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PRAKTIKUM - Arbeitsluft schnuppern

26.09.2011 | 09:00 |   (DiePresse.com)

Erste Schritte on the Job

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FH-Studiengänge sind praxisnah: Einerseits dadurch, dass zahlreiche Vorlesungen, Seminare und Übungen von Profis aus der Praxis gehalten werden. Andererseits gehen Studierende schon während ihres Studiums hinaus in den Arbeitsalltag und setzen Gelerntes in die Praxis um.
Möglich macht dies das Berufspraktikum als verpflichtender Teil jedes FH-Studiums. Die Rede ist hier nicht von Hilfsdiensten während eines einmonatigen Sommerjobs. Das Berufspraktikum im Rahmen eines FH-Curriculums dauert ein Semester, in dem dann auch keine anderen Lehrveranstaltungen zu besuchen sind. Stattdessen wird diese erste berufliche Erfahrung im gewählten Fachgebiet vom FH-Studiengang begleitet und evaluiert.
Wer berufsbegleitend studiert, kann sich seine Tätigkeit auch auf das Praktikum anrechnen lassen – vorausgesetzt, der Job befindet sich in jener Branche, für die auch das gewählte FH-Studium das nötige Rüstzeug vermittelt. Ob dem so ist, wird zuvor von der FH geprüft. Die Letztentscheidung fällt jeweils die Studiengangsleitung.

Große Chance
Für alle anderen liegt die große Chance darin, hier berufliche Erfahrungen zu machen, die einen nicht nur persönlich weiterbringen, sondern die sich auch im Lebenslauf gut machen. Mit facheinschlägiger Berufspraxis punktet man bei jeder späteren Bewerbung.
Der Praktikumsplatz sollte daher mit genauso viel Bedacht und Sorgfalt gewählt werden wie das Studium selbst. Denn es geht nicht um das Abhaken einer Notwendigkeit – sondern um einen möglichst guten Einstieg und das Knüpfen von Kontakten für die Zeit nach dem Studium. Weiters ist es ein Ausloten, wie man seine berufliche Karriere planen will, in welchem Umfeld man sich zu Hause fühlt und welche Tätigkeit am besten zu einem passt.

Frage nach den Zielen
Die Suche nach einem Praktikum sollte also mit der Frage nach den Zielen der praktischen Tätigkeit auf Zeit beginnen. Welche Aufgaben möchte ich gerne einmal übernehmen? In welcher Unternehmenskultur fühle ich mich wohl? Ein halbes Jahr im Vorhinein sollte die Suche nach dem idealen Platz beginnen. Unterstützung kommt dabei von der Fachhochschule. Aber natürlich ist auch Eigeninitiative gefragt. So mancher hat seinen Praktikumsplatz auf einer Berufsmesse, über Stellenausschreibungen oder schlicht über eine Initiativbewerbung bei einem Unternehmen seiner Wahl ergattert.
Selbst falls sich die hier getroffene Entscheidung als falsch herausstellte, wurde etwas gewonnen: Die Erkenntnis, was nicht zu einem passt. Denn das Praktikum dient primär der Orientierung, es ist ein wichtiger Wegweiser für die Zeit nach dem Studium.

Auslandspraktikum
Das Berufspraktikum kann übrigens nicht nur im Inland absolviert werden. Immer mehr Studierende holen sich diese erste berufliche Praxis im Ausland – und gewinnen damit doppelt: Neben Einsichten in den beruflichen Alltag geben sie ihrem Lebenslauf internationalen Touch. Diese Art der Auslandserfahrung ist bei späteren Bewerbungen nicht nur ein zusätzliches Plus, sondern wird bei gewissen Jobprofilen vorausgesetzt.

Aufgaben
Beim FH-Praktikum ist man mit einer konkreten Aufgabe konfrontiert, die es zu erfüllen gilt. In den Bachelor-Studiengängen ist dieser Abschnitt daher auch erst gegen Ende des Studiums vorgesehen: nämlich zwischen dem vierten und sechsten Semester.
Für so manchen wird es zum Türöffner und ist mitunter der Beginn einer Karriere. Je nach Branche bekommen 15 bis 30 Prozent ein Jobangebot von jenem Unternehmen, in dem sie ihr Praktikum absolviert haben. Gleichgültig ist dabei, ob man in einem großen oder kleinen Unternehmen gearbeitet hat.  Für die spätere „Verwertbarkeit“ gilt: Große Firmen tragen natürlich zum Renommée im Lebenslauf bei. Kleine Betriebe wiederum fördern durch ihre meist flachen Hierarchien das eigenverantwortliche Arbeiten und man erhält Einblicke in verschiedene Bereiche.
Wer sein Praktikum im Familienbetrieb leisten möchte, dem steht auch diese Möglichkeit offen – vorausgesetzt, dass dort ein Projekt verfolgt werden kann, das den Inhalten des Studiengangs entspricht.

Vorgeschmack auf Jobsuche
Das Berufspraktikum bereitet übrigens nicht nur während des eigentlichen Einsatzes auf den späteren Arbeitsalltag vor. Die Bewerbungsphase und -modalitäten geben einen realen Vorgeschmack auf die Jobsuche nach Studienabschluss. Die FHs kümmern sich zwar um potenzielle Anbieter von Praktika, doch auch hier muss sich der einzelne Studierende mit Lebenslauf und Motivationsschreiben bewerben. Auch ein Aufnahmegespräch zählt meistens dazu. Schließlich bindet sich das Unternehmen nicht nur vier Wochen, sondern einige Monate an den Praktikanten.

Vertragsabschluss
Die Zusage wird dann mit einem Vertrag besiegelt. In diesem ist nicht nur die Entlohnung geregelt, sondern es wird auch der Arbeitsbereich und der zuständige Ansprechpartner im Unternehmen genau festgehalten. Im Betrieb wird den FH-Studierenden nämlich eine Betreuungsperson zur Seite gestellt, die dann auch die Beurteilung beim Abschluss vornimmt.
Wie hoch die Bezahlung ausfällt, ist individuelles Verhandlungsgeschick und unterscheidet sich zudem von Branche zu Branche und Land zu Land. Hier gilt es, sich vorab zu informieren, um Richtwerte zu haben. Fremsprachenkenntnisse sowie frührere berufliche Erfahrungen können sich positiv auswirken.
Für jene 15 bis 30 Prozent, die hier bereits während des Bachelorstudiums ihren Arbeitgeber kennenlernen, gibt es nach dem Erwerb des Bachelor-Grades mehrere Möglichkeiten: Man verabschiedet sich von der Fachhochschule und steigt Vollzeit in das Erwerbsleben ein. Oder man arbeitet projektbezogen als freie(r) MitarbeiterIn, studiert aber weiter. Option Nummer drei: Man übernimmt eine Tätigkeit in dem Betrieb und absolviert das Masterstudium berufsbegleitend.

 

Praxiserfahrung

  • Auswahl: Viele Firmen im In- und Ausland bieten Berufspraktika für FH-Studierende. Die Fachhochschulen helfen bei der Suche nach einem Platz, doch auch Eigeninitiative führt zum Ziel.
  • Vorbereitung: Man muss sich entscheiden, ob man sein Praktikum in der Region, in Österreich oder im Ausland absolvieren möchte, welche Aufgabe einen reizt und welche Art von Unternehmen zu einem passen könnte.
  • Bewerbung und Vertrag: Die Bewerbung erfolgt mit Lebenslauf und Motivationsschreiben, bei Interesse folgt die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch. Klappt es, wird zwischen Betrieb und Studierendem ein Vertrag geschlossen und eine Betreuungsperson bestimmt.

www.fachhochschulen.ac.at

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