Neue Studie: Berufstätige Mütter schaden Kindern nicht

Auch wenn eine Mutter bald nach der Geburt wieder arbeiten geht, gefährdet sie die Entwicklung ihres Kindes nicht. Das Kind profitiert sogar davon. Optimal ist ein 30-Stunden-Job.

Neue Studie Berufstaetige Muetter
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Neue Studie Berufstaetige Muetter
(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Mütter, die bald nach der Geburt wieder arbeiten gehen, müssen sich nicht mehr schuldig fühlen: Sie schaden ihren Kindern nicht - das ist das Ergebnis einer Studie, die Forscher an der New Yorker Columbia University durchgeführt haben. Sie haben erstmals auch die positiven Seiten der mütterlichen Abwesenheit berücksichtigt.

Berufstätige Mütter sind demnach psychisch gesünder, können bessere Beziehungen innerhalb der Familie aufbauen und kurbeln das Haushaltseinkommen an - alles Faktoren, die die Entwicklung des Kindes unterstützen. Kinder, deren Mütter berufstätig sind, profitieren laut der Studie auch davon, dass sich die Eltern eine bessere externe Kinderbetreuung leisten können.

30-Stunden-Job ist optimal

Geht die Mutter innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt wieder arbeiten, hat das leichte negative Effekte auf das Kind. Längerfristig gesehen, entwickeln sich diese Kinder intellektuell, physisch und emotional genauso wie andere, so die Studie. Optimal ist ein 30-Stunden-Job - dann profitieren Kinder vom höheren Einkommen und dem glücklicheren Familienleben, ohne dass es an mütterlicher Zuneigung fehlt.

Für die Studie wurden 1000 Kinder bis sieben Jahre aus zehn unterschiedlichen US-Bundesstaaten ausgewählt. Untersucht wurden die Beziehungen innerhalb der Familie, das Haushaltseinkommen, den Wortschatz, das Lesevermögen und die Noten der Kinder. Außerdem wurden Eltern und Lehrer nach dem Verhalten der Kinder befragt.

Bisher: Berufstätigkeit schadet Kindern

Bisher legten Studien zu Müttern und Berufstätigkeit meist nahe, dass diese den Kindern schade. Forscher an der britischen Essex-Universität kamen erst kürzlich zu dem Schluss, dass Kinder, deren Mütter innerhalb der ersten drei Lebensjahre wieder in den Beruf einstiegen, langsamere Lerner sind. Im Jahr 2008 besagte eine Unicef-Untersuchung, dass Mütter, die weniger als ein Jahr nach der Geburt wieder arbeiten gehen, die Entwicklung ihrer Kinder gefährden.

(beba)

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