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Erziehung: "Jetzt lass doch den Papa machen"

08.01.2011 | 17:46 |  von Doris Kraus (Die Presse)

Immer mehr Väter kümmern sich um ihre Kinder. Vielen Müttern fällt es jedoch schwer, in dieser Zeit loszulassen. Das sollten sie aber, sagen Experten. Dads erziehen zwar anders, doch das ist gut so.

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Auf dem Sparefroh–Spielplatz im Donaupark ist die Hölle los. Mitten drin steht ein Vater und sieht gelassen zu, wie sein ungefähr vierjähriger Sohn einen Roller den steilen Weg des Rutschenbergs hinaufschiebt. Oben dreht der Bub um und macht sich zur Talfahrt bereit. Plötzlich wird die Mutter auf die Szene aufmerksam. Mit einem Schrei rennt sie los und fängt das Kind nach den ersten Metern ab. Das Ergebnis ist ein heftiger Wortwechsel, dessen Kernaussagen weithin zu hören sind: „...viel zu gefährlich“ – „...hat doch eh einen Helm auf“, – „...wirklich verantwortungslos“ – „...echt hysterisch“, – „...wird keine 18 werden“ – „...bisher auch nichts passiert“. Die Eltern sind sauer, das Kind aufgelöst, aber parteiisch: „Jetzt lass doch den Papa machen.“

Solche Auseinandersetzungen sind in Partnerschaften mit Kindern gar nicht so selten. Und werden wohl auch nicht weniger werden, je mehr Väter sich selbstständig in die Erziehung ihrer Kinder einbringen und Verantwortung übernehmen: sei es in Form eines Papamonats, den es seit Anfang dieses Jahres für Österreichs Beamte gibt, oder in Form einer Karenzierung, die immer mehr Männer in Anspruch nehmen.

So mancher dieser „neuen Väter“ klagt allerdings darüber, dass man ihn eben nicht „machen lässt“. Viele Mütter finden es schwer, in der Zeit, in der der Vater für das Kind zuständig ist, die Kontrolle abzugeben. Diese Unfähigkeit loszulassen nimmt viele Gestalten an: Im besten Fall sind es häufige Kontrollanrufe, im schlimmsten Fall ständige Bevormundungen und Streitereien, die die Beziehung ernsthaft belasten können. „Mütter tun sich wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad schwer damit, dass die Dinge auch ohne sie so gut laufen wie mit ihnen – nur halt anders“, meint auch Hubert Nagele, selbst „begeisterter Vater“ und gemeinsam mit Sylvia Rechberger und Werner Stenzel Betreiber der Internet-Plattform „freshdads“.

Fürsorge gegen Abenteuer. Bei aller Sympathie für die Fürsorglichkeit der Mütter schlagen sich Experten allerdings klar auf die Seite der Väter. „Lasst doch den Männern ihren Stil“, forderte etwa der Familientherapeut Achim Schad zuletzt im Rahmen des Jako-o-Familienkongresses: „Wenn ihr sie ein bisschen in Ruhe machen lasst, haben sie richtig Spaß daran und die Kinder profitieren sehr.“

Die Vorteile lassen sich sogar ganz konkret benennen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Väter und das Vorbild, das sie geben, vor allem für Buben praktisch unersetzlich sind. Jungen, die ein gutes und enges Verhältnis zu ihren Vätern haben, zeichnen sich durch ein besseres Sozialverhalten und ein stärkeres Selbstwertgefühl aus. Sie fügen sich leichter in Gruppen ein und tun sich deshalb auch in der Schule leichter, sind weniger destruktiv und, wie der deutsche Hirnforscher Gerald Hüther betont, auch weniger anfällig für Annäherungsversuche in einem Missbrauchskontext. Eine Untersuchung des amerikanischen Scholastic-Verlags hat jetzt sogar ergeben, dass das Leseverhalten von Buben von einem einzigen Faktor maßgeblich beeinflusst wird: wie viel der Vater liest.

Die Stärken der Väter sind dabei genau das, was viele Mütter als Schwächen empfinden. „Mütter agieren eher fürsorglich, behütend, manchmal übervorsichtig“, erklärte Familienexperte Schad seinen Zuhörern. „In der Erziehung von Vätern haben mehr Aktionen mit einer gewissen Risikobereitschaft Platz.“ Väter sind vielleicht nicht so organisiert wie Mütter und haben nicht immer alle Dinge dabei, die das Baby oder das Kleinkind so brauchen könnte. Aus dieser Sorglosigkeit und Lockerheit entstehen dafür allerdings auch mehr Spielräume, die der Nachwuchs meistens mit Gusto ausnützt. Außerdem genießen viele Kinder jede Abwechslung in der täglichen Routine.
Alles nur ein Klischee? Bleibt die Frage, ob man es hier nicht mit einem Klischee zu tun hat, das sich selbst erfüllt. Selbstverständlich gibt es auch sorglose, eher desorganisierte Mütter und übervorsichtige, perfekt vorbereitete Väter. Hubert Nagele ist allerdings nur einer von vielen Vätern, deren praktische Erfahrungen eher das Vorurteil zu bekräftigen scheinen: „Meine Partnerin ist ebenfalls recht abenteuerlustig. Dennoch bin eher ich es, der für Erkunden, Entdecken, Ausprobieren zuständig ist.“

Laut Achim Schad profitieren aber nicht nur die Kinder von den unterschiedlichen Erziehungsstilen der beiden Elternteile – auch den Frauen kann es Vorteile bringen, sich in Lockerheit zu üben: „Lernt eine Mutter loszulassen, ist es nicht nur eine Entlastung für sie, sondern gleichsam eine Bereicherung für die Vater-Kind-Beziehung.“ Wenn das Kind beide Eltern als gleichwertige Bezugspersonen wahrnehme, verringere sich außerdem die Gefahr, dass das Verhältnis zur Mutter allzu „klebrig“ werde – ein Umstand, der niemandem guttue.

Daher könnten Mütter bei den Vätern auch noch einen Crashkurs in Sachen gesunder Egoismus belegen. Männern gelinge es nämlich viel besser, meint Schad, sich von ihren Kindern abzugrenzen. Und das sei nicht nur für sie von Vorteil – sondern auch für die Kinder.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2011)

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63 Kommentare
 
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Gast: 12345 k
17.01.2011 02:30
0 0

zum sog. Papamonat

er soll mMn freiwillig bleiben.

wenn vater und mutter es fur gut und richtig halten sollen sie es machen -freiwillig.

Gast: 12345 k
16.01.2011 12:34
0 0

guter artikel

damit wird die forderung mancher nach rechtlicher gleichstellung im adoptionsrecht (stiefkind-/fremdkindadoption) für gleichgeschlechtliche partner undenkbar.

Antworten Gast: 12345 k
17.01.2011 10:57
0 0

Re: guter artikel

möchte zu meinem post ergänzen:

die wissenschaftliche ,qualität' der aussagen der experten im artikel kann ich im einzelen nicht beurteilen dennoch lässt sich sehr wohl im kindesverhalten erkennen, dass sie zu unterschiedliche zeiten und in verschiedenen innerlichen wie auch aüsserlichen angelegenheiten geschlechtsspezifische eigenschaften ihrer eltern (die sich natürlich auch im erziehungstil ausdrucken) beanspruchen. diese möglichkeiten von denen kinder profitiern können sollte man ihnen möglichst nicht nehmen, was der fall wäre gebe es die fremdkindadoption für gleichgeschlechtliche partnerschaften.

Gast: detleffan
09.01.2011 19:20
0 0

vielleicht sind Leute heute überfordert?

Früher hatte der Mann/Vater das überwiegende Recht, auch weil er für das finanzielle Wohlergehen der Familie die Verantwortung hatte.
Männer die Gewalt ausübten gab es schon immer; aber noch nie wurde das Schicksal, sein Schicksal damit verbunden.
Heute wird dem Mann seien Familie weggenommen, weil er viell. 1-mal versagt, und ihm alles über den Kopf wächst.

Niemand sollte gewalttätigkeit unterbewerten oder verharmlosen, aber dass ein Mann/Vater, der sich nicht mehr anderst zu helfen weiss und ausrastet, gleich aller Rechte entsagt wird, und als UNhold ausgesperrt wird, ist das richtig?

Früher hatte eben alles seinen Rahmen, und trotz aller Probleme wussten alle Beteiligten (Vater, Mutter, Kinder) wo dei Grenzen sind; das steigerte die Verantwortung, weil "man" wusste, wo der Platz jeden einzelnen ist.

Vielzuleicht verjagen heute Mütter ihre Männer, weil sie sie "bestrafen" wollen, trenen sich Männer, weil sie ein leichteres Leben wollen.

Es fehlt der Rahmen und der gesellschaftliche, auch politische Druck, sich zurückzunehmen, nicht seine vordergründigen, egoistischen Gefühle und Bedürfnisse auszuleben, sondern für ein längerfristiges Ziel zurückzustecken.

Nicht das Ausleben kurzfristiger Egoismen macht glücklich, sondern das Zurückstecken, das Üben vno Genügsamkeit - es kommt von allein, in aller Stille, nicht weil darum "gekämpft" wurde, und braucht auch keine ellendslangen Erklärungen...

Antworten Merlin
09.01.2011 20:05
2 0

Re: vielleicht sind Leute heute überfordert?

Die männliche Gewalt wird geradezu fanatisch verfolgt, der weibliche Betrug ist dagegen weitgehend straffrei.

Gast: p-Fan
09.01.2011 19:05
2 1

der Staat hat sich 3000000 Kinder aufgehalst

die früher noch der Autorität - und der Verantwortung - ihrer Väter unterstanden.

Er hat heute einige hunderttausend Kinder in "Hartz 4", oder wie das in Ö heisst.

Der Staat - die Feminismus-Politik - hat sich die finanzielle Verantwortung dieser vielen Kinder und Rumpffamilien aufgehalst.
Jetzt muss er nur noch die Erziehung dieser Rumpf-familienkinder übernehmen.

Die sozi. Politikerinnen kamen folgerichtig schon mit dem Vorschlag, 1-jährgie Kinder in staatliche Kinderkrippen zu verbringen!!

Also - die Stäätin (der Staat) geriert sich also als Finanzierer, Erzieher und Vater-ersatz für die unzähligen väterlosen Kinder....

Porblem ist- diese zahllosen SOzialhilfe-mütter werden schön langsam unfinanzierbar; auch weil die Väter als Zahler immer öfter ausfallen, weil sie selber bedürft, arbeitslos oder unfähig sind, selbst ihren eigenen Unterhalt zu finanzieren.

Dieses - von linken erträumte - Konstrukt der alleinlebenden Mütter, das in den Ballungszentren schon beinahe zum Normalfall wurde, entwickelt sich aber zum Monster, sowohl für den Sozial-staat als auch für die Gesellschaft.

Drogenmissbrauch, Schulversagen, mangelnde Disziplin, Jugend-kriminalität, ausufernde Sozialkkosten sind (auch) Folgen dieses linken Wahns, alles und jedes regulieren zu wollen.

Dass immermehr Männer da raussteigen, auf Zeugung und Familie von vorneherein verzcihten, ist symptomatisch, und wird leider insgeheim sogar als "Erfolg" linker Spinner gefeiert...

Gast: Draculi
09.01.2011 16:28
2 0

Oftmals

Der Nachteil dieser Entwicklung ist, dass viele Väter wie Pratt Bitt ihre Setzlinge wie eine Trophäe herumtragen. Im Flugzeug terrorisieren diese kleinen "Scheisser" an der stolzgeschwellten Brust ihrer Zeuger, die meinen, die "Großtat ihres Lebens" vollbracht zu haben, die anderen Fluggäste.
Auch im Restaurant wird die tägliche Trophäenschau zelebriert.
Trotzdem ist es wichtig, junge Österreicher statt Kopftüchlsetzlinge zu haben.

Antworten Merlin
09.01.2011 19:29
1 0

Re: Oftmals

Sie haben recht - der absolute "Horror" im Restaurant sind aber die demonstrativ stillenden Mütter. Da hilft nur noch schnell ein Glaserl vom guten Roten.

Re: Re: Oftmals

Stillende Mütter würde ich nicht als Horror und schon gar nicht als "demonstrativ" betrachten, sondern als etwas ganz Natürliches, das uns nur in unserer hochtechnisierten Welt verstört. Warum sollen sich Mütter verstecken, wenn sie ihr Kind stillen? Auch in anderen Kulturen gibt es nichts Normaleres als stillende Mütter. Wir müssen uns nur erst wieder daran gewöhnen.

Merlin
09.01.2011 15:39
4 3

Forget it

Solange Väter so rechtlos sind wie heutzutage und nur von "Mamas Gnaden" in der Familie mitspielen dürfen, brauchen wir gar nicht weiterdiskutieren.

Re: Forget it

Darum ist es wichtig, dass Väter, die für Familie zahlen, auch Familie bekommen. Die derzeitige Mogelpackung wird schön langsam zum Ladenhüter.

Gast: Gast
09.01.2011 14:00
3 2

Missbrauch

Möchte nicht die Dunkelziffer Wissen, wieviele Kinder durch Mütter missbraucht werden!

Gast: Gast
09.01.2011 13:58
2 2

Männer kommen dann doch mit Veränderungen besser zurecht!

Männer sind dann doch die besseren Menschen! Die Emanzipation lässt grüßen und geht den Weg der depressiven Stagnation und nicht der Weiterentwicklung und Bildung! Männer von den Vorhang.

Gast: Fidel Gastro
09.01.2011 13:55
6 1

Ich würde das Wort "Experten" ...

... als Unwort bzw. als Idioten-Lieblingswort der Nachkriegszeit bezeichnen ...

Gast: Gast
09.01.2011 13:19
3 1

Frauen sind eben schnell ueberfordert,

das zwingt sie in ihrer Panik dazu alles kontrollieren zu wollen. Ungehemmt werden sie so zu furchtbar fuersorglichen Tyrannen, die kaum Freiraum fuer eigene Entscheidungen lassen. Das Korrektiv durch den Mann ist daher unerlaesslich.

Um eine gesunde Entwicklung der Kinder zu foerdern, sind eben Vater UND Mutter notwendig. Die alleinerziehende, dem Mann ueberlegene Ueberfrau gibt es nicht. Das duerfte mittlerweile wieder klar geworden sein. Die 68er haben sich wiedermal geirrt.

Gast: voila
09.01.2011 11:36
5 0

Flexiblere Arbeitszeitmodelle sind nötig!

"... dass das Leseverhalten von Buben von einem einzigen Faktor maßgeblich beeinflusst wird: wie viel der Vater liest."

Ui, da hama's: Die Väter sind schuld am desaströsen Pisa-Ergebnis ... (Endlich einmal sind die Väter an was schuld, nicht immer nur die Mütter.)

Das Problem der Väter besteht darin, dass sie berufsbedingt meist zu wenig Zeit haben, sich intensiv mit ihrem Nachwuchs zu beschäftigen. Das führt dazu, dass sie sich schwerer tun, die Fähigkeiten ihrer Kinder richtig einzuschätzen und sie nicht zu überfordern.

Es wäre zu schön, wenn die Arbeitgeber jungen Vätern in verstärktem Ausmaß durch flexiblere Arbeitszeitmodelle die Möglichkeit geben würden, sich intensiver um ihre Kinder kümmern zu können. Aber ich fürchte, da wird noch viel Wasser die Donau runter rinnen.

Antworten Gast: speibender regenbogen
09.01.2011 13:15
3 0

Re: Flexiblere Arbeitszeitmodelle sind nötig!

du glaubst doch diese "expertenweisheit" nicht wirklich, oder? ich mein, ein ärgeres märchen, als daß nur das leseverhalten der väter das der buben beeinflußt, hab ich noch nicht gehört, das ist der größte schwachsinn der letzten jahrzehnte!

Re: Re: Flexiblere Arbeitszeitmodelle sind nötig!

Mein ältester Bub verschlingt Bücher, der jüngste liest überhaupt nicht. Beide haben denselben Vater.
In allen anderen Punkten entspricht die Aussage des Artikels meinen Erfahrungen.

Antworten Antworten Gast: voila
09.01.2011 17:53
0 0

Re: Re: Flexiblere Arbeitszeitmodelle sind nötig!

war natürlich nicht wirklich ernst gemeint

lobo
09.01.2011 10:19
6 2

Sinn des Lebens?

Ich lese nur mehr von Experten, die bestimmen was richtig und falsch ist. Diese Experten sind auch der Untergang der Menschheit.
Hat sich schon jemand nach dem Sinn unseres Lebens gefragt? Was antworten hierauf die Experten? Ist die Menschheit durch Irreführung nicht bewusst vom rechten Weg abgelenkt worden, vielleicht durch zu viele Experten?
Die Mutter sollte die Erziehung, hauptsächlich in den ersten Lebensjahren übernehmen, anstatt die Kinder in eine Krippe oder Kindergarten abzuschieben. Die Mütter sollten in diesen Jahren Nestwärme geben, wahre Liebe und auch eine Kinderstube vermitteln. Anstatt mit 6 oder 7 Jahren mit der Schule anzufangen, sollte dies vielleicht mit 9 oder 10 geschehen. Die ersten zwölf Lebensjahre formen ein Kind am meisten.
Dass Väter an der Erziehung teilnehmen ist doch logisch, aber als Alleinverdiener eben nicht in dem Umfang wie Mütter möglich. Die Grundwerte sollten den Kindern zu Hause beigebracht werden, von Vater und Mutter.
Durch unsere falsche Lebensweise ist dies jedoch nicht möglich, weil nur mehr die Wenigsten den wahren Sinn unseres Daseins wissen. Luxus und Geldgier stehen vor unseren wahren Pflichten. Und die Kinder üben sich als Egoisten in Sturheit und Lieblosigkeit. Es sollte einmal erkannt werden, dass sich die Menschheit auf dem falschen Weg befindet, dann wird man sich auch schnell der richtigen Erziehungsmethoden erinnern!

Kompetenzen

Dieser sehr beachtliche Artikel entspricht genau meinen Erfahrungen. Ich bin Lehrerin und Mutter von 5 Kindern. Da das jüngste Kind die Tochter ist, mussten meine 4 Söhne schon früh im Haushalt und bei der Betreuung der jüngeren Geschwister mithelfen. Sie engagierten sich in der Folge auch bei der Betreuung ihrer eigenen Kinder. Doch plötzlich konnten sie der Kindesmutter nichts recht machen. Es gibt Hoffnung, wenn sich schön langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass auch Väter in der Kindererziehung kompetent und Mütter nicht unfehlbar sind.

Die fragwürdige Allmacht der alleinerziehenden Mutter

Vor wenigen Jahren noch wurde der Vater für die Erziehung als völlig entbehrlich angesehen. Bis heute sind die Kinder vor dem Gesetz alleiniges Eigentum der (ledigen) Mutter. Wie sehr Kinder unter der mütterlichen Allmacht leiden, wird deutlich an der wachsenden Anzahl an Streetworkern, die sich um kriminelle, drogensüchtige, suizidgefährdete Jugendliche kümmern. Dass das nicht der richtige Weg sein kann, dämmert schön langsam einzelnen Fachleuten und Journalisten. Bis zu den Jugendämtern und Richtern ist diese Erkenntnis leider noch lange nicht vorgedrungen, und bis das Justizministerium eine Gesetzesänderung schafft, werden wahrscheinlich noch viele Jugendliche in Drogensucht und Kriminalität landen. Doch es ist erfreulich, dass ein Umdenken in Gang kommt.

Antworten Merlin
09.01.2011 15:42
2 1

Re: Die fragwürdige Allmacht der alleinerziehenden Mutter

Das regelt sich alles von selbst - diese "AlleinerzieherInnen-Konstrukte" stellen eben überwiegend die Verlierergruppe in unserer Gesellschaft. Und Menschen die ohne einseitigen Irrsinn aufgewachsen sind haben es leichter.

Antworten Gast: Big Mama
09.01.2011 09:30
4 5

Re: Die fragwürdige Allmacht der alleinerziehenden Mutter

Meinen Sie nicht, dass Sie ein wenig über das Ziel hinausschießen, wenn Sie behaupten, dass die Betreuung durch die Mütter die Ursache für die ständig steigende Zahl an kriminellen, drogensüchtigen, suizidgefährdeten Jugendlichen ist?
Ist nicht vielmehr die "fehlende Mutter" die Ursache? Mit Mutter meine ich in diesem Fall den Job der Kinderbetreuung. Die Rolle der Mutter können auch die Großmutter, der Vater oder eine fremde Person (Adoptiveltern) übernehmen.

Dass Männer anders sind als Frauen ist kein Geheimnis. Dass sich das auch auf das Verhalten bei der Kinderbetreuung auswirkt ist naheliegend. Niemand kann sagen, ob Vater oder Mutter zu besseren Ergebnissen kommen. Dass aber die Betreuung durch den Vater in verschiedenen Beziehungen mehr Risiken birgt ist auch klar. Ich denke dabei sowohl an das risikoreichere Verhalten der Männer mit all seinen Folgen, aber auch daran, dass für viele Männer Kinder ein Sexobjekt sind.

Zwei verschiedene Menschen werden niemals 100%ig in allem gleicher Meinung sein. Überall wo mehrere Menschen zusammenarbeiten, muss es einen geben, der das letzte Wort hat. Im Berufsleben sind das hauptsächlich Männer. Ist es so verwerflich, wenn die Frauen diese Rolle innerhalb der Familie für sich in Anspruch nehmen?

Antworten Antworten Gast: daddy
09.01.2011 11:08
2 1

Re: Re: Die fragwürdige Allmacht der alleinerziehenden Mutter

"Ich denke dabei sowohl an das risikoreichere Verhalten der Männer mit all seinen Folgen, aber auch daran, dass für viele Männer Kinder ein Sexobjekt sind."

Geht's noch? Was haben Sie für ein Problem mit Männern??? Dass VIELE Männer Kinder als Sexobjekt ansehen, ist ja wohl nicht der Fall. Und was genau meinen sie mit risikoreichem Verhalten???

Antworten Gast: Pedro
09.01.2011 00:22
1 0

Re: Die fragwürdige Allmacht der alleinerziehenden Mutter

Naja ganz so ist es ja nicht. Klar ich bin bei ihnen es ist eine Sauerei dass es keine automatische gemeinsame Obsorge gibt (eine Frau die das nicht will und folglich nicht will dass der Vater auch Verantwortung übernehmen soll, soll halt keine Kinder kriegen!). Aber die gemeinsame Obsorge auf freiwilliger Basis per vom Gericht genehmigter Vereinbarung nimmt gewaltig zu. Wenn sie so wollen geschieht die Revolte mittlerweile von unten. Für mich war klar gemeinsame Obsorge oder keine Kinder. Ich bin nicht verheiratet habe aber trotzdem die Obsorge, genauso alle meine Freunde (Davon ist nämlich fast niemand verheiratet).

Das interessante ist, meine Vätergeneration ist richtig neidig dass ich und meine Freunde so viel Zeit mit unseren Kindern verbringen (die waren damals jede freie Minute entweder bei der Feuerwehr, der Musi oder sonst irgendeinem Verein, aber nicht bei der Familie).

Was ich aber schon auch im Freundeskreis mitkriege, ist tatsächlich dass viele Frauen richtige Angst davor haben, dass deren Männer sich um ihre Kinder kümmern. Das warum versteh ich aber nicht.

 
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