Der Wert des Vorlesens

14.05.2012 | 10:12 |   (DiePresse.com)

Eine Sonderauswertung der PISA-Studie zeigt: Quer durch alle sozialen Gruppen wirkt sich Vorlesen, Singen und Geschichten erzählen positiv auf das Lesevermögen der Kinder aus.

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Kinder, denen ihre Eltern im Kleinkindalter vorlesen, Geschichten erzählen und die miteinander singen, können später besser lesen. Das zeigt eine Sonderauswertung der PISA-Studie. Auffällig bei dem Ergebnis: Während sich häufig - und auch stark in Österreich - der soziale Hintergrund der Familien in den schulischen Leistungen der Kinder spiegelt, ist die positive Wirkung von Vorlesen und anderen Beschäftigungen mit Sprache wie Singen auf das spätere Lesevermögen laut Studie quer durch alle sozialen Gruppen zu beobachten.

Für die Studie wurden in 14 Ländern bei der PISA-Erhebung zusätzlich zu den Schülertests auch Fragebögen an die Eltern der Teilnehmer verteilt. Darin wurden nicht nur der Bildungshintergrund, Beruf und Einkommen der Eltern erhoben, es wurde auch erfasst, welche Rolle Bücher in den jeweiligen Haushalten spielten und ob die Eltern das Leseverhalten der Kinder in den ersten Schuljahren aktiv geprägt hatten. Österreich war nicht unter den untersuchten Ländern.

"Die Studie belegt, dass Eltern einen entscheidenden Beitrag zum schulischen Erfolg ihrer Kinder leisten können", wird PISA-Experte Andreas Schleicher zitiert. Dafür würden diese keinen Doktortitel brauchen und müssten auch nicht Stunden mit der Betreuung von Hausaufgaben verbringen. Es sei vielmehr wichtig mit den Kindern regelmäßig über die Schule zu sprechen, ihnen eine hohe Wertschätzung von Bildung zu vermitteln und auf Schwierigkeiten gemeinsam einzugehen. "Bessere Leistungen sind auch dort sichtbar, wo Eltern hohe Anforderungen an Schulen stellen und diese aktiv einfordern."

 

(APA)

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1 Kommentare
Gast: lesenbildet
14.05.2012 13:26
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kyjiw zeigt wo es langgeht

Es geht nicht um die gesammelten Timoschenko-Qualen, die das Lesen für die Kleinen attraktiv machen sollen. Die Pflicht-Leseliste in den Schmieden berechenbarer Untertanen weist gravierende Adaptationen an den neuen Geist auf: statt des "kleinen Prinzen" kam "Henry Potter" auf den Spiesezettel, Goethe und Dante mußten sich hinter Paulo Coelho (Der Alchimist) einreihen.
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