Hintergrund: Zu wenige Kinder, immer ältere Mütter

18.07.2011 | 09:17 |   (DiePresse.com)

Frauen in Österreich bekommen im Schnitt 1,42 Kinder - das ist weniger als der ohnehin niedrige EU-Durchschnitt. Das erste Kind bringen sie mit 28 Jahren zur Welt. Bei der Kinderbetreuung hinkt Österreich noch nach.

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Auch, wenn es im Vorjahr einen kleinen Babyboom gab, in Österreich werden immer noch zu wenige Kinder geboren. 77.814 Babys erblickten 2010 das Licht der Welt – ein Anstieg um 3,2 Prozent verglichen mit 2009. Das ist eine Geburtenrate von 1,42 Söhnen bzw. Töchtern pro Frau - immer noch weniger, als der EU-Durchschnitt.

Laut Zahlen aus dem Jahr 2009 bekommen die Europäerinnen nämlich im Schnitt 1,6 Kinder, an der Spitze liegt Irland mit 2,1, gefolgt von Frankreich mit 2. Großbritannien mit 1,96 und Schweden mit 1,94 verzeichnen noch respektable Werte, dann aber sacken die Zahlen ab. Vorreiter ist das nicht-EU-Land Island mit 2,15 Kindern.

Die niedrigsten Raten verzeichnen Lettland (1,31), Ungarn und Portugal (je 1,32) sowie Deutschland (1,36, wobei die Zahl der Geburten 2010 offenbar wie in Österreich leicht gestiegen ist). Um das Bevölkerungsniveau zu halten, müssten die Europäerinnen im Schnitt 2,1 Kinder bekommen.

Mütter werden immer älter

Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass die Mütter immer älter werden: Die höchsten Geburtenraten haben in Europa jene Länder, wo die Mütter im Durchschnitt älter als 30 sind, wenn sie ihr erstes Kind bekommen (etwa Dänemark, Irland, Frankreich, Finnland oder Schweden).

In Österreich sind die Mütter noch vergleichsweise jung: Im Jahr 2010 bekamen Frauen hierzulande im Schnitt mit 28,5 Jahren ihr erstes Kind; allerdings ist das Alter in den vergangenen 20 Jahren stetig angestiegen (von 25,1 im Jahr 1991) und wird aller Voraussicht nach weiter steigen.

Bei Betreuung unter Ziel

Bei der Kinderbetreuung holt Österreich langsam auf: Erstmals lag die Kinderbetreuungsquote bei den Drei- bis Fünfjährigen im Herbst 2010 bei über 90 Prozent. Auch bei den Null- bis Zweijährigen ist die Quote gestiegen; mit rund 17 Prozent liegt sie aber immer noch deutlich unter der EU-Zielvorgabe.

Laut den sogenannten Barcelona-Zielen sollten im Jahr 2010 nämlich mindestens 33 Prozent der Unter-Dreijährigen und mehr als 90 Prozent der Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulpflichtalter einen Betreuungsplatz haben.

(beba)

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3 Kommentare
Gast: kjlfgö
18.07.2011 16:19
1

Die "alten" Mütter sind doch politisch gewollt,

um die Akademikerquote zu heben.
Beispiel: in Ö starten die Kindergärtnerinnen mit 19 in den Beruf (nach 5 Jahren Ausbildung). Verakademisiert man diesen Beruf, dann starten sie mit 23 oder 24. Bis sich diese Akademikerinnen dann wirtschaftlich genügend gefestigt haben, um eine Familie zu gründen, sind sie dann halt über 30, was sicher auch die Gesamtzahl der Kinder reduziert.

Re: Die

Da wäre es schon besser, wenn wir unseren Frauen -wie auch in anderen progressiven Vorzeigeländern wie z.B. Afghanistan- den Besuch von Schule und Universität verbieten, weil sich das ja eh nicht auszahlt. Denn damit hat man dann nur Gemecker Zuhause und zum Einkaufengehen reicht auch die Volksschule. Was bilden sich die Weiber eigentlich ein, mitreden zu wollen. Ich bin schon gespannt, wann die Austrotaliban vom extremkatholischen Lager endlich mit der Anwendung von altkatholischem Kirchenrecht in diesem Land für Recht und Ordnung sorgen! Es wird Zeit für einen Wechsel!

Antworten Gast: Nie230
18.07.2011 16:53
0

Wieso haben dann die Länder

die akademisch gebildete Kindergärtnerinnen haben, ein niedrigeres Alter bei Erstgebärenden?

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