativieren. Über € 1300,- für eine 30-Stunden-Woche! Noch dazu hat dieser Berufsstand kaum Vorbereitung oder gar Korrekturarbeiten zu Hause zu erbringen, wie das bei den Lehrern der Fall ist. Und mit der Weiterbildung wird es auch nicht so weit her sein.
Man darf nicht vergessen, dass diese Damen nicht mehr als einen Maturabschluss geleistet haben. Die sollen sich einmal anschauen, was z.B. ein HTL-Absolvent als Einstiegsgehalt bekommt und was er dafür leisten muss. Wofür eine akademische Ausbildung nötig sein soll, bleibt mir absolut unklar.
Ich - und meine Kinder - haben jedenfalls ihre "Tanten" gehabt, denen auch 30er-Gruppen nicht zu groß waren und die sich trotzdem ausreichend mit uns befassen konnten und die wir/sie geliebt haben.
Vielleicht waren da aber auch nicht die familiären Probleme vorhanden, die sie ausgleichen sollten.

Gast: auchich
22.11.2009 11:46
0 2

Schliesse mich an!

Bin selbst Beamter und stelle hiermit dieselben Forderungen. Möchte mehr Bezahlung und zwar sofort! Und weniger arbeit. Es soll ein zweiter angestellt werden, der die Hälfte meiner Arbeit übernimmt. Ab 2010 möchte ich minimum 5 % mehr.
Und früher in Pension möchte ich auch gehen (ohne Abschläge)

Wenn es um die Finanzierung geht muss die Regierung halt bei den Privatangestellten mehr Steuern einheben. Das ist kein Problem.

0 2

Kindergarten

Sie demonstrieren zumindest an einem Samstag und nicht wie die Lehrer während der Arbeitszeit. Die Kindergärtnerinnen nehmen trotz ihrer Probleme Rücksicht auf die berufstätigen Eltern im Gegensatz zu den Lehrern die nur für ihre Interessen streiken und denen die Berufswelt sch..egal ist.

Antworten Gast: lichte werk ing
22.11.2009 11:51
2 0

Re: Kindergarten

wann haben die lehrer während der arbeitszeit demonstriert?

sie meinen wohl die schülerInnen
die waren allerdings auf der straße

wol
22.11.2009 11:47
0 0

Re: Kindergarten

Wann haben die Lehrer gestreikt?

Der Ätzer
22.11.2009 06:46
0 0

Der innigste, betriebsrätliche Wunsch zur Mindeleistung!

Das Schema im öffentlichen Dienst - mehr Personal und weniger Leistung.

Die Steuern können dabei beliebig wachsen - das bringt's. So schafft man Arbeitsplätze.

Ich bin paff - ein Ausdruck des Staunens bei korrupten Verhalten im Hofstaat der Betriebsräte.

Sozynismus pur!

Birgit 68
23.11.2009 13:32
0 0

Re: Der innigste, betriebsrätliche Wunsch zur Mindeleistung!

Naja, so schlimm wird es wohl nicht sein:
Mehr Personal soll natürlich mehr Leistung garantieren!
Oder glauben Sie wirklich, dass man irgend einem Berufsstand gegen weniger Leistung mehr Personal bereitstellen würde? An so eine Forderung können doch nicht einmal Sie glauben!

Sie gehen halt auf die Straße. Na und?
Das tun andere auch. Niemand möchte, dass andere Berufsstände auf Kosten des eigenen aufgewertet werden. Um das zu verhindern, muss man eben selbst auch auf die Straße gehen, und auf sich aufmerksam machen. Oder glauben Sie, reiche Politiker und Manager würden freiwillig etwas hergeben?

0 0

Re: Der innigste, betriebsrätliche Wunsch zur Mindeleistung!

sozynismus. gratulation zu dieser wortschöpfung ggggggggg

mfg
mc

Gast: hexenjäger
22.11.2009 06:15
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Kindergartenmisere

Wie in so vielen anderen Bereichen auch, hat man es versäumt, das System den geänderten Bedürfnissen der Bevölkerung anzupassen. Als Folge von Missplanung und Misswirtschaft muss jetzt alles auf dem Rücken des Personals husch-husch gehen.

Man stellt schlecht ausgebildete Kräfte, die nicht einmal der deutschen Sprache mächtig sind, ein. Zu meinem Enkel hat die neue Betreuerin im September "Du da sitzen!" gesagt. Na, das wird wohl super für seine Sprachentwicklung sein.

Meine Schwiegertochter zahlt für 3 Mal pro Woche essen, den gleichen Betrag wie jemand, dessen Kind täglich dort isst. Eine detailierte Abrechnung ist der Gemeinde zu kompliziert. Ausserdem müssen die zahlenden Eltern die Essen der nicht zahlenden mitfinanzieren. Die Anzahl der zahlenden Eltern entscheidet, wie viel es zu essen gibt. Der Enkel hat neulich 6 Spiralnudeln bekommen.
Wenn der Kleine krank wird, gibt's kein Essensgeld zurück. Ob wegen der Mitfinanzierung oder buchhalterischer Unfähigkeit sei dahingestellt.

Eine Kindergärtnerin ist für 25 Kinder zuständig. Mehrere davon werden regelmäßig von einer Sonderpädagogin in Augenschein genommen. Eigentlich ist die Gruppe eine Integrationsgruppe, aber das nötige Personal wird nicht gestellt. Da sollen lieber die Hälfte der Kinder von den verhaltenskreativen gebissen nach Hause gehen.

In den Kindergärten ist vieles nicht in Ordnung. Und wenn ich ehrlich bin, für kein Geld der Welt möchte ich unter diesen Bedingungen arbeiten.

reselia
22.11.2009 13:06
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Re: Kindergartenmisere

und - wenn Sie um kein Geld der Welt unter diesen Bedingungen arbeiten wollen - warum schicken Sie dann das Kostbarste was Sie haben - dorthin?
Dort verbringen vielleicht nicht Ihre, aber die Kinder/Enkel Anderer bis zu 10 Stunden täglich, also deutlich mehr als eine 40 Stundenwoche.
In einer Einrichtung, die sich die Kinder nicht selbst gewählt haben, wie Erwachsene ihre Arbeit. Auch wenn die Betreuerinnen die nettesten der Welt wären - sie wünschen sich doch sicher mehr Zeit auch mit den Eltern!
Ich bin sehr dafür den Kindergärtnerinnen mehr als das doppelte dafür zu zahlen,
daß sie täglich auf für sie selbst viel zu kleinen Stühlen ihre Gesundheit mehr als Schwerarbeiter ruinieren müssen und
zusätzlich zu den (aufgrund der getrennt lebenden Eltern, um nur ein Beispiel zu nennen) zunehmend "veränderten" Kinder noch mindestens 3 , bisher noch nicht in der österreichischen Schule unterrichteten - Fremdsprachen beherrschen sollten, um die (nach der Intention des verpflichtenden Kindergartenjahres?) in sehr vielen Kindergärten schon die deutsprachige Minderheit überwiegenden Kinder zu „integrieren“.
Auch die Forderung nach weniger Kinder pro Betreuerin sind sehr löblich . Denken Sie doch wie viele Mütter/Eltern schon mit einem Kind überfordert sind und dem auch ein zusätzliche pädagogisches Studium keine Abhilfe bringen würde.
Allerdings sollten auch die Mütter, die es noch wagen ihre Kinder zu Hause zu “erziehen“ doch auch - nicht nur finanziell - unterstützt werden !!!

Antworten Antworten Gast: Elvira
23.11.2009 14:24
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Re: Re: Kindergartenmisere

Mit den überforderten Eltern haben Sie völlig recht. Ich war auch eine davon, die ihr Kind mit 3,5 Jahren in den Kindergarten gegeben hat, obwohl es nur geweint hat. Ich dachte damals wirklich, das Beste für mein Kind zu tun, da ich soziale Kontakte für wichtig gehalten habe. Ich habe es vorgezogen, arbeiten zu gehen, da ich das besser konnte als ein eher introvertiertes Kind zu fördern und zu fordern.
Heute bin ich mir nicht mehr sicher, ob das damals gut war.
Man möchte immer das tun, wofür man die meiste Anerkennung bekommt, und das ist eben das, was man am Besten kann. Heute tut es mir trotzdem leid, mich nicht mehr um mein Kind gekümmert zu haben.
Für manche Eltern ist das eben Knochenbrecherarbeit, wenn das Kind ihren Erwartungen nicht entspricht und ihre Bemühungen nicht in dem Maße umsetzt, wie es sollte.
Den meisten Kindergartenpädagoginnen gilt meine ganze Hochachtung und ich finde, dass sie mehr Unterstützung verdienen würden!

Peregrin
21.11.2009 23:11
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verdient aktuell für 30 Stunden pro Woche 1300 Euro netto

Bei 40 Stunden wären das 1733 EUR netto, das kriegt der österreichische Durchschnittsarbeitnehmer ungefähr brutto. Was soll uns das also sagen, daß Kindergartentanten überbezahlt sind?

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