In Deutschland entbrannte im November vergangenen Jahres eine Debatte über Babyklappen, als der Ethikrat eine anonyme Abgabe von Neugeborenen für rechtswidrig erklärte. Kinder hätten einen Rechtsanspruch auf die Kenntnis ihrer Herkunft und auf Beziehung zu den Eltern. Deshalb sollten alle Babyklappen in Deutschland abgeschafft werden, forderte der Ethikrat. Auch die anonyme Geburt ist ihm ein Dorn im Auge und soll aufgegeben werden. Zwar hat ein Rechtsgutachten die Abgabemöglichkeit von Babys als legal bezeichnet. Die Diskussion ist damit aber nicht beendet - und erreicht nun auch Österreich.
Babyklappen sollen verzweifelte Schwangere davon abhalten, ihre Neugeborenen auszusetzen oder gar zu töten. Die österreichische Bioethikkommission spricht sich deshalb in ihrer aktuellen Stellungnahme klar für die Einrichtung aus. Denn das Leben eines Kindes sei höher zu gewichten als die Kenntnis um seine biologische Herkunft. In Österreich wurde die erste Klappe im Jahr 2000 eingerichtet. Seitdem wurden 19 Säuglinge in dessen Obhut übergeben.
Die Möglichkeit zur anonymen Geburt gibt es in Österreich seit 2001. 249 Frauen brachten seitdem ihre Kinder auf diese Art zur Welt. Nach der Geburt übernimmt das Jugendamt die Verantwortung für das Kind und übergibt es in die Pflege von Adoptiveltern. Die Mutter hat jedoch sechs Monate Zeit, zum Kind zurückzukehren, erst danach kann die Bewilligung zur Adoption erteilt werden.
Streit um Babyklappen und anonyme Geburt
10.02.2010 | 10:22 | Rosa Schmidt-Vierthaler (DiePresse.com)
Die Diskussion um die Rechtmäßigkeit der anonymen "Kindsabgabe" hat Österreich erreicht. Das Recht auf Leben kollidiert mit dem Recht auf seine biologische Herkunft.
In Kürze
In "Babyklappen" oder "Babynestern" können verzweifelte Eltern ihre Kinder anonym abgeben. Während der deutsche Ethikrat diese ablehnt, treten Wohlfahrtsverbände für deren Beibehaltung ein. Auch die österreichische Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt hat sich nun klar für Babyklappen und anonyme Geburt ausgesprochen.
27 Kommentare
Schwachsinn³
Hier kollidieren 2 Rechte:Das "Recht" auf Kenntnis der biologischen Eltern und das Recht auf Leben.
Dem Baby in der Mülltonne ist es wohl ziemlich egal, wer seine biologischen Eltern waren (mit dem Bruch des letzeren Rechts verliert es also automatisch auch das erstere) - also haben wir eine klare Hierarchie der "Rechte".
Wer in dieser Situation tatsächlich noch immer gegen Babyklappen argumentiert, ist ganz offensichtlich nicht in der Lage sich seines Verstands zu bedienen.
Das Schlimme an der Sache ist, daß wir derartige "Ethikräte" mit unseren Steuergeldern bezahlen.
schon komisch
ich finde es immer wieder eigenartig, dass bei frauen und männern immer unterschiedliche maßstäbe angesetzt werdenbei frauen ist alle so schlimm und wenn sie in der "ausnahmesituation" sind, dann gibt es zig möglichkeiten für sie, ansonsten ist alles auch noch straffrei
beim mann gibt es null möglichkeiten und alles ist strafbar, selbst die verhütungsmittel sind vom pearl-index her katastrophal, was dem mann zur verfügung steht
bei einem mann wird vorausgesetzt, dass er sich in der lage fühlt und auch immer damit einverstanden ist ein kind groß zu ziehen inkl. der mutter des kindes
Re: schon komisch
Wie meinen sie?...ein Kind großzuziehen inkl. der Mutter des Kindes?
Na dann sollten Sie halt kein Kind zur Mutter machen, sondern eine erwachsene Frau! Pädophilie ist doch außerdem verboten!
Sie sprechen wohl eher von Unterhaltszahlungen, die die Mutter für den Verdienstausfall wegen der Betreuung ihres Kindes entschädigen. Wenn Sie das nicht wollen, so suchen Sie sich eben eine reiche Frau, oder eine, die so viel verdient, dass sie lieber arbeiten geht und Betreuung Ihres Kindes lieber dem Vater überlässt. Soetwas gibt es ja auch.
Im Übrigen tragen Frauen, die sich mit verantwortungslosen Männern einlassen, eine eben so große Mitschuld.
Re: schon komisch
Für alle Männer die ein Kind gebären gelten die gleichen Bedingungen. Sie müssen sich also nicht beklagen.Re: Re: schon komisch
geh machen sie sich nicht lächerlichmänner werden kriminalisiert und erpressbar durch die gesetzliche regelung
was machbar wäre, frauen und kinder schützen würde, wäre eine regelung, die es männern wie frauen jetzt schon ermöglichen würde sich frei für oder gegen das kind zu entscheiden
das heißt der mann hat ein anrecht nein zur vaterschaft zu sagen, was der frau die möglichkeit einräumt das kind abzutreiben oder zu bekommen, aber gegenüber dem mann keinerlei ansprüche stellen kann
das würde natürlich den frauen das recht nehmen männer zu erpressen und sie an sich zu ketten, was dann zu der gewalt führt, die wir tagtäglich in den zeitungen zu lesen
Bei Frauen gibt es nur für
die Ausnahmesituation nach der Geburt eine Strafminderung (und keine Freistellung). Und dass es diese Ausnahmesituation kurz nach einer Geburt und nur bei Frauen wirklich gibt, kann ihnen jeder Arzt gerne bestätigen.Re: Bei Frauen gibt es nur für
das mit der strafminderung legen sie aber schon eigenwillig aus, wenn ein mann ein kind nach der geburt tötet isrt das mord meist noch besondere schwere und gibt lebenslang, bei einer strafminderung müsste es also eine mehrjährige strafe für frauen geben, dem ist aber nicht so, die gehen straffrei nach hause, selbst wenn sie die tat einem anderen unterjubeln wollen, wie die frau, die ihr kind aus dem fenster warf und die tat ihrem ex unterschieben wollte, nur hatte der ein alibiaußerdem kann dieser fall nicht auf jeden fall zutreffen, auch sieht diese regelung nicht jeder staat so wie österreich und auch nicht jeder arzt
der ethikrat outet sich mit so einer aussage
als eugenikrat - neusprech pur!Was ist mit den vielen Kindern
die ihren Vater nicht kennen?Re: Was ist mit den vielen Kindern
Vielleicht ist es besser so, dass viele Kinder ihre Väter nicht kennen..Re: Re: Was ist mit den vielen Kindern
Man kann in der Wahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein!Re: Was ist mit den vielen Kindern
Pater semper incertus est sed mater certa est!Re: Re: Was ist mit den vielen Kindern
Das sagt aber auch nichts anderes, als dass es ein 100%iges Recht auf die biologische Herkunft ohnehin nicht geben kann.Warum dann nicht froh sein, wenn Frauen wenigstens Geburt und Schwangerschaft auf sich nehmen und so einem kinderlosen Ehepaar zum ersehnten Nachwuchs helfen, als wenn sie dann wieder abtreiben, weil sie nicht anonym bleiben können.
Re: Re: Re: Was ist mit den vielen Kindern
100pro, "sandra.blog"(buster)!Sollen wieder Babies sterben
nur weil die Deutschen mal wieder "logisches Denken" vor Vernunft und Moral stellen??? Bitte um Verweigerung dieser absurden Debatte in Österreich.Ich weiß nicht aber
können die Deutschen irgendetwas anderes als die Dinge durch eine ideologische Brille sehen? Wie wärs mit Hausverstand? Daß eine Ethikkommission zu so einem blöden und in der Praxis verwerflichen Urteil kommt ist mir schleierhaft.Re: Ich weiß nicht aber
Lässt mehrere Schlüsse zu, zB dass der Ethikrat arbeitsmäßig nicht ausgelastet ist oder zwanghaft in die Medien kommen will oder geistig abgehoben und irreal agiert.Sagt in jedem Fall eine Menge über diese Einrichtung aus.
seltsame "Ethik"
Bevor man die Babyklappen abschafft, muss man die Abtreibung verbieten.Es ist absurd, wenn man Kinder lieber umbringt als ihnen ein Leben ohne Kenntnis ihrer Abstammung zuzumuten. Was für eine verquere Logik der deutschen "Ethikspezialisten"!
Re: seltsame
Eher umgekehrt - bevor man die Babyklappen abschafft muss man die Abtreibung erlauben. Besser eine Abtreibung als ein lebensfähiges aber totes Neugeborenes in einer Mülltonne.Re: Re: seltsame
Das kommt sich aufs gleiche raus.Re: Re: Re: seltsame
Nicht für die Mutter.Re: Re: Re: Re: seltsame
Warum nicht? Eine Frau, die abtreibt, fuehlt sich nachher auch nicht unbedingt besser oder schlechter als eine, die ihr Kind im Restmuell entsorgt.Re: Re: Re: Re: Re: seltsame
Mal ein kalter Vergleich:1. Fall: Frau wird ungewollt schwanger, merkt es früh genug (Fristenlösung!) und hat eine Abtreibung. Die Frau macht das mit ihrem Gewissen selber aus, hat eine ambulante Behandlung ohne große Risiken, und befindet sich im legalen Bereich. Der Fötus ist zu diesem Zeitpunkt nicht alleine lebensfähig.
2. Fall: Frau wird ungewollt schwanger, merkt es, darf aber nicht abtreiben. Sie trägt das Kind aus und setzt es nach einer geheimen Geburt aus. Das Kind, ein mittlerweile eigenständiges und atmendes Lebewesen, stirbt langsam über Stunden. Die Frau hat das potentiell lebensgefährliche Risiko von Komplikationen durch die geheime Geburt. Sie sieht der Tatsache ins Auge, dass sie ein Baby in den Tod schickt. Und rechtlich gesehen macht sie sich schwer strafbar.
Für den Fall 2 gibt es zum Glück die Babyklappen. Für Fall 1 gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen - und man sollte sich wirklich die Frage stellen ob man eine Frau dazu zwingen kann Mutter zu werden. Könnte auch wir Männer schwanger werden, dann wette ich dass Abtreibungen lang nicht so kontrovers wären.
Re: Re: Re: Re: Re: Re: seltsame
Schwachsinn eines "Feministen"Ein Baby ist ein eigenständiger kleiner Mensch mit all seiner Würde und seinen Rechten - kein gebrauchter Tampon der biologischen Mutter und keine Sozialversicherung für die selbe.
Grundsätzlich sollte man die Babyklappen belassen und keine abgehobene Diskussion führen. Okay - so kann man Frauen aus der Verzweiflung führen.
Ohnehin aber nur ein marginales Problem in Anbetracht dessen, dass in Österreich jedes zweite Kind abgetrieben wird. Ferner dürften wohl mehr Kinder im Jahre von ihren Müttern mißhandelt und getötet werden (wenn man den bekannten gesetzlich gedeckten "Ausnahmemord" nach der Geburt miteinbezieht) als in die Babyklappe gelegt.
Aber all das ist ein weniger charmantes Diskussionsthema für die GutmenschInnen und daher reden wühlen wir liber ein paar Tausend Kilometer vom eigentliche Krisenherd entfernt herum.
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