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Mythos entlarvt: Mozart macht nicht klüger

04.05.2010 | 11:38 |   (DiePresse.com)

Klassische Musik soll eine leistungssteigernde Wirkung haben, ergaben psychologische Studien. Forscher der Uni Wien entlarvten den "Mozart-Effekt" nun als Mythos. Werdende Mütter könne sich die Klassik sparen.

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Mit einem weit verbreiteten Mythos, wonach Kinder klüger werden sollen, wenn sie früh Mozart hören, räumt die Universität Wien nun auf: Den "Mozart-Effekt", wonach das Hören von Musik Mozarts intelligenzsteigernde Effekte habe, gibt es nicht, ergab eine Untersuchung durch ein Forschungsteam um Jakob Pietschnig vom Institut für Psychologische Grundlagenforschung der Uni Wien. Die Wissenschaftfler haben 39 durchgeführten Studien zu diesem Thema mit mehr als 3000 Testpersonen untersucht. Dabei ließ sich kein musikspezifischer Effekt auf das Raumvorstellungsvermögen nachweisen, teilte die Hochschule am Dienstag in einer Aussendung mit.

Mozart für werdende Mütter

1993 hatte die US-Psychologin Frances H. Rauscher im Fachmagazin "Nature" eine Arbeit über verbesserte Leistungen bei Intelligenztests nach dem Hören von Mozarts Musik publiziert. Demnach habe das Hören der 1781 von Mozart komponierten Sonate für zwei Klaviere in D-Dur (KV 448) kurzfristig leistungssteigernde Wirkungen auf die Raumvorstellung.

Der wissenschaftliche Artikel fand enormen Anklang: Mozarts Musik wurde als Wundermittel zur Steigerung des IQ von Kindern gefeiert. Einzelne US-Bundesstaaten veranlassten, dass jede Mutter eines Neugeborenen eine Klassik-CD kostenlos erhält. Mit dem Namen "Mozart-Effekt", den sich später Trittbrettfahrer sogar patentieren ließen, ließen sich trefflich Geschäfte machen.

Jedenfalls hat Rauschers Studie dazu geführt, dass von Wissenschaftern unterschiedlichster Fachgebiete die Wirkung von Musik auf Mensch und Tier untersucht wurden - mit unterschiedlichsten Ergebnissen.

Einer der populärsten Mythen der Psychologie

Die ursprünglich von Rauscher konstatierten Resultate wurden jedenfalls bei der von den Wiener Forschern Jakob Pietschnig, Martin Voracek und Anton K. Formann durchgeführten Meta-Analyse nicht bestätigt. Sie haben dazu die Ergebnisse von 39 Studien zu diesem Thema statistisch untersucht, ihre Arbeiten wurden nun in der Fachzeitschrift "Intelligence" veröffentlicht.

"Ich empfehle jedem, Mozarts Musik zu hören, aber die Erwartung, dadurch eine Steigerung der eigenen kognitiven Leistungsfähigkeit zu erzielen, ist nicht erfüllbar", erklärt Pietschnig.

Die Wissenschafter entlarvten damit den "Mozart-Effekt" als Mythos - der auch von US-Psychologen kürzlich an die sechste Stelle der 50 größten Mythen der populären Psychologie gereiht wurde ("50 Great Myths of Popular Psychology" von Scott Lilienfeld). An erster Stelle steht dabei übrigens die Ansicht, dass wir nur zehn Prozent unseres Gehirns tatsächlich nutzen.

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7 Kommentare
Gast: Gast
04.05.2010 20:32
0 0

intelligenz

ist raumvorstellung alles was intelligenz definiert?

Gast: hans
04.05.2010 20:08
0 0

ein hoch auf die statistik

da steht wohl die eine signifikanz gegen die andere.

Gast: gast
04.05.2010 14:35
0 0

wortwörtlich gleich wie bei orf.at

Agentur-Müll mit integrierter Schleichwerbung für das Buch von Scott Lilienfeld (ich nehme an, die Meldung wurde hauptsächlich deswegen lanciert)

Antworten Gast: gast
04.05.2010 16:22
0 0


Gast: Novalis
04.05.2010 13:54
0 0

Immer diese alles-über-einen-Kamm-scher-Methoden

Hinter solchen Studien steht die unsinnige Vorstellung, dass etwas bei allen Menschen dieselbe Wirkung entfalten muss. Wie soll zB. Mozarts Musik für einen Embryo gut tun, wenn die Mutter Mozart nicht ausstehen kann - und der Embryo die entsprechenden negativen Reaktionen der zwangsbeglückten Mutter mitbekommt ?

Der Hausverstand ist hilfreicher, als diese ein-dimensionalen "Studien".

Antworten Gast: hans
04.05.2010 20:09
0 0

Re: Immer diese alles-über-einen-Kamm-scher-Methoden

hinter solchen studien steht der wunsch nach einer publikation.

Gast: Wilhelmine Tell
04.05.2010 12:22
0 0

Werdende Mütter können sich die Klassik sparen?

Auf die Idee, dass die Klassik ein Genuss ist kommt wohl niemand? Es kommt nicht darauf an, ob die Musik von Mozart oder Michael Jackson ist. Der springende Punkt ist, dass die Mütter entspannt der Musik lauschen können.

Wenn werdende Mütter ihr Leben genießen, können sich die Kinder gut entwickelt. Gut entwickelte Kinder sind kluge Kinder.
Gestresste Mütter haben eine subobtimale Körperchemie, die sich negativ auf den sich entwickelnden Organismus auswirkt. Jedes Missempfinden stört die intellektuelle Leistung.

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