Studiengänge, die ausschließlich in englischer Sprache geführt werden, Auslandssemester und Praktika fern der Heimat – Fernweh ist an einer FH heilbar, denn dort heißt es: Willkommen in der großen, weiten Welt!
Weltweite Vernetzung
Jedes Jahr gehen einige tausend FH-Studierende ins Ausland, um dort ein Semester lang zu studieren oder ein Praktikum in einem internationalen Unternehmen zu absolvieren. 2010/11 machten an die 3000 Studierenden von einer dieser beiden Möglichkeiten Gebrauch, also etwa neun Prozent aller FH-StudentInnen. Ziel ist meist eine Hochschule innerhalb der EU. Doch die FHs spannen ihre Netzwerke längst viel weiter. Studieren in der Ukraine? Kein Problem! Das Zielland heißt Australien, Uruguay, USA? Nichts spricht dagegen, vieles dafür. Ob der Studienplan einen verpflichtenden Auslandsaufenthalt vorsieht oder der Wunsch, internationale Luft zu schnuppern, auf freiwilliger Basis erfolgt: Alle FHs sind ihren Studierenden auf mehrfache Weise behilflich, meist gibt es konkrete Unterstützung bei Suche oder Vermittlung. An einigen FHs gibt es sogar einen eigenen Koordinator für Berufspraktika, der Plätze im In- und Ausland organisiert, oder eine Datenbank mit Erfahrungsberichten und Suchfunktionen.
International Offices helfen weiter
Die Möglichkeit, ein Auslandssemester zu absolvieren, bietet sich durch entsprechende Abkommen der FHs mit Partnerhochschulen im Ausland. Welcher Platz dabei für welchen Studierenden infrage kommt, wissen die International Offices an den FHs. Sie sind auch bei der Organisation des Auslandsaufenthalts behilflich. Die Strukturen sind unterschiedlich: Setzt man an der einen FH mehr auf persönliche Beratung, steht an der anderen das Web im Mittelpunkt – etwa mit einem Mobility Online Portal, auf dem sich Studierende für ein Auslandssemester registrieren lassen und dann in jeder Phase von der Organisation vor Reiseantritt bis zur Anrechnung der dort absolvierten Lehrveranstaltungen nach dem Aufenthalt unterstützt werden.
Durch Studieren im Ausland erweitert man aber nicht nur seinen persönlichen Horizont. Im Zuge dessen werden abgelegte Prüfungen nicht nur für das Studium in Österreich angerechnet, sondern verhelfen in vielen Fällen auch zu Doppelabschlüssen – die zum Beispiel bei einer späteren Berufstätigkeit im Gastland durchaus hilfreich sein können.
No English? No way!
Englisch ist aus dem heutigen (Hochschul)Alltag nicht mehr wegzudenken. So braucht man solide Englischkenntnisse, um Fachtexte zu verstehen oder in der Forschung arbeiten zu können. Gut beherrschtes Englisch erleichtert aber auch das Knüpfen und Pflegen internationaler Kontakte und lässt den Auslandsaufenthalt sicher gelingen. 52 Studiengänge im Inland – das sind 14 Prozent aller FH-Studien – werden bereits gänzlich in englischer Sprache durchgeführt. Natürlich müssen dabei auch alle Prüfungen und Arbeiten in dieser Sprache abgelegt beziehungsweise verfasst werden. Wer sich für solch ein Studienangebot interessiert, sollte sein Englisch schon vor dem Aufnahmeverfahren aufpolieren: Einerseits werden hier bei der Bewerbung standardisierte Zertifikate verlangt, wie etwa das Business English Certificate (BEC), das Certificate in Advanced English (CAE) oder ein guter Score beim International English Language Testing System (IELTS) oder dem Test of English as a Foreign Language (TOEFL). Je nach FH-Standort und je nachdem, ob es sich um einen Bachelor- oder Masterstudiengang handelt, ist der Nachweis des Sprachlevels B2 oder C1 – entsprechend dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen – vorgeschrieben. Andererseits ist bereits der Aufnahmetest in englischer Sprache zu absolvieren. Doch auch in allen anderen FH-Studiengängen werden gewisse Lehrveranstaltungen in Englisch abgehalten, denn diese Weltsprache als Unterrichtsfach ist eine Selbstverständlichkeit. Damit beträgt der Englischanteil in allen FH-Studien bereits 30 Prozent.
Von „Bonjour“ bis „Ni hao“
Sprachlich gesehen ist der FH-Alltag alles andere als eine „Monokultur“: In vielen Studiengängen, vor allem in den wirtschaftlich orientierten, wird Wert auf Kenntnisse in einer zweiten oder dritten Fremdsprache gelegt. Zum Standardangebot zählen dabei an vielen Standorten Französisch, Italienisch und Spanisch. Aber auch Russisch, skandinavische Sprachen oder Chinesisch und Arabisch stehen den Studierenden zur Auswahl. Und auch die sogenannten „Migrantensprachen“ – Türkisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch – haben an einigen Studiengängen bereits Einzug gehalten.
Buddy-System
Wer mehrere Sprachen spricht, kommt nicht nur im Ausland besser zurecht, sondern kann sich auch im Inland mit jenen Studierenden besser verständigen, die ihr Auslandssemester an einer österreichischen FH absolvieren. 2009/10 gab es an den FHs an die 1700 Incomings – also Gaststudierende aus dem Ausland. Sie werden ebenfalls von den International Offices betreut. Viele Studierende greifen Incomings als Buddys unterstützend unter die Arme – sie kümmern sich um die „Neuen“ und können gleichzeitig ihre Sprachkenntnisse verbessern. Mit Erfolg, denn die Zahl der Incomings hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert. 2004/05 hatten erst knapp 800 Incomings den Weg nach Österreich gefunden.
Sommerfrische einmal anders
Internationale Kontakte knüpfen können FH-Studierende zudem im Rahmen der zahlreichen im In- und Ausland abgehaltenen Summer Schools. Aufgrund der internationalen Zusammensetzung der Teilnehmer werden sie meist auf Englisch abgehalten. Diese Art der „Sommerfrische“ stellt vor allem für berufsbegleitende Studierende ein attraktives Angebot dar, denn wer nur 25 Tage im Urlaub im Jahr zur Verfügung hat, für den kommt ein Auslandssemester oder -praktikum nicht infrage. Ein bis zwei Wochen Summer School gehen sich aber auch mit dem vorhanden Kontingent an freien Tagen aus. Zudem sind Summer Schools leicht im Privatleben unterzubringen. Trotzdem würzen sie den Lebenslauf mit einer saftigen Prise "Internationalität".
Internationalität
- Auslandssemester: Während des Studiums kann, bei manchen muss ein Semester im Ausland an einer Partner-Uni oder -FH absolviert werden.
- Praktikum im Ausland: Das Berufspraktikum kann auch im Ausland absolviert werden. Bei der Suche nach einem Platz hilft die FH.
- Outgoings: So werden StudentInnen genannt, die im Ausland studieren.
- – Incomings: GaststudentInnen, die an heimischen FHs studieren.
- International Office: Ansprechpartner in allen Fragen bezüglich eines Studienaufenthalts im Ausland (Stipendien, Prüfungsanrechnungen) sowie Anlaufstelle für Incomings.
- Buddys: Sie unterstützen Incomings und erweitern damit nicht nur ihren Horizont, sondern auch ihre Sprachkenntnisse.
- Fremdsprachen: Englisch ist an allen Studiengängen Pflicht, Angebote gibt es aber auch in vielen weiteren Sprachen.
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