Frauenministerin will Recht auf Eltern-Teilzeit kürzen

Gabriele Heinisch-Hosek versteht die "Mutter-bleib-beim-Kind-Mentalität" nicht. Sie will den elterlichen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit von sieben auf vier Jahre verkürzen.

HeinischHosek will Recht ElternTeilzeit
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HeinischHosek will Recht ElternTeilzeit
(c) Clemens Fabry

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hält nicht viel davon, dass Eltern bis zum bis zum siebenten Lebensjahr des Kindes einen Rechtsanspruch auf Teilzeit-Arbeit haben. Sie möchte den unter Schwarz-Blau eingeführten Anspruch neu verhandeln, sagt sie im Interview mit dem "Standard". Ihre favorisierte Lösung: Der Anspruch soll auf vier Jahre verkürzt werden.

Das Argument der Ministerin: "Wann immer ich Betriebsbesuche mache, höre ich, dass die lange Dauer der Elternteilzeit sehr herausfordernd ist für die Arbeitgeber", sagt sie im "Standard". "Man muss besprechen, ob dieser Rechtsanspruch noch zeitgemäß ist."

"Mutter-bleib-beim-Kind-Mentalität" unverständlich

"Mittlerweile sollten alle erkannt haben, dass wir das Potenzial von Frauen ökonomisch nutzen müssen. Auch deshalb verstehe ich die Mutter-bleib-beim-Kind-Mentalität nicht," sagt Heinisch-Hosek weiter. Derzeit endet mit dem vierten Lebensjahr des Kindes der Kündigungsschutz. Heinisch-Hosek will den Rechtsanspruch auf Teilzeit an diese Frist anpassen. Diese Maßnahme soll mit einem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen verbunden sein.

Heftige Widerworte

Von ÖVP-Seite folgt auf die Ausaagen der Ministerin  prompt ein heftiger Angriff: "Man sieht, dass es die SPÖ nicht ehrlich meint mit Arbeitnehmerrechten, wenn ihre krause Ideologie dagegen steht. Die Elternteilzeit ist ein hart erkämpftes Arbeitnehmerrecht im Interesse der Kinder", so ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl. "Heinisch-Hosek und ihr Genosse Stöger liefern seit geraumer Zeit unausgesetzt politische Kakophonie und Kompetenzüberschreitungen."

Grüne: Mehr, nicht weniger Rechte

Auch die Grünen reagieren ablehnend auf den SPÖ-Vorstoß. "Teilzeitbeschäftigte brauchen mehr, nicht weniger Rechte", sagt Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen. Gefragt sei ein Recht auf ein garantiertes Mindestmaß an Stunden in Teilzeit, von dem Frauen und Männer leben können, und nicht eine Aufweichung des Kündigungsschutzes. Die Frauenministerin sollte die Interessen teilzeitarbeitender Frauen vertreten und nicht jene der Unternehmen. Schwentner sieht die Aussagen von Heinisch-Hosek als Eingeständnis ihrer visionslosen Politik.

 

(rovi)

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