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Ein Ausweg aus der Blockadepolitik?

10.08.2012 | 18:27 |  CHRISTOPH SCHWARZ (Die Presse)

Nur ein echtes Bildungsgesamtkonzept rechtfertigt eine Volksabstimmung.

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Die Niederlage des Hannes Androsch war der SPÖ wohl nicht deutlich genug. Anders ist nicht zu erklären, dass sie, nachdem die Österreicher dem von linken Ideen getragenen Bildungsvolksbegehren eine Abfuhr erteilt haben, ausgerechnet das rote Prestigeprojekt Gesamtschule vom Volk abstimmen lassen will.

Die Idee könnte dennoch – oder gerade deshalb – einen gewissen Reiz entfalten. In kaum einem Politikfeld sind Reformstau und Veränderungsdruck so groß wie in der Bildung. Den Bürgern ein Mittel in die Hand zu geben, die lähmende rot-schwarze Selbstblockade aufzulösen, bietet sich da an.

Dabei muss aber eines klar sein: Gerechtfertigt ist die Volksabstimmung nur, wenn das abzustimmende Paket gleichsam ein Gesamtkonzept für die Zukunft des Bildungssystems darstellt. Denn genau dafür – und nur dafür– ist das Instrument der Volksabstimmung da: zur Legitimation grundlegender, weitreichender politischer Weichenstellungen. Die Parteien haben aber andere Bestrebungen: Sie wollen das Volk nur zu jenen unausgegorenen Einzelmaßnahmen befragen, mit denen sie den politischen Gegner am besten ärgern können. (Oder warum will die SPÖ zwar über die Gesamtschule, nicht aber über Studiengebühren abstimmen?) In den Parteizentralen reibt man sich ob dieses Wahlkampfschmähs die Hände; die zuständigen Ministerien fühlen sich zugleich von der Pflicht entbunden, selbst Lösungen zu finden.

Der Verdacht liegt nahe, dass die Politik die eigentliche Bedeutung der direkten Demokratie nicht verstanden hat.

 

E-Mails an: christoph.schwarz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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3 Kommentare
Gast: Plinius
13.08.2012 10:30
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freiwilliger Machtverzicht?

Ihrem letzten Satz kann ich nicht zustimmen, obzwar es auch in der "Politik" solche geben wird, die das Wesen der direkten Demokratie bis heute nicht verstanden haben. Die Mehrheit der politischen Elite weiss genau, dass mehr direkte Demokratie mehr Offenheit gegenüber dem Bürger und auch Machteinbusse gegenüber dem eigentlichen Souverän, dem Volk, bedeuten würde. Wer ist schon dazu bereit?

Geistige Tieffliegerin


Eigentlich müsste sie wissen, dass laut seriösen Umfragen nur eine ganz kleine Mehrheit die Gesamtschule befürwortet:

1. Die, die keine Ahnung haben
2. Wirtschaft, die ganz klar folgende Ziele vor Augen hat:
- Erhöhung der Jugendarbeitslosigkeit
- Erhöhung der allgemeinen Arbeitslosigkeit
- Senkung der Löhne und Gehälter
- Erhöhung der Arbeitszeit
- Streichung von Überstundenbezahlung
- Streichung von Arbeitsnehmerrechten
- Senkung von Sozialleistungen
- Senkung von Krankenständen
- Erhöhung von Abhängigkeiten
- Verdienen mit Privatschulen
- Kontrolle der Zukunftschancen zugunsten der eigenen Klientel

Ich frage mich, welchen Posten man ihr nach dem Scheitern als trojanisches Pferd der Sozialdemokratie in der Privatwirtschaft anbieten wird (vielleicht Generaldirektorin bei Siemens ...) ...

Gast: Neuqebauer
10.08.2012 18:42
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Mein Konzept ist schon verwirklicht!

Jeder Wunsch des Volkes wird von meinem VfGH in meine Realität zurückgeholt werden.

Abstimmungen haben keinen Sinn, würden nur Geld kosten.

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